Demokratiebildung und Partizipation
Demokratiebildung und Partizipation sind die Grundlage für eine friedvolle, demokratische Gesellschaft. Junge Menschen sollten daher von klein auf in ihrer alltäglichen Lebenswelt in Familie, Schule, Vereinen und Verbänden demokratisches Miteinander erleben und Wertschätzung erfahren.
In der heutigen Zeit, in der demokratische Werte und Prinzipien weltweit auf die Probe gestellt werden, ist es umso wichtiger, junge Menschen zu verantwortungsvollen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen. Schulen und außerschulische Bildungsinstitutionen sind aus diesem Grund mehr denn je gefordert, ihre pädagogischen Bemühungen ständig weiterzuentwickeln und aufeinander abzustimmen.
Der Lenkungskreis Regionales Bildungsnetzwerk hat daher dem Regionalen Bildungsbüro den Auftrag gegeben, zu evaluieren, wie es um die Demokratiebildung in schulischen und schulformübergreifenden Strukturen bestellt ist und wie diese mit außerschulischen Angeboten bestmöglich vernetzt werden können.
Umfrage zu »Demokratiebildung und Partizipation an Schulen im Kreis Siegen-Wittgenstein«
Im Frühsommer des Jahres 2025 hat das Regionale Bildungsbüro in einer umfassenden Umfrage an alle Schulen im Kreisgebiet die aktuellen Herausforderungen, Bedarfe und Entwicklungswünsche im Bereich Demokratiebildung und Partizipation erhoben. Die hohe Beteiligung und die klaren Rückmeldungen zeigen, wie relevant das Thema für die Schulen vor Ort ist.
76 von 100 Schulen nahmen an der Umfrage teil und benannten vor allem Zeitmangel im Unterricht sowie fehlende Ressourcen – etwa finanzielle Mittel oder Personal – als zentrale Hürden. Zudem möchten 42 % ihre Partizipationsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler deutlich ausbauen.
Auch bei der Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern wird zusätzlicher Unterstützungsbedarf deutlich: Zwar kooperieren 58 % der Schulen bereits extern, jedoch arbeiten 35 % bislang ohne Partner. Hilfestellungen für den Aufbau solcher Kooperationen wünschen sich 55 % der Schulen.
Die genannten Bedarfe reichen von Materialien, Workshops für Schülerinnen und Schüler über Fortbildungen für Lehrkräfte bis hin zu mehr Austausch und Inspiration durch Good-Practice-Beispiele.
Um diese Bedarfe aufzugreifen und Schulen eine praxisnahe Orientierung zu bieten, stellt das Regionale Bildungsbüro nun eine TaskCard bereit.
TaskCard
TaskCard
Die TaskCard bündelt regionale wie überregionale Angebote, erleichtert die Vernetzung mit Kooperationspartnern und stellt Fortbildungen, Veranstaltungen sowie bewährte Praxisansätze übersichtlich zur Verfügung. Die TaskCard wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert, um die Demokratiebildung im Kreisgebiet nachhaltig zu stärken.
Hier gelangen Sie zur TaskCard.
Gemeinsam gegen Fake News
Newscamp stärkt Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern
„Fake! Das ist fake!“, rufen vier Schülerinnen gleichzeitig. Auf dem Bildschirm vor ihnen wird gerade ein Foto von einer Tafel Schokolade angezeigt – und zwar eine neue Sorte, die ganze Grillen enthalten soll. Die Schülerinnen liegen richtig, es handelt sich um einen Scherz des Herstellers. Auch bei den anderen Bildern lassen sie sich nicht täuschen und ordnen in neun von zehn Fällen richtig zu, ob es sich um ein echtes oder ein gefälschtes Bild handelt. „Ich habe darauf geachtet, ob ich die Bilder von TikTok kenne oder ob sie von einer KI gemacht waren“, erklärt eine der Schülerinnen. Am Nachbartisch erstellen ihre Mitschüler gerade mithilfe einer Künstlichen Intelligenz ihren eigenen Song. Zwei Tische weiter überlegen einige Nachwuchs-Medienexperten sich zu vorgegebenen Bildern selbst dramatisierte Überschriften und merken dabei schnell, wie einfach es ist, ein Foto auf verschiedene Arten auszulegen.
Rund 240 Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klasse von zehn Schulen aus dem Kreisgebiet haben sich in der Gesamtschule am Schießberg mit Themen wie Journalismus, Fake News und KI befasst, um ihre Medienkompetenz zu stärken. „Es ging vor allem auch darum, dass die Sozialen Medien für Presse und Journalismus immer bedeutender werden“, berichtet ein Schüler. Organisiert wurde das Newscamp von der Medieninitiative #UseTheNews, der Bezirksregierung Arnsberg und dem Regionalen Bildungsbüro Siegen-Wittgenstein.
Neben einer Vielzahl an Mitmachstationen bietet das Newscamp interaktive Workshops an, etwa zum Thema „Social Media News aus deiner Stadt“, wo die Jugendlichen mit Annika Rinsche (Mitglied der Westfalenpost-Chefredaktion) und Medienpädagogin Isabel Radam darüber sprechen, wieso immer weniger News konsumiert werden, insbesondere von jungen Menschen. Im zweiten Teil des Workshops halten sie selbst eine kleine Redaktionssitzung ab. Auch die Referentinnen können an diesem Tag etwas lernen, weil sie aus erster Hand von den Jugendlichen erfahren, was diese bewegt und interessiert. Neben den Angeboten für die Schülerinnen und Schüler haben sich auch die Lehrkräfte und Eltern bei Infoveranstaltungen zum Umgang mit Medien informiert.