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Neue Talsperre für Trinkwasserversorgung notwendig
Entscheidung zugunsten des Truftetals getroffen 

Für eine langfristige Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Siegen-Wittgenstein erscheint der Bau einer weiteren Trinkwassertalsperre nicht nur sinnvoll, sondern notwendig.

Für eine langfristige Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Siegen-Wittgenstein ist der Bau einer weiteren Trinkwassertalsperre nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Zu diesem Ergebnis ist die Machbarkeitsstudie gekommen, die im Auftrag des Kreises Siegen-Wittgenstein von der Tractebel Hydroprojekt GmbH erarbeitet wurde. Im Vergleich der bislang im Landesentwicklungsplan und im Regionalplan für eine solche Nutzung vorgesehenen Standorte werden deutliche Vorteile für das Truftetal im Gebiet der Stadt Bad Berleburg gesehen.

Der Kreistag hat sich jetzt in seiner Sitzung am 10. Juni 2022 mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, dass – neben den bestehenden Talsperren "Obernau" und "Breitenbach"  im "Truftetal" bei Bad Berleburg eine dritte Trinkwassertalsperre für Siegen-Wittgenstein entstehen soll. Damit einher geht unter anderem die Empfehlung an den Wasserverband Siegen-Wittgenstein, zeitnah mit den Vorbereitungen für die Planungen einer dritten Trinkwassertalsperre an diesem Vorzugsstandort zu beginnen. 

„Bereits heute machen sich die Folgen des Klimawandels, wie z.B. extreme Hitze,Trockenheit und weniger Niederschlag, auch in unserem Kreis bemerkbar. Mit dem „Ja“ zur dritten Trinkwassertalsperre wurde eine wichtige Entscheidung für kommende Generationen getroffen. So entsteht in der Zukunft ein weiteres Wasserreservoir, um die Trinkwasserversorgung unserer Region zu sichern“, sagt Landrat Andreas Müller.

Hintergrund 

Ein Vertreter der Tractebel GmbH machte im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft des Kreises deutlich, dass trotz einer voraussichtlich weiter abnehmenden Bevölkerungszahl ein ungünstigeres Verhältnis zwischen natürlichem Wasserdargebot und Wasserbedarf zu erwarten ist. Grund dafür sind unter anderem auch die Veränderung der klimatischen Rahmenbedingungen wie geringere Niederschlagsmengen im Jahresverlauf und größere Verdunstung an Trinkwasserspeichern.

Dazu kommt, dass die beiden vorhandenen Trinkwassertalsperren – Obernautalsperre und Breitenbachtalsperre – vor rund fünf Jahrzehnten gebaut wurden. Die Wahrscheinlichkeit von Ausfallzeiten für Revisionen und Reparaturen steigt stetig. Die beiden Talsperren mit einem Volumen von rund 16 Mio. m³ Wasser sichern die Trinkwasserbereitstellung im Versorgungsgebiet des Wasserverbandes Siegen-Wittgenstein ohnehin nicht alleine. Das Grundwasserwerk Siegtal trägt auch heute schon mit jährlich bis zu 2 Mio. m³ Wasser zur Wasserversorgung bei. Der Wasserverband betreibt außerdem weitere Gewinnungsanlagen in Bad Berleburg, Bad Laasphe, Siegen, Burbach, Erndtebrück und Wilnsdorf, die alle zusammen im Verbund aber einen möglichen Ausfall einer der beiden Talsperren nicht ausgleichen könnten.