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Aktuelle Informationen zur Blauzungenkrankheit in Siegen-Wittgenstein

Nach dem Ausbruch von Blauzungenkrankheit des Serotyps 8 (BTV 8) in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben in Baden-Württemberg wurde am 18. Januar 2019 auch ein Fall in einem Betrieb im Landkreis Bad Kreuznach bekannt. In einer daraufhin eingerichteten 150-Kilometer-Restriktionszone rund um den betroffenen Betrieb liegt auch der Kreis Siegen-Wittgenstein (s. Karte unten).

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen hat den Kreis Siegen-Wittgenstein am 22. Januar 2019 angewiesen, das gesamte Kreisgebiet zum Sperrgebiet zu erklären.


Transportrichtlinien

Für den Transport von empfänglichen Tieren (alle Wiederkäuerarten wie Rinder, Schafe, Ziegen, Kameliden, Zoowiederkäuer oder Wildwiederkäuer in Gehegen) aus dem Sperrgebiet in BTV-freie Regionen in Deutschland müssen bestimmte Bedingungen erfüllt werden, die hier zusammengefasst sind:

1. Geimpfte Tiere ab einem Alter von drei Monaten

  • Grundimmunisierung nach Angaben des Impfstoffherstellers gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT
  • Wiederholungsimpfungen gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT wurden jeweils innerhalb von einem Jahr durchgeführt*
  • Einhaltung von mind. 60 Tagen Wartezeit nach Abschluss der Grundimmunisierung vor dem Verbringen
  • Bestätigung dieser Voraussetzungen für Schafe/Ziegen durch den Tierhalter durch „Tierhaltererklärung Schaf/Ziege“

2. Geimpfte Tiere ab einem Alter von drei Monaten

  • Grundimmunisierung nach Angaben des Impfstoffherstellers gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT
  • Nach 35 Tagen Wartezeit nach Abschluss der Grundimmunisierung negative virologische Untersuchung der zu verbringenden Tiere mittels PCR (aus EDTA-Blut)
  • Bestätigung dieser Voraussetzungen für Schafe/Ziegen durch den Tierhalter durch „Tierhaltererklärung Schaf/Ziege“

3. Kälber bis zum Alter von drei Monaten von vor der Belegung geimpften Kühen mit Biestmilchverabreichung

  • Grundimmunisierung des Muttertieres nach Angaben des Impfstoffherstellers gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT, wobei die zweite Impfung der Grundimmunisierung mindestens 300 Tage vor der Geburt des Kalbes erfolgt sein muss
  • Wiederholungsimpfungen gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT wurden jeweils innerhalb von einem Jahr durchgeführt*
  • Das Kalb muss unmittelbar nach der Geburt die Biestmilch des eigenen Muttertieres erhalten haben
  • Bestätigung dieser Voraussetzungen durch den Tierhalter durch „Tierhaltererklärung Kälber – Grundimmunisierung vor Belegung“

4. Kälber bis zum Alter von drei Monaten von während der Trächtigkeit geimpften Kühen mit Biestmilch-verabreichung

  • Grundimmunisierung des Muttertieres während der Trächtigkeit nach Angaben des Impfstoffherstellers gegen BTV-8 mit Eintragung in HIT, wobei die zweite Impfung der Grundimmunisierung mindestens 28 Tage vor der Geburt des Kalbes erfolgt sein muss
  • Das Kalb muss unmittelbar nach der Geburt die Biestmilch des eigenen Muttertieres erhalten
  • negative Untersuchung des Kalbes auf BTV-8 mittels PCR (aus EDTA-Blut) innerhalb von 14 Tagen vor dem Verbringen; Eintragung des Untersuchungsergebnisses in HIT
  • Bestätigung dieser Voraussetzungen durch den Tierhalter durch „Tierhaltererklärung Kälber – Grundimmunisierung während Trächtigkeit“

5. Schlachttiere ohne gültigen Impfschutz

  • Tiere werden ausschließlich zum Schlachten verbracht
  • Bestätigung des Freiseins von Anzeichen der Blauzungenkrankheit durch den Tierhalter mittels „Tierhaltererklärung Schlachttiere“, die dem amtlichen Tierarzt am Schlachthof zu übergeben ist

*Der wirksame Impfschutz wird aufrechterhalten, wenn die Wiederholungsimpfungen in dem vom Impfstoffhersteller angegebenen Abstand durchgeführt werden bzw. der vom Impfstoffhersteller angegebene Abstand um maximal drei Monate überschritten wird.

Hinweise zu den Tierhaltererklärungen:

Die ausgefüllte Tierhaltererklärung muss das Tier/die Tiere während des Transportes begleiten und ist bei Schlachttieren bei der Ankunft des Tieres/der Tiere am Schlachthof des amtlichen Tierarzt sowie bei Zucht- und Nutztieren dem Tierhalter am Bestimmungsort zu übergeben und von diesem mindestens fünf Jahre aufzubewahren.

Für das Verbringen von empfänglichen Tieren müssen bestimmte Erklärungen ausgefüllt werden, diese "Tierhaltererklärungen" können als pdf im Kasten in der Randspalte heruntergeladen werden.

Das Verbringen von empfänglichen Tieren innerhalb des Sperrgebietes ist in Art. 7 Abs. 1 VO (EG) Nr. 1266/2007 geregelt. Zur Umsetzung dieser Bestimmung kann die in dem Kasten rechts ausgefüllte "Tierhaltererklärung innerhalb Sperrgebiet" verwendet werden. Der Tierhalter des Herkunftsbestandes bescheinigt, dass das/die zu verbringende/n Tier/e frei von Anzeichen der Blauzungenkrankheit ist/sind.

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