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Zukunftspreis Siegen-Wittgenstein 2016
Gemeinsam Siegen-Wittgenstein - Vielfalt leben
Wettbewerbsbeitrag:

AWO Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe - AWO KULTUR:live

Bei dem Projekt "KULTUR: live" geht es darum, Menschen mit geringem Einkommen bzw. Men-schen, die sozialstaatliche Leistungen beziehen, die kostenfreie Teilnahmen an kulturellen Ver-anstaltungen aller Art zu ermöglichen. Finanziell benachteiligten Menschen den Zugang zu kulturellen Veranstaltungen zu ermöglichen, ist nach der aktuellen AWO-ISS Langzeitstudie zur Kinder- und Jugendarmut ein besonders wichtiges Anliegen, da Menschen in prekären Lebenslagen häufig auf eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verzichten, um Einsparpotentiale zu erzielen. Dass Menschen in prekären Lebenslagen auf kulturelle Teilhabe verzichten (müssen), soll mit dem Projekt vermieden werden. Es trägt damit auch zum Abbau von Schwellenängsten gegenüber kulturellen Angeboten bei.

Das Projekt wird seit Mai 2015 im Kreis Siegen-Wittgenstein mit ehrenamtlicher Unterstützung realisiert. Zurzeit haben wir ca. 200 Kulturgäste und haben seit Beginn des Projektes 991 Tickets für 243 Veranstaltungen vermittelt. Für das Projekt hat sich der AWO-Kreisverband mit verschiedenen Kulturpartnern und zahlreichen Sozialpartnern im Kreis Siegen-Wittgenstein vernetzt. 21 Kulturpartner und 31 Sozialpartner unterstützen aktiv dieses Projekt.

Seit April 2016 ist das Projekt gezielt in den Flüchtlingsnetzwerken bekannt gemacht worden. Die Flüchtlingsnetzwerke oder einzelne ehrenamtliche von Flüchtlingen konnten sich registrieren las-sen und eine Gruppe von Flüchtlingen zu einer Veranstaltung begleiten. Erstmalig in großem Stil wurde dies bei KulturPur, dem regionalen Kultur-Highlight, angeboten. So konnten 50 Menschen, die aus Krieg, Verfolgung und Lebensbedrohung zu uns gekommen sind, die Möglichkeit nutzen, in Begleitung von Ehrenamtlichen am kulturellen Leben teilzuhaben.

Das Besondere:
Die würdevolle, behutsame und nachhaltige Ermöglichung der Teilhabe am kulturellen Leben ohne Stigmatisierung oder Diskriminierung der Menschen mit geringem Einkommen – und das mit fast 90 %-igem Ehrenamt.