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Datum: 09.06.2026

Neuer Kinder- und Jugendförderplan 2026 bis 2030:
Kreis Siegen-Wittgenstein stellt Weichen für die Zukunft junger Menschen

Wie können Kinder und Jugendliche in einer Zeit großer gesellschaftlicher Veränderungen gut aufwachsen? Welche Unterstützung brauchen sie, um ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten zu können? Und wie lassen sich Teilhabe, Chancengleichheit und demokratische Mitwirkung nachhaltig stärken? Antworten auf diese Fragen gibt der neue Kinder- und Jugendförderplan 2026 bis 2030 des Kreises Siegen-Wittgenstein. Über ihn wird der Jugendhilfeausschuss am 23. Juni beraten. 

Wie können Kinder und Jugendliche in einer Zeit großer gesellschaftlicher Veränderungen gut aufwachsen? Welche Unterstützung brauchen sie, um ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten zu können? Und wie lassen sich Teilhabe, Chancengleichheit und demokratische Mitwirkung nachhaltig stärken? Antworten auf diese Fragen gibt der neue Kinder- und Jugendförderplan 2026 bis 2030 des Kreises Siegen-Wittgenstein. Über ihn wird der Jugendhilfeausschuss am 23. Juni beraten.

Der Plan bildet für die kommenden fünf Jahre den strategischen Rahmen der Kinder- und Jugendförderung in den zehn Kommunen des Kreises, für die das Kreisjugendamt zuständig ist. Die Stadt Siegen verfügt über ein eigenes Jugendamt. Der Förderplan wurde gemeinsam mit freien Trägern, Kommunen, Jugendverbänden und Fachkräften entwickelt und beschreibt Ziele, Maßnahmen und Entwicklungsperspektiven für die verschiedenen Bereiche der Kinder- und Jugendarbeit.

„Kinder und Jugendliche wachsen heute unter anderen Bedingungen auf als noch vor wenigen Jahren. Digitalisierung, gesellschaftliche Umbrüche, psychische Belastungen, soziale Ungleichheiten und globale Krisen prägen ihren Alltag. Gleichzeitig zeigen junge Menschen ein hohes Maß an Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Bereitschaft zur Mitgestaltung. Diese Potenziale wollen wir stärken und ihnen die bestmöglichen Rahmenbedingungen bieten“, betont Landrat Andreas Müller.

Grundlage für den neuen Förderplan waren neben der Auswertung des bisherigen Kinder- und Jugendförderplans auch umfangreiche Beteiligungsprozesse. Unter dem Motto „#SiWiSindWir – Deine Stimme zählt“ wurden Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Kreisgebiet zu ihren Lebensrealitäten, Wünschen und Herausforderungen befragt.

Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild: Die große Mehrheit der jungen Menschen fühlt sich in ihrer Heimat wohl und möchte auch künftig gerne im Kreis Siegen-Wittgenstein leben. Gleichzeitig wünschen sich viele mehr Freizeitangebote, Treffpunkte und Möglichkeiten zur Begegnung. Auch die Mobilität im ländlichen Raum wird von vielen Jugendlichen als Herausforderung wahrgenommen. Auffällig ist zugleich das hohe Engagement in Vereinen und ehrenamtlichen Strukturen. Viele junge Menschen übernehmen Verantwortung in Sportvereinen, Jugendgruppen, Feuerwehren oder anderen Organisationen und tragen damit aktiv zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei.

Die Erkenntnisse aus der Befragung fließen direkt in die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendförderung ein. Der Förderplan verfolgt dabei drei zentrale Leitziele:

  • Die Rechte von jungen Menschen sind gestärkt.
  • Die Infrastruktur ist gesichert und zukunftsfähig weiterentwickelt.
  • Vielfalt und Teilhabe sind gefördert.

Diese Leitziele werden in vier zentralen Handlungsfeldern umgesetzt.

Dazu gehören die Offene Kinder- und Jugendarbeit mit Jugendzentren, Jugendtreffs und mobilen Angeboten. Gerade in einer ländlich geprägten Region sind solche niedrigschwelligen Begegnungsorte von besonderer Bedeutung.

Ein weiteres Handlungsfeld ist die Kinder- und Jugendarbeit der Vereine, Verbände und Initiativen. Ob Jugendfeuerwehr, Sportverein, kirchliche Jugendarbeit oder andere Organisationen – hier erleben junge Menschen Gemeinschaft, übernehmen Verantwortung und sammeln wichtige Erfahrungen für ihr weiteres Leben. Der Förderplan setzt deshalb weiterhin auf die Unterstützung und Qualifizierung ehrenamtlich Engagierter und stärkt die Rahmenbedingungen für die vielfältige Vereins- und Verbandsarbeit im Kreisgebiet.

Die Jugendsozialarbeit richtet sich insbesondere an junge Menschen, die zusätzliche Unterstützung benötigen. Sie begleitet Jugendliche beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf, unterstützt bei sozialen Herausforderungen und hilft dabei, individuelle Perspektiven zu entwickeln. Ziel ist es, Benachteiligungen abzubauen und allen jungen Menschen faire Chancen auf Bildung, Ausbildung und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Das vierte Handlungsfeld ist der erzieherische Kinder- und Jugendschutz. Dabei geht es nicht nur um den Schutz vor Gefahren, sondern vor allem auch um Prävention und Aufklärung. Themen wie Medienkompetenz, Gewaltprävention, Suchtprävention, sexuelle Selbstbestimmung oder der sichere Umgang mit digitalen Angeboten gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung. Kinder und Jugendliche sollen befähigt werden, Risiken frühzeitig zu erkennen und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen.

Der neue Förderplan berücksichtigt darüber hinaus zentrale gesellschaftliche Entwicklungen. Die Digitalisierung verändert den Alltag junger Menschen ebenso wie Fragen der psychischen Gesundheit, des sozialen Zusammenhalts oder der demokratischen Teilhabe. Deshalb sollen Beteiligungsmöglichkeiten weiter ausgebaut, Medienkompetenzen gestärkt und niedrigschwellige Unterstützungsangebote weiterentwickelt werden. Gleichzeitig bleibt die Förderung von Vielfalt, Inklusion und Chancengerechtigkeit ein zentrales Querschnittsthema.

„Kinder- und Jugendförderung ist eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft“, betont Kreisjugenddezernent Thomas Wüst. „Wir wollen jungen Menschen die Möglichkeit geben, ihre Talente zu entfalten, Verantwortung zu übernehmen und ihre Heimat aktiv mitzugestalten. Der neue Kinder- und Jugendförderplan schafft dafür einen verlässlichen Rahmen und gibt wichtige Impulse für die kommenden Jahre.“

Der Kinder- und Jugendförderplan versteht sich dabei nicht als starres Konzept, sondern als kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Angebote und Maßnahmen sollen regelmäßig überprüft und an neue gesellschaftliche Entwicklungen angepasst werden. Ziel bleibt es, allen Kindern und Jugendlichen im Kreis Siegen-Wittgenstein gute Bedingungen für ein selbstbestimmtes und gelingendes Aufwachsen zu bieten.