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Radverkehrskonzept des Kreises

Ein kreisweites Radverkehrskonzept für Siegen-Wittgenstein – das ist eines der Ziele des Klimafreundlichen Mobilitätskonzeptes des Kreises.
Das Radverkehrskonzept soll das Radverkehrsnetz des Landes Nordrhein-Westfalen überprüfen und wo nötig überarbeiten.

In Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden des Kreises soll ein alltagstaugliches zügig befahrbares Radwegenetz entstehen, das die Kommunen untereinander sowie mit Kommunen in den benachbarten Kreisen verbindet. Dabei sollen bedeutende ÖPNV-Verknüpfungspunkte sowie relevante publikumsintensive Bereiche und Schnittstellen zu touristischen Radrouten eingebunden werden.

Die Mobilität befindet sich im Wandel, die Nahmobilität (Fuß- und Radverkehr) nimmt aufgrund zunehmender Verkehrsprobleme einen immer höheren Stellenwert in der Bevölkerung ein. Der Radverkehrsanteil im "Modal Split" – also in der Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel – des Kreises beträgt lediglich 4 % (Ergebnis Mobilitätsbefragung des Kreises) und ist im Landesvergleich stark unterdurchschnittlich. Die für den Kreis ermittelten durchschnittlichen Reiseweiten im Kfz-Verkehr von ca. 10 km und der Anteil an kurzen Distanzen (weniger als 4 km) werden zu 31 % mit dem Kfz zurückgelegt und bieten damit Potenziale für den Radverkehr.

Der geringe Anteil an Fahrradfahrern im Kreisgebiet ist laut Mobilitätsbefragung u. a. auf eine schlechte bzw. nicht vorhandene Radwegeinfrastruktur zurückzuführen. Positiv fällt der hohe Anteil an E-Bikes und Pedelecs in der Region aus (mit 15 % fast doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt mit 8 %). Das E-Bike oder Pedelec hat sich als Verkehrsmittel etabliert und bietet insbesondere in topografisch anspruchsvollen Regionen wie dem Kreis Siegen-Wittgenstein höhere Reichweiten, die ein entsprechendes Radwegenetz mit Pendlerrouten erfordern.

Online-Bürgerbeteiligung mit großer Resonanz

Die Online-Bürgerbeteiligung des Kreises zum Radverkehrskonzept ist abgeschlossen – mit einer ansehnlichen Resonanz: Mehr als 5.400 Besuche wurden im Online-Portal registriert. Dort konnten Vorschläge für ein Haupt- und Nebennetz kommentiert und mit eigenen Ideen ergänzt werden. Mehr als 1.000 Vorschläge wurden eingetragen. Diese wurden rund 400 Mal kommentiert und mit mehr als 10.000 Likes versehen.

Frühjahr 2021: Finaler Entwurf des Radverkehrswegenetzes

Inhaltlich stand das bisher relativ schwach ausgebaute Radwegenetz mit vielen Lücken im Vordergrund. Oft wurden fehlende Fahrradwege entlang von Hauptverkehrsstraßen angesprochen. Bei bestehenden Radwegen sehen zahlreiche Nutzer Qualitätsmängel.

Anhand der Anregungen überprüft das Gutachterbüro Planersocietät aus Dortmund den Entwurf für das Haupt- und Nebennetz. Das überarbeitete Netz wird bis zum Spätsommer abgefahren und auf Stärken und Schwächen analysiert. Mittlerweile liegt der fertige Entwurf für das kreisweite Radverkehrsnetz mit über 1.400 Einzelmaßnahmen und mehr als 850 km geplanter Radwege vor. Die einzelnen Maßnahmen können hier auf einer Karte angesehen werden. Den Erläuterungsbericht zum kreisweiten Radverkehrsnetz gibt es hier.