Hinschauen und Verantwortung übernehmen
Fachtag »Gelingende Kooperation im Kinderschutz«
Vor zwei Jahren haben der Kreis Siegen-Wittgenstein und die Universitätsstadt Siegen das „Netzwerk Kinderschutz“ gegründet – mit dem Ziel, den Kinderschutz in der Region zu stärken und Kindern damit möglichst ein sicheres Aufwachsen zu ermöglichen. Wichtig dabei: Regelmäßiger Austausch, Reflexion und Fortbildung, um die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure langfristig zu verbessern.
„Es geht beim Kinderschutz darum, Hinzuschauen und Verantwortung zu übernehmen. Das ist keine Aufgabe für eine Person alleine. Wirksamer Kinderschutz entsteht da, wo kooperiert wird. Wir müssen frühzeitig, umsichtig und vor allem gemeinsam handeln“, betont Thomas Wüst, Jugend- und Sozialdezernent des Kreises Siegen-Wittgenstein bei der Begrüßung zum Fachtag „Gelingende Kooperation im Kinderschutz“, zu dem das „Netzwerk Kinderschutz“ und der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW sowie der Paritätische Kreisgruppe Siegen-Wittgenstein/Olpe, ins Kulturhaus Lÿz eingeladen haben.
Vor zwei Jahren haben der Kreis Siegen-Wittgenstein und die Universitätsstadt Siegen das „Netzwerk Kinderschutz“ gegründet – mit dem Ziel, den Kinderschutz in der Region zu stärken und Kindern damit möglichst ein sicheres Aufwachsen zu ermöglichen. Wichtig dabei: Regelmäßiger Austausch, Reflexion und Fortbildung, um die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure langfristig zu verbessern.
Die gemeinsame Verantwortung unterstreicht auch Jens Kamieth, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Siegen: „Kinderschutz ist ein komplexes Feld und Kooperation ist kein Selbstläufer. Es braucht stetigen Austausch, damit die benötigte Hilfe die Kinder und Familien erreicht.“
Unerlässlich sind dabei die Menschen, die täglich mit Kindern, Jugendlichen und Familien zusammenarbeiten, wie z.B. Fachkräfte aus Kitas, Schulen oder der Kinder- und Jugendhilfe. Beim Fachtag konnten sie im Rahmen der Vorträge und innerhalb von Workshops sowie Fallkonferenzen neue Impulse für ihre Arbeit im Kinderschutz sammeln.
„Kinderschutz ist wie ein Maschinenraum. Es gibt viele unterschiedliche Schnittstellen, die alle gut ‚geschmiert‘ sein müssen, damit es läuft“, beschreibt Anja Thürnau, systemische Beraterin für Kinderschutzkräfte und eine der Referentinnen des Fachtages. „Viele Fachkräfte im Kinderschutz fühlen sich überfordert. Belastungen durch zunehmende Anforderungen, wie steigende Fallzahlen oder immer komplexere Fallkonstellationen, können zu einem Gefühl der Hilflosigkeit führen.“ Im Rahmen wiederkehrender Fachtage erhalten die Fachkräfte Strategien und Leitplanken, die ihnen Handlungssicherheit für ihre täglichen Arbeit geben.
„Gut geschulte Fachkräfte sind der Garant dafür, dass wirksame Unterstützung frühzeitig an der richtigen Stelle ankommt“, fasst es Anja Thürnau zusammen. Durch Vernetzung und Austausch trägt das Potenzial jeder einzelnen Fachkraft gebündelt zu einer gelingenden Kooperation im Kinderschutz bei – wie eben in einem gut funktionierenden Maschinenraum.
Für weitere Informationen zum „Netzwerk Kinderschutz“ ist ab sofort die neue Homepage unter www.kinderschutzsiwi.de erreichbar. Die gemeinsame Website der Jugendämter des Kreises Siegen-Wittgenstein und der Stadt Siegen richtet sich insbesondere an Fachkräfte und Einrichtungen, die täglich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Sie soll als Kompass im Kinderschutz dienen und dabei unterstützen, bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung sicher, informiert und handlungsfähig vorzugehen.