Arbeitsmöglichkeiten für Geflüchtete:
Infoveranstaltung stieß auf großen Anklang
Wie können Geflüchtete eine Arbeit finden? Und wie können Ehrenamtliche ihnen dabei helfen? Um diese Fragen ging es jetzt bei einem Infoabend, den das Kommunale Integrationszentrum des Kreises mit weiteren Kooperationspartnern organisiert hatte.
Wie können Geflüchtete eine Arbeit finden? Welche rechtlichen Voraussetzungen brauchen sie, um eine Beschäftigung aufzunehmen? Und wie können Ehrenamtliche ihnen dabei helfen? Um diese Fragen ging es jetzt bei einem Infoabend in Hilchenbach. Das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Siegen-Wittgenstein und die Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte sowie der Fachbereich Schulen und Soziales der Stadt Hilchenbach hatten dazu gemeinsam mit der MOZAIK gGmbh eingeladen.
24 Ehrenamtliche waren in die ehemalige Hauptschule in Hilchenbach, den Ankommenstreffpunkt der Flüchtlingsunterkunft, gekommen, um sich über die Arbeit mit Geflüchteten zu informieren und auszutauschen. Dabei stand die Frage der Arbeitsmarktintegration im Mittelpunkt. „Bei mir fragt fast jeden Tag jemand: Ich möchte arbeiten, was muss ich tun?“, erzählte ein Ehrenamtlicher.
Auch auf die eigenen Grenzen achten
Referentin Makbule Çevik von der MOZAIK gGmbh informierte über die Bedeutung des Aufenthaltsstatus, die verschiedenen Arten der Beschäftigungen sowie über Fördermöglichkeiten für Geflüchtete. „Die Bereitschaft von Unternehmen Geflüchtete einzustellen ist hoch. Die Probleme, die auftreten, sind oft andere – Sprachkenntnisse oder auch das Verständnis für Arbeit und Zuverlässigkeit, das Arbeitgeber verlangen. Am besten gibt es jemanden, der die Geflüchteten hierbei begleitet“, unterstrich Makbule Çevik. Dass man trotz aller Unterstützung aber auch auf die eigenen „Grenzen“ achten sollte, erfuhren die Ehrenamtlichen im zweiten Teil der Veranstaltung.
Dabei ging es um den Umgang mit Traumafolgestörungen bei Geflüchteten. Natürlich solle man als Ehrenamtlicher ein offenes Ohr haben, so Çevik, aber „als Ehrenamtlicher ist es sehr wichtig, sich selbst auch zu schützen und sich zu fragen: Inwieweit kann ich Hilfeleistung geben? Da muss man sich die persönlichen Grenzen gut bewusst machen. Auch in der Entscheidung, wieviel Zeit man investieren kann.“
Die Veranstaltung war Teil des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung“, das die Integration von geflüchteten Erwachsenen auf den Arbeitsmarkt verbessern will. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Europäischen Sozialfonds gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und die Bundesagentur für Arbeit.
Zum IQ NRW Teilprojekt: „Niedrigschwellige Begleitung zur beruflichen Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung durch Ehrenamtliche aus Migrantencommunities in NRW“
Im IQ NRW Teilprojekt führen derzeit 83 Ehrenamtliche mit 36 unterschiedlichen Herkunftssprachen aus ca. 50 verschiedenen Migrantenorganisationen eine niedrigschwellige Begleitung zu Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung in 10 Regionen in NRW durch. Das Ziel ist es Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen zu unterstützen, um eine volle Gleichwertigkeit mit einem deutschen Berufsabschluss zu erreichen. Die Ehrenamtlichen wurden im vorangegangenen IQ NRW Teilprojekt zu Anerkennungsbegleiter qualifiziert. Dadurch sind die ehrenamtlichen Anerkennungsbegleiter befähigt, niedrigschwellige zweisprachige Verweis- und Begleittätigkeiten für Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen zu Fragen der Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse anzubieten und sie zu zuständigen Einrichtungen zu begleiten. Mehrere Qualifizierungsmodule wurden angeboten. Die Module behandelten unter anderem folgende Themen:
- Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) (als Teil des sog. Anerkennungsgesetzes)
- Zuständigkeiten und Unterstützungsmöglichkeiten von Regeleinrichtungen für die Anerkennung
- Kooperationen und Vorgehensweisen im Rahmen des Anerkennungsverfahrens
- Berufliche Qualifizierungsmaßnahmen im Kontext der Anerkennungsgesetze
- Strategien zur Erkennung und Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung
- Mehrsprachigkeit bei der Öffentlichkeitsarbeit der eigenen Organisation
- Öffentlichkeitsarbeit in bzw. mit (Migranten)Medienunternehmen
Ziele des IQ NRW Teilprojekts 2016-2018 sind:
- Landesweite Koordination von ca. 40-60 zweisprachigen (Deutsch/Herkunftssprache) ehrenamtlichen Anerkennungsbegleiter aus unterschiedlichen Migrantenorganisationen/-communities in den Landesarbeitsmarktregionen in NRW.
- Niedrigschwellige Begleitung u.a. zu beruflichen Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungsstellen durch ehrenamtliche Begleiter aus Migrantencommunities
- Regionaler Austausch und Kooperation mit Akteuren der im Bereich der beruflichen Anerkennung tätigen und zuständigen Stellen in NRW.
Um die Verbindlichkeit der Anerkennungs- und Qualifizierungsbegleitung zu gewährleisten und für die entstandenen Aufwendungen im Anerkennungs- und Qualifizierungsverfahren, erhalten die Anerkennungsbegleiter eine Aufwandsentschädigung als Vergütung.
Das IQ NRW Teilprojekt wird landesweit von der MOZAIK gGmbH im Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2018 begleitet und koordiniert.