Nach 60 Jahren zurück in Siegen:
Landrat begrüßt Absolventen der ehemaligen Ingenieurschule für Bauwesen
Seit ihrem Examen treffen sich die „Siegerländer Altingenieure“ jedes Jahr an einem anderen Ort, um gemeinsam Erinnerungen aufleben zu lassen und neue Eindrücke zu sammeln. Zum 60-jährigen Examensjubiläum führte sie ihr Weg jetzt zurück an den Ausgangspunkt ihrer gemeinsamen Geschichte.
Wer aus der 13. Etage des Kreishauses auf Siegen schaut, lässt den Blick meistens zuerst zum Krönchen wandern. Bei den Besuchern, die Landrat Andreas Müller jetzt empfangen hat, war das anders: Ihr Augenmerk lag auf dem Häusling. Denn dort steht das Gebäude, in dem sie vor 60 Jahren einen wichtigen Abschnitt ihres Lebens verbracht haben.
Eckhard Schul und seine ehemaligen Kommilitonen sind Absolventen der früheren Ingenieurschule für Bauwesen. 1963 haben sie ihre Ausbildung an der „Wiesenbauschule“ in Siegen begonnen. Geblieben sind aus der gemeinsamen Zeit viele Erinnerungen und vor allem eine bis heute anhaltende Freundschaft.
Zwei aus der Gruppe sind dem Siegerland seit der Ausbildung treu geblieben, die anderen leben in ganz Deutschland verteilt. Seit ihrem Examen treffen sich die „Siegerländer Altingenieure“ jedes Jahr an einem anderen Ort, um gemeinsam Erinnerungen aufleben zu lassen und neue Eindrücke zu sammeln. Zum 60-jährigen Examensjubiläum führte sie ihr Weg jetzt zurück an den Ausgangspunkt ihrer gemeinsamen Geschichte.
„Für mich ist das ein schönes Beispiel dafür, was Heimatverbundenheit bedeuten kann“, sagt Landrat Andreas Müller. „Man kommt nach Jahrzehnten zurück und erkennt vieles wieder, auch wenn sich gleichzeitig so viel verändert hat. Das Gebäude am Häusling hat heute eine andere Zukunft vor sich als damals – und trotzdem ist es für die ehemaligen Studenten ein Ort geblieben, der mit wichtigen Erinnerungen verbunden ist. Vor allem sind dort Freundschaften entstanden, die bis heute halten. Dass diese Verbundenheit mit der Region und die positiven Erinnerungen immer noch spürbar sind, finde ich sehr schön.“
Für die „Altingenieure“ ist der Häusling eine wichtige Station ihrer persönlichen Entwicklung. Sie haben dort ihre Ausbildung begonnen, Wegbegleiter kennengelernt und den Grundstein für ihren späteren beruflichen Werdegang gelegt. Dass an diesem Ort heute wieder etwas Neues entsteht, dürfte für die Gruppe daher eine besondere Bedeutung haben: Wo sie einst als junge Menschen in ihre berufliche Zukunft gestartet sind, werden künftig Kinder ihre ersten Schritte ins Schulleben machen.
Am Standort der ehemaligen Realschule Am Häusling entsteht eine moderne, dreizügige Ganztagsgrundschule. Ein historisches Gebäude, das als Lernort auf eine lange Vergangenheit zurückblickt: Aus der einstigen „Wiesenbauschule“ wurde die „Ingenieurschule für Bauwesen“, die als eine Keimzelle der späteren Gesamthochschule und heutigen Universität Siegen gilt.
Die 80- bis 90-jährigen Absolventen und ihre Partnerinnen verbrachten jetzt drei Tage in Siegen und Umgebung. Auf dem Programm stand unter anderem ein Besuch der Universität Siegen am Unteren Schloss und bei den städtischen Entsorgungsbetrieben. Außerdem blieb Zeit für einen Bummel durch Siegen oder einen Besuch der Altstadt von Freudenberg.
Auch beim Empfang im Kreishaus ging der Blick über die persönliche Vergangenheit hinaus: Die Gäste zeigten sich interessiert an der Entwicklung des Kreises und an aktuellen Themen der Region. Im Gespräch mit dem Landrat ging es unter anderem um den aktuellen Prozess zur möglichen Ausweisung eines Nationalparks und die Überlegungen zu einer dritten Talsperre.