Jetzt Fragen an Expertenteams stellen
Kreis startet Bürgerbeteiligung zum möglichen Nationalpark
Landrat Andreas Müller startet jetzt einen Beteiligungsprozess, bei dem alle Interessierten Ihre Fragen rund um einen Nationalpark „Rothaarkamm“ zwischen Hilchenbach-Lützel und Netphen-Hainchen per Mail an nationalpark@siegen-wittgenstein.de senden können. Diese werden dann von Expertenteams beantwortet.
Kann in Siegen-Wittgenstein der zweite Nationalpark in NRW entstehen? Welche neuen Möglichkeiten bietet ein Nationalpark der Region, welche Herausforderungen müssen bedacht werden? Und was wiegt ggf. am Ende schwerer: Chancen oder Risiken? Mit diesen Fragen wird sich die Region in den kommenden Monaten erneut beschäftigen, das hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.
Landrat Andreas Müller startet jetzt einen Beteiligungsprozess, bei dem alle Interessierten Ihre Fragen rund um einen Nationalpark „Rothaarkamm“ zwischen Hilchenbach-Lützel und Netphen-Hainchen per Mail an nationalpark@siegen-wittgenstein.de senden können. Diese werden dann von Expertenteams beantwortet und in der zweiten Jahreshälfte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: „Auf diesem Weg wollen wir eine fundierte Grundlage für eine Entscheidung pro oder contra Nationalpark schaffen, die über gefühlte Wahrheiten hinausgeht und stattdessen auf belastbaren Fakten basiert“, sagt Landrat Andreas Müller.
„Siegen-Wittgenstein ist seit 2.500 Jahren Industrieregion und zugleich waldreichster Kreis Deutschlands. Wir haben in unserer Geschichte vorgelebt, dass wirtschaftlicher Erfolg und Bewahrung unserer herausragenden Natur keine Gegensätze, sondern wunderbar miteinander vereinbar sind. Das wird aus meiner Sicht auch durch einen Nationalpark nicht in Frage gestellt“, ist Landrat Andreas Müller überzeugt: „Im Gegenteil: Neben unserer starken Industrie könnte ein Nationalpark ein weiteres wirtschaftliches Standbein für die Region werden, nämlich im Tourismus. Andere Nationalparke zeigen das, wie z.B. nur wenige Kilometer von uns die Eder abwärts der Nationalpark Kellerwald oder auch der Nationalpark Eifel.“
2024 hatte sich der Kreistag schon einmal mit der Frage beschäftigt, ob Siegen-Wittgenstein sich im Rahmen eines Aufrufs des Landes um die Einrichtung eines Nationalparks bemühen soll. Eine Mehrheit der Kreistagsmitglieder hat sich damals dagegen entschieden, vor allem, weil der Zeitraum, in dem die Entscheidung fallen sollte, als viel zu knapp angesehen wurde.
Gleichzeitig wurde die Kreisverwaltung beauftragt, sich ohne den damaligen Zeitdruck noch einmal mit wesentlichen Fragen rund um einen Nationalpark zu beschäftigen. Das ist in den vergangenen zwei Jahren geschehen. Im Lichte der gewonnenen Erkenntnisse hatte der Landrat dem Kreistag in seiner März-Sitzung vorgeschlagen, erneut zu prüfen, ob ein Nationalpark für die Region ein Gewinn sein könnte. Das wurde von einer Mehrheit der Kreistagsmitglieder so gesehen und entsprechend unterstützt.
Unabhängig davon ist der Landrat aber auch überzeugt, dass die Errichtung eines Nationalparks nur dann in Frage kommt, wenn er von vielen Menschen in Siegen-Wittgenstein mitgetragen wird. Deshalb lädt Andreas Müller alle ein, ihre Fragen rund um einen möglichen Nationalpark Rothaarkamm per Mail an nationalpark@siegen-wittgenstein.de zu richten. Aufgerufen sind nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Interessengruppen, Vereine oder Verbände. Expertenteams mit Fachleuten des Landes, des Kreises und weiterer Institutionen werden die gestellten Fragen aufarbeiten und die Antworten öffentlich machen.
„Einige der Fragen, die mir immer wieder begegnen, sind z.B. ob die Route 57 noch gebaut werden kann, wenn der Nationalpark kommt, ob in einem Nationalpark neue Windräder errichtet werden dürfen, welche touristischen Angebote in einem Nationalpark überhaupt denkbar sind oder ob die Wälder dann gar nicht mehr betreten werden dürfen“, so der Landrat: „Auf diese Fragen wollen wir verbindliche Antworten geben, bevor eine Entscheidung pro oder contra Nationalpark getroffen wird“, unterstreicht Andreas Müller. Deshalb lädt er alle Siegerländer und Wittgensteiner ein, ihre Fragen an die Experten zu richten, nicht nur die Menschen in den Orten, die direkt am Rothaarkamm liegen. „Denn am Ende wäre ein Nationalpark ein Projekt des gesamten Kreises und deshalb sollten sich auch alle mit einbringen können“, so der Landrat.