Inhalt
Datum: 11.10.2019

„Der Depressionist“ berührte sehr
Lesung und Gespräch mit Markus Bock bei der Mut-Tour

Markus Bock erzählt offen, ehrlich und schonungslos aus seinem Leben. Einem Leben mit Depressionen. Mit Höhen und Tiefen. Einem Leben aus Notlügen, Scham, aber auch unbezahlbaren Momenten des Glücks. Zumindest einem. 35 Gäste verfolgten den Auftritt von Markus Bock im Chaiselongue der Reselve gGmbH. In der urigen ehemaligen Kneipe in Siegen trafen sich 35 Interessierte, Betroffene und Angehörige, um die Lesung und das Gespräch von und mit Markus Bock zu verfolgen. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Mut-Tour statt.

Markus Bock erzählt offen, ehrlich und schonungslos aus seinem Leben. Einem Leben mit Depressionen. Mit Höhen und Tiefen. Einem Leben aus Notlügen, Scham, aber auch unbezahlbaren Momenten des Glücks. Zumindest einem. 35 Gäste verfolgten den Auftritt von Markus Bock im Chaiselongue der Reselve gGmbH. In der urigen ehemaligen Kneipe in Siegen, die die Reselve gGmbH inzwischen übernommen und renoviert hat, trafen sich 35 Interessierte, Betroffene und Angehörige, um die Lesung und das Gespräch von und mit Markus Bock zu verfolgen. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Mut-Tour statt, die das Bündnis gegen Depression Olpe-Siegen-Wittgenstein jährliche im Herbst veranstaltet.

Seine Depression begann Markus Bock in seinem Blog „Herr Bock//Depressionist“ unter www.verbockt.com zu verarbeiten. Damit erreicht er Betroffene und Interessierte, die er mit seiner besonderen Schreibweise in seinen Bann zieht und mit einer gekonnten Prise Selbstironie an ein Thema heranführt, das sonst oft nur schwer zu (er)tragen ist: „Ich kann meinen rechten Daumen aus- und wieder einrenken. (...) Ich kann zu jeder Tageszeit Kaffee trinken, ich hasse Tee. (...) Ich langweile mich manchmal sehr schnell. Ich leide seit Jahren unter Depressionen. Ich liebe mich nicht. Ich hasse mich nicht. Ich bin mir relativ egal, meistens. Ich vergesse manchmal, mir meine Zähne zu putzen und schäme mich dann den Rest des Tages dafür. Ich weiß nicht, wie man ein Baumhaus baut. Ich singe gern unter der Dusche und beim Autofahren, aber nur wenn ich allein bin. Ich bin perfekt in Selbstkritik und Abwertung meiner Leistung.“

Und genau mit diesen Worten begann Markus Bock auch seine Lesung in Siegen. Dann wiederum berichtet er frei und offen vor den Zuhörern über sein Leben, dessen Verlauf, die Stolpersteinen, seine Ressourcen, Tricks und Fähigkeiten, seine Notlösungen, sein Dilemma und seine – zum Teil auch verpassten – Chancen.

Die durch seine besondere Erzählweise entstehenden rasanten Stimmungswechsel machten die Lesung so besonders und lebendig. Lachten die Zuhörer noch über die gesprochenen Worte, folgte schon der nächste Satz, der die Teilnehmer oft schonungslos ins Hier und Jetzt der Depression zurückholte. Markus Bock gelang es, dem Publikum zu verdeutlichen, wie sich eine Depression anfühlen kann. Mit allen Konsequenzen, mal mit guten Zeiten, mal nahe am Abgrund stehend.

Mit viel Feingefühl für seine Gegenüber gelang es Markus Bock während des anschließenden Publikumsgesprächs eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der persönliche Fragen ohne Scham gestellt und beantwortet werden konnten.

„Eine beeindruckende Begegnung“, so ein Teilnehmer, der sich wie viele andere tief beeindruckt zeigt.