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Neue Talsperre für Trinkwasserversorgung notwendig
Machbarkeitsstudie sieht klare Vorteile für das Truftetal

Für eine langfristige Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Siegen-Wittgenstein erscheint der Bau einer weiteren Trinkwassertalsperre nicht nur sinnvoll, sondern notwendig.

Für eine langfristige Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Siegen-Wittgenstein erscheint der Bau einer weiteren Trinkwassertalsperre nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Zu diesem Ergebnis wird die Machbarkeitsstudie kommen, die derzeit im Auftrag des Kreises Siegen-Wittgenstein von der Tractebel Hydroprojekt GmbH erarbeitet wird. Im Vergleich der bislang im Landesentwicklungsplan und im Regionalplan für eine solche Nutzung vorgesehenen Standorte werden deutliche Vorteile für das Truftetal im Gebiet der Stadt Bad Berleburg gesehen.

Ein Vertreter der Tractebel GmbH hat jüngst im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft des Kreises über den aktuellen Stand der Arbeiten berichtet, die bis Mai dieses Jahres abgeschlossen werden sollen. Er machte dabei deutlich, dass trotz einer voraussichtlich weiter abnehmenden Bevölkerungszahl ein ungünstigeres Verhältnis zwischen natürlichem Wasserdargebot und Wasserbedarf zu erwarten ist. Grund dafür sind unter anderem auch Veränderung der klimatischen Rahmenbedingungen wie geringere Niederschlagsmengen im Jahresverlauf und größere Verdunstungen an Trinkwasserspeichern.

Jetzige Talsperren liefern 16 Mio. m³ Wasser

Dazu kommt, dass die beiden vorhandenen Trinkwassertalsperren – Obernautalsperre und Breitenbachtalsperre – vor rund fünf Jahrzehnten gebaut wurden. Die Wahrscheinlichkeit von Ausfallzeiten für Revisionen und Reparaturen steigt stetig. Die beiden Talsperren mit einem Volumen von rund 16 Mio. m³ Wasser sichern die Trinkwasserbereitstellung im Versorgungsgebiet des Wasserverbandes Siegen-Wittgenstein ohnehin nicht alleine. Das Grundwasserwerk Siegtal trägt auch heute schon mit jährlich bis zu 2 Mio. m³ Wasser zur Wasserversorgung bei. Der Wasserverband betriebt außerdem weitere Gewinnungsanlagen in Bad Berleburg, Bad Laasphe, Siegen, Burbach, Erndtebrück und Wilnsdorf, die alle zusammen im Verbund aber einen möglichen Ausfall einer der beiden Talsperren nicht ausgleichen könnten.

Entscheidung zugunsten des Truftetals erwartet

Die Überlegungen für eine dritte Trinkwassertalsperre sind nicht zuletzt deswegen schon einige Jahrzehnte alt, werden nun aber zu einem aktuellen Diskussionsthema. Der Kreistag des Kreises Siegen-Wittgenstein wird sich voraussichtlich in seiner Sitzung am 10. Juni 2022 mit den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie befassen und eventuell in Richtung des Wasserverbandes eine Empfehlung zur weiteren Vorgehensweise beschließen. Dabei wird es nicht nur um das „Ob“, sondern auch um das „Wo“ gehen. Die Experten von Tractebel hatten und haben nämlich auch den Auftrag, die zwei seit rund drei Jahrzehnten von der Landesentwicklungsplanung und von der Regionalplanung präferierten Standorte für eine dritte Talsperre zu vergleichen. Hierbei handelt es sich um das Elberndorftal auf dem Gebiet der Gemeinde Erndtebrück und der Stadt Hilchenbach und um das Truftetal auf dem Gebiet der Stadt Bad Berleburg. Nach den jetzt vorgestellten Erkenntnissen werden die Standortüberlegungen deutlich zugunsten des Truftetals ausfallen – maßgeblich, weil das Wasserdargebot und die Einstaumöglichkeiten im Elberndorftal nicht ausreichen, um die gewünschte Menge Trinkwasser vorzuhalten.