Bürgerbeteiligung Nationalpark Rothaarkamm
Bisher rund 370 Fragen zu sechs Schwerpunktthemen eingegangen
Rund 370 Fragen wurden bisher im Rahmen der Bürgerbeteiligung zu einem möglichen Nationalpark Rothaarkamm eingereicht. Die Antworten von Expertenteams werden unter www.siegen-wittgenstein.de/nationalpark veröffentlicht.
Rund 370 Fragen wurden bisher im Rahmen der Bürgerbeteiligung zu einem möglichen Nationalpark Rothaarkamm eingereicht: „Ich freue mich ganz außerordentlich über diese großartige Beteiligung – und was mich noch viel mehr freut: Die allermeisten Fragen sind sachlich fundiert und zeigen ein echtes Interesse an dem Nationalparkprozess“, bilanziert Landrat Andreas Müller. Darüber hinaus gab es aber auch weitere Mails, die an nationalpark@siegen-wittgenstein.de gerichtet wurden: „Auffällig ist, dass uns gerade in den letzten Tagen vermehrt Mails von Bürgerinnen und Bürgern erreichen, die gar keine Frage stellen möchten, sondern einfach ihre Unterstützung für einen Nationalpark deutlich machen“, so der Landrat.
Im Kern lassen sich die rund 370 Einzelfragen auf sechs zentrale Leitfragen reduzieren, fasst Landrat Müller die Auswertung der eingereichten Fragen zusammen: „Was verändert sich für mich persönlich? Welche Auswirkungen hat ein Nationalpark auf die Entwicklung unserer Region? Wer trägt die Kosten? Wie verändert sich der Wald? Wer entscheidet über den Nationalpark und wie können wir uns einbringen? Und schließlich: Welchen langfristigen Nutzen hätte ein Nationalpark für Siegen-Wittgenstein?“
Bei der persönlichen Betroffenheit geht es um die Nutzung der Flächen in einem möglichen Nationalpark. Was würde sich auf dem Rothaarkamm ändern? Etwa für Forstwirtschaft, Jagd, Landwirtschaft. Aber auch bei Freizeitaktivitäten, für Reiter, Radfahrer oder Wanderer. Rund ein Viertel aller Fragen lässt sich diesem Themenfeld zuordnen. „Dahinter steht das nachvollziehbare Bedürfnis zu erfahren, was sich durch einen Nationalpark tatsächlich ändern würde, was auch künftig möglich bleibt oder sogar neu möglich sein wird“, so der Landrat.
Ebenfalls von großer Bedeutung sind die Auswirkungen auf die Entwicklung der Region. Zahlreiche Fragen beschäftigen sich mit der Zukunft von Städten und Gemeinden, Infrastruktur und Verkehr, insbesondere mit der Route 57, der Siedlungsentwicklung sowie den Entwicklungsmöglichkeiten für Wirtschaft und Gewerbe. Hinzu kommen Fragen zu den wirtschaftlichen Chancen eines Nationalparks, etwa für Tourismus, Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung oder die Attraktivität des Standorts Siegen-Wittgenstein. Zusammen machen diese Themen ebenfalls rund ein Viertel aller Fragen aus.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Finanzierung. Viele Bürgerinnen und Bürger möchten wissen, wer die Kosten eines Nationalparks trägt, welche finanziellen Folgen für Land, Kreis und Kommunen entstehen und welche Fördermittel in die Region fließen könnten. Ebenso häufig wird nach den Auswirkungen auf die natürliche Entwicklung der Wälder gefragt. Themen wie Prozessschutz, Waldumbau, Artenvielfalt, Totholz oder Klimaschutz zeigen, dass der Wald in der Region nicht nur als Naturraum, sondern zugleich als Wirtschafts-, Erholungs- und Kulturraum wahrgenommen wird.
Großes Interesse besteht darüber hinaus am Verfahren selbst. Viele Fragen befassen sich mit der Rolle von Kreistag, Kommunen und Land Nordrhein-Westfalen sowie mit den Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung. „Dies verdeutlicht, dass neben den fachlichen Inhalten insbesondere ein transparenter, nachvollziehbarer und ergebnisoffener Entscheidungsprozess erwartet wird“, so der Landrat. „Genau darauf haben wir von Anfang an auch großen Wert gelegt. Deshalb haben wir u.a. diesen Beteiligungsprozess gestartet und die Antworten von Expertenteams auf die eingereichten Fragen unter www.siegen-wittgenstein.de/nationalpark veröffentlicht. Hier kann sich jeder selbst umfassend informieren und die Ergebnisse der Expertengruppen zu den Themen, die ihn persönlich interessieren, nachlesen.“
Zugleich lädt der Landrat dazu ein, sich noch in die Bürgerbeteiligung einzubringen: „Sollten Sie noch Fragen haben, die bisher noch nicht auf unserer Homepage beantwortet werden, können Sie diese gerne noch an uns richten – am besten per Mail an nationalpark@siegen-wittgenstein.de.“