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Datum: 12.05.2026

Sportliche Leistung geehrt:
Para Langläufer Sebastian Marburger trägt sich in das Goldene Buch des Kreises ein

„Ich musste quasi neu laufen lernen“ – und nur fünf Jahre später stehen zwei paralympische Silbermedaillen in seiner Bilanz: Para Langläufer Sebastian Marburger hat sich jetzt in das Goldene Buch des Kreises Siegen-Wittgenstein eingetragen. Landrat Andreas Müller hatte den Athleten des SK Wunderthausen und seine Familie ins Siegener Kreishaus eingeladen, um seine herausragenden sportlichen Leistungen zu würdigen.

Nur fünf Jahre liegen zwischen dem Moment, in dem Sebastian Marburger „quasi neu laufen lernen“ musste, und dem Gewinn von zwei Silbermedaillen im Para Langlauf bei den Paralympischen Winterspielen 2026 in Italien. Es waren intensive Jahre für ihn und seine Familie. Mit 22 verlor er bei einem Motorradunfall sein rechtes Bein – „nur 100 Meter von unserem Haus in Diedenshausen entfernt“, wie seine Mutter im Gespräch mit dem Landrat berichtet.

„Eigentlich wollte ich heute nur über die schönen Ereignisse der letzten Monate sprechen“, sagte Andreas Müller zu Beginn des Gesprächs. Doch für Sebastian Marburger steht fest: „Der Unfall gehört zu mir, und alles, was daraus folgte, ist Teil meines Lebens geworden.“

Bereits vor seinem Unfall war Marburger ein sehr erfolgreicher Langläufer. Er nahm an Rennen im Deutschlandpokal sowie im Continental Cup des Skiweltverbands FIS teil. Nach der Beinamputation stellte sich schnell die Frage: „Was geht noch mit Prothese?“ Statt Resignation folgte der konsequente Blick nach vorn. „Diese mentale Stärke finde ich bemerkenswert. Nach so einem Unfall den Willen und die Disziplin aufzubringen, wieder Hochleistungssport zu betreiben, ist beeindruckend. Vor dieser Leistung ziehe ich meinen Hut“, betonte Landrat Andreas Müller.

Schon kurz nach dem Unfall stand Sebastian Marburger – trotz gebrochenem Arm – wieder auf Skiern und testete auf der Steinert in Girkhausen das Langlaufen mit Prothese. Sein Fazit: „Das funktionierte echt gut.“ Mit Training, Fleiß und großem Ehrgeiz arbeitete er sich in den Weltcup-Kader vor und gewann erste Rennen. Der Sprint entwickelte sich zu seiner Paradedisziplin. Bei der Weltmeisterschaft 2023 führte er die deutsche Staffel als Startläufer zu Gold. Nach mehreren Weltcup-Siegen im Jahr 2025 stand fest, dass er an den Paralympischen Winterspielen in Mailand und Cortina teilnehmen würde.Eine Influenza-Infektion kurz vor dem Wettkampf hätte seinen Traum von der Teilnahme beinahe noch verhindert. Doch buchstäblich in letzter Sekunde – einen Tag vor dem Sprint-Rennen – wurde er wieder fit und erreichte sensationell den zweiten Platz. Mit der Staffel gewann er ebenfalls die Silbermedaille.

„Zu dieser herausragenden sportlichen Leistung gratuliere ich ganz herzlich“, so der Landrat. „Ich finde, diesem Erfolg gebührt auch eine angemessene Ehrung.“ Gemeint ist der Eintrag in das Goldene Buch des Kreises. Neben den Unterschriften von Angela Merkel, Hendrik Wüst sowie Botschaftern und Konsuln aus aller Welt steht darin nun auch der Name von Sebastian Marburger aus Bad Berleburg-Diedenshausen.