Informationen zu MPX-Viren ("Affenpocken")
Weltweit sind, Stand 23. August 2022, über 42.000 Fälle von Affenpocken gemeldet worden. Hier finden Sie wichtige Informationen und weiterführende Links zu dieser Krankheit.
Was ist das Affenpocken-Virus?
„Affenpocken sind eine seltene, vermutlich vor allem von Nagetieren auf den Menschen übertragene Viruserkrankung. Übertragungen von Mensch-zu-Mensch sind nach aktuellen Erkenntnissen selten, aber möglich, vor allem bei engem Kontakt“ schreibt das Robert-Koch-Institut auf seiner Website.
Weitere Informationen
Wie bzw. wo kann ich mich gegen Affenpocken impfen lassen?
Es ist ein Impfstoff des Herstellers Bavarian Nordic mit dem Namen IMVANEX (EU-Name) bzw. JYNNEOS ® (Bezeichnung in den USA) verfügbar. Der Impfstoff ist für die Immunisierung gegen Affenpocken seit dem 25. Juli 2022 durch die EMA in Europa zugelassen.
In Deutschland wird die Verteilung des Impfstoffes durch die Bundesländer organisiert. In NRW wurden bisher Impfdosen vor allem an die HIV-/Infektionsambulanzen an den Universitätskliniken und HIV/STI-Schwerpunktpraxen geliefert. Eine Liste veröffentlicht das Land NRW.
Das Gesundheitsamt Siegen-Wittgenstein hat, anders als umliegende Ämter in anderen Bundesländern, bisher keinen Impfstoff erhalten; dies ist auch zurzeit nicht geplant.
Wenden Sie sich bei Fragen zur Verfügbarkeit einer Impfung daher bitte an die oben verlinkten Ansprechpartner.
Wie wird das Affenpocke-Virus übertragen?
Die Übertragung des Affenpocken-Virus erfolgt vor allem durch engen Kontakt zu bereits infizierten Personen, z.B.
- engen Haut-zu-Haut-Kontakt beim Sex oder bei engem Umarmen, Massieren und Küssen mit einer infizierten Person, insbesondere auch bei Kontakt mit dem Ausschlag, den Wunden oder dem Schorf einer Person mit Affenpocken
- Kontakt mit Objekten, die beim Sex benutzt wurden (z.B. Sexspielzeug)
- Kontakt mit Stoffen (z.B. Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher) und Oberflächen, die von einer Person mit Affenpocken benutzt oder berührt wurden
- Tröpfchen-Übertragung bei Unterhaltungen mit einer Person, die sich in der unmittelbaren Nähe (innerhalb 1m von einem bestätigten Fall ohne entsprechenden Schutz, z.B. Maske) befindet
- enger Kontakt zu infizierten Tieren oder Verzehr deren Fleisch (bisher vor allem in Afrika beobachtet)
Woran erkenne ich Affenpocken? Welche Symptome habe ich?
Erste Symptome treten meist 5 bis 21 Tage nach dem Kontakt mit dem Virus auf.
- teils sehr schmerzhafte Hautveränderungen (Pickel, Blasen, Ausschlag) im Genital-oder Analbereich, an den Händen, Füßen, der Brust und dem Gesicht oder im Mund
- Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen
- geschwollene Lymphknoten
- Frösteln oder Abgeschlagenheit
Die Hautveränderungen werden nach einiger Zeit eitrig, verschorfen und heilen schließlich ab. Sowohl der Eiter als auch der Schorf sind hochinfektiös und können, wenn andere Personen hiermit in Kontakt kommen, das Virus übertragen.
Einige Menschen haben jedoch auch keine Beschwerden.
Was mache ich, wenn ich den Verdacht habe, mich infiziert zu haben?
Wenn Sie sich krank fühlen, achten Sie auf Wunden oder Ausschläge am Körper, einschließlich der Genitalien und des Anus. Diese können, vor allem am Beginn der Erkrankung, ähnlich wie eingewachsene Haare oder Pickel aussehen. Beobachten Sie diese Auffälligkeiten, bei Veränderungen oder Schmerzen gehen Sie zur Ärztin/zum Arzt!
Verzichten Sie auf Sex und sehr enge Kontakte (Tröpfcheninfektion!) und gehen Sie zur Ärztin/zum Arzt (Hausarzt/Hausärztin, HIV-Schwerpunktpraxis, Hautarztpraxis oder HIV/STI-Beratungsstellen der Gesundheitsämter). Informieren Sie die Praxis vorher telefonisch über Ihren Verdacht.
Wie kann ich mich schützen?
Affenpocken sind sehr leicht übertragbar. Mit folgenden Maßnahmen können Sie das Risiko verringern, an Affenpocken zu erkranken:
- Reduzieren Sie die Anzahl der Sexpartnerinnen und Partner.
- Benutzen Sie Kondome bei Sex. Diese verringern das Übertragungsrisiko, indem sie den direkten Kontakt mit den veränderten Schleimhäuten, besonders Anus und Vagina verhindern.
- Seien Sie bei Ihren Sexpartnern aufmerksam: Wenn Sie beispielsweise Hautveränderungen erkennen, vermeiden Sie den Kontakt. Berühren Sie keine Ausschläge oder Wunden.
- Aufgrund des engen Kontaktes ist bei sexuellem Kontakten ist die Wahrscheinlichkeit der Übertragung von Affenpocken deutlich erhöht.
- Festivals, Partys, Veranstaltungen oder Clubs, bei/in denen wenig Kleidung getragen wird und es häufig zu direktem Hautkontakt kommt, bergen ein erhöhtes Risiko.
Was kann ich machen, wenn ich oder mein Partner/meine Partnerin infiziert sind?
- Achten Sie auf gute Händehygiene. Waschen Sie Ihre Hände mit Seife und Wasser.
- Isolieren Sie sich und vermeiden Sie allen engen Kontakt zu anderen Personen, bis Schorf und Krusten vollständig abheilen bzw. abfallen und keine neuen Läsionen auftreten – jedoch mindestens für 21 Tage.
- Achten Sie auf Symptome und kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Haut – auch an Stellen, die selbst nicht so einfach einsehbar sind.
- Vermeiden Sie Kontakt zu Haustieren – vor allem Nagetieren-, da auch diese sich möglicherweise mit dem Erreger infizieren können.
- Reinigen Sie Bettwäsche, Handtücher und andere Textilien, mit denen die infizierte Person in Kontakt gekommen ist! Achten Sie hier darauf, dass Sie ein Vollwaschprogramm bei mind. 60° C nutzen!
Ich hatte Kontakt zu einer Person, bei der Affenpocken nachgewiesen worden sind. Was soll ich tun?
Ob eine Quarantäne oder Absonderung erforderlich ist muss in jedem Einzelfall geprüft werden. Wenden Sie ich in jedem Fall an das für Sie zuständige Gesundheitsamt. Dort wird man zusammen mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen. Das Gesundheitsamt Siegen-Wittgenstein erreichen Sie telefonisch unter 0271 333 2800 oder per E-Mail (gesundheitsamt@siegen-wittgenstein.de).