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Datum: 03.08.2026

Landrat fragt Wirtschaftsvertreter:
»Was befürchten Sie persönlich für Ihr Unternehmen durch einen Nationalpark?«

Unternehmen, die solche konkreten Auswirkungen auf ihr Unternehmen befürchten, können diese gerne in einer Mail an nationalpark@siegen-wittgenstein.de schildern. Diese werden dann in den Nationalparkprozess mit aufgenommen.

Seit einigen Wochen läuft die Bürgerbeteiligung zu einem möglichen Nationalpark Rothaarkamm. Rund 370 Fragen wurden bisher eingereicht. Parallel dazu haben sich verschiedene Interessengruppen öffentlich zu Wort gemeldet. Insbesondere verschiedene Wirtschaftsvertreter haben ihre Ablehnung deutlich gemacht. „Was mich in dieser Situation überrascht, ist, dass von Seiten der Wirtschaft kaum konkrete Fragen im Rahmen der Bürgerbeteiligung an uns gerichtet wurden. Wenn, dann ging es fast ausschließlich um die Verkehrsinfrastruktur, allen voran die Route 57“, so Müller. „Aber dazu hat die zuständige Expertengruppe bereits sehr früh deutlich gemacht, dass der Bau der Route 57 auch bei der Ausweisung eines Nationalparks möglich bleiben wird, weil die notwendige Trasse aus der Nationalparkkulisse ausgeklammert würde.“

Weitergehende Fragen, die tatsächlich einzelne Unternehmen und ihre Tätigkeit betreffen, wurden dagegen praktisch keine eingereicht. „Das ist auf der einen Seite nicht unbedingt überraschend, weil vermutlich kaum ein Unternehmen zwischen Burbach und Bad Berleburg in seiner konkreten Geschäftstätigkeit jemals mit einem Nationalpark in Berührung kommen würde“, so der Landrat: „Auf der anderen Seite ist genau vor diesem Hintergrund die vehemente Ablehnung eines Nationalparks durch öffentliche Äußerungen mancher Wirtschaftsvertreter umso erstaunlicher.“

Jenseits der Frage nach der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur – die von Experten im Rahmen der Bürgerbeteiligung bereits beantwortet wurde – bleibt die Kritik von einzelnen Wirtschaftsvertretern an einem möglichen Nationalpark eher allgemein, stellt der Landrat fest: „Man hört oft den Satz ‚Haben wir nichts anderes oder Wichtigeres zu tun?‘“, so Müller. „Das kann aber nicht wirklich ein Argument in einer Diskussion sein, deren Bedeutung für die künftige Entwicklung Siegen-Wittgensteins immens ist, völlig unabhängig davon, ob man einen Nationalpark befürwortet oder ablehnt.“

Deshalb bittet der Landrat jetzt heimische Unternehmer noch einmal konkret und direkt: „Welche unmittelbare Beeinträchtigung Ihres Unternehmens befürchten Sie durch einen Nationalpark Rothaarkamm? Was würde sich für Sie konkret verschlechtern? Wo sehen Sie für Ihr Unternehmen Einschränkungen? Wir möchten gerne aus einer allgemeinen Diskussion in konkrete Fragestellungen übergehen. Denn auch hier können wir mit unseren Experten aufarbeiten, ob die Befürchtungen berechtigt sind und falls ja, ob und wie Abhilfe geschaffen werden könnte.“

Unternehmen, die solche konkreten Auswirkungen auf ihr Unternehmen befürchten, können diese gerne in einer Mail an nationalpark@siegen-wittgenstein.de schildern. Diese werden dann in den Nationalparkprozess mit aufgenommen.