Inhalt

Infoveranstaltung und Exkursion der Biologischen Station am 2. und 4. Juli

Um Interessierten die Möglichkeit zu geben, die besondere Naturausstattung und ökologische Bedeutung des Rothaarkamms näher kennenzulernen, lädt die Biologische Station Siegen-Wittgenstein zu einem Vortrag am Donnerstag, 2. Juli 2026, um 17 Uhr in die Aula des Berufskollegs Technik sowie zu einer geführten Exkursion am Samstag, 4. Juli 2026, von 10 bis etwa 14 Uhr in die Nationalpark-Kulisse Rothaarkamm ein. Treffpunkt der Exkursion ist der Wanderparkplatz Forsthaus Hohenroth. Die Veranstaltungen werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein gestaltet, darunter Sabine Portig, Michael Frede und Jasmin Mantilla-Contreras.

Die Veranstaltungen sind kostenlos – eine Anmeldung ist nur für die Exkursion nötig. Interessierte nutzen bitte das Anmeldeformular unter https://biostation-siwi.de/veranstaltungen oder melden sich telefonisch an unter 02732 767734-0.

Unter dem Titel „Die Nationalpark-Kulisse Rothaarkamm – Lebensräume, Artenvielfalt und naturräumliche Besonderheiten“ gibt der Vortrag Einblicke in die vielfältigen Lebensräume und schutzwürdigen Biotope des Gebietes. Neben naturnahen Buchen- und Bergmischwäldern wird die Bedeutung insbesondere alter Wälder mit hohem Totholzanteil für die biologische Vielfalt erläutert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der engen Verbindung von Wald und Wasser: Quellbereiche, Bäche und Feuchtlebensräume prägen die Landschaft und schaffen wichtige Lebensräume für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus gibt der Vortrag einen Überblick über bestehende Schutzgebiete und stellt ausgewählte Arten vor, die die ökologische Bedeutung des Gebietes verdeutlichen.

Die geführte Exkursion ermöglicht es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ausgewählte Lebensräume und Besonderheiten des Rothaarkamms direkt vor Ort kennenzulernen. Erstes Ziel ist das Obere Edertal, eine bedeutende Wasserscheide, an der Eder, Lahn und Sieg entspringen. Zahlreiche naturnahe Quellbäche prägen die Landschaft und bieten spezialisierten Tierarten Lebensraum. In den klaren Gewässern kommen unter anderem Bachneunauge und Groppe vor. Die renaturierte Ederquelle sowie angrenzende Moor- und Bruchwälder mit Wollgräsern, Farnen und dem seltenen Siebenstern verdeutlichen die enge Verbindung von Wasser- und Waldökosystemen.

Zweiter Exkursionspunkt ist die Ginsberger Heide südöstlich von Hilchenbach. Die offene Hochfläche auf rund 600 Metern Höhe vereint Moore, Heiden, Magerrasen und strukturreiche Wälder mit hohem Totholzanteil. Auf den vermoorten Standorten wachsen Torfmoose und seltene Arten wie Schmalblättriges und Scheidiges Wollgras, während in trockeneren Bereichen Borstgrasrasen dominieren. Die Heide ist zudem Lebensraum charakteristischer Vogelarten wie Neuntöter, Rotmilan, Schwarzspecht und mit etwas Glück auch des seltenen Schwarzstorchs.