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Leider vorbei: "Das Beste aus zwei Welten" - das Siegen-Wittgenstein-Musical am 29., 30. & 31. Oktober im Apollo-Theater

„Ein gutes Musical muss eine gute Story haben, ein spannendes Buch, interessante Charaktere, eine Lovestory und manchmal einen Gegenspieler“, sagt Dieter Falk. Der gebürtige Geisweider ist seit langem im Musikgeschäft – als Komponist, Musiker und Produzent, auf und hinter der Bühne. Jetzt hat er gemeinsam mit seinem Sohn Paul die Musik für das Siegen-Wittgenstein-Musical „Das Beste aus zwei Welten“ geschrieben.

Das Musical wurde bei der zentralen Jubiläumsveranstaltung im Rahmen von „50 Jahre Siegen-Wittgenstein‘“ am Mittwoch, 4. Juni 2025, im KulturPur-Zelt auf dem Giller uraufgeführt. 1.300 begeisterte Zuschauer haben die Premiere erlebt - und das Stück begeistert gefeiert. Am Ende gab es Standing Ovation! Und auch am Donnerstag, 5. Juni, war das Musical Teil des regulären "KulturPur"-Programms und wurde vom Publikum ebenfalls begeistert gefeiert!

Jetzt sind drei weitere Vorstellungen angesetzt: am 29., 30. & 31. Oktober im Apollo-Theater in Siegen. Es sind nur noch wenige Resttickets vorhanden. Tickets - soweit noch verfügbar - gibt es hier.

Bilder von der Premiere des Siegen-Wittgenstein-Musicals "Das Beste aus zwei Welten"

Das Libretto des Stücks, alle Texte stammen von Hans Holzbecher. Der Rheinländer inszenierte bereits zahlreiche Shows, Musicals, Theaterstücke, Satire-Programme und ist seit 18 Jahren Hausregisseur des Kommödchens in Düsseldorf. Seine Arbeiten erhielten verschiedene Auszeichnungen wie den Monika-Bleibtreu-Preis, den Löwenzahn der Leipziger Lachmesse und den Dt. Kabarett-Preis. Er schrieb das Libretto für verschiedene Shows und war Co-Librettist für die Musicals „Robin Hood“ und die deutsche Fassung von „Die Schöne und das Biest“. Für das Siegen-Wittgenstein-Musical war er mehrfach vor Ort, hat viele Gespräche geführt, auch mit Dieter und Paul Falk, „…die wahrhafte Schätze sind“, wie er sagt. So hat er ein Gefühl für die Region und die Menschen bekommen.

Seine Erkenntnis: „Auf der einen Seite sind die Siegerländer und Wittgensteiner sehr heimatverbunden, traditionell und bewahrend – was wunderbare Qualitäten sind. Auf der anderen Seite sind sie weltoffen, suchen Veränderungen und Wachstum, sind immer bereit, nach außen zu schauen – was ebenfalls wunderbare Qualitäten sind. Das ist ein sehr interessantes Spannungsfeld, gerade auch für ein Musical“, sagt er und verrät: „Wir haben diesen beiden Zugkräften im Musical eigene Figuren geschenkt: Eine Figur ist Till, wirklich sehr, sehr tief mit der Region verbunden. Er ist von Geburt an Siegen-Wittgensteiner und wird es auch immer bleiben. Auf der anderen Seite Chas. Ihre Heimat ist sozusagen die ganze Welt. Ihre Eltern haben ihr die Möglichkeit gegeben, überall auf der Welt zu studieren. Die beiden treffen sich. Und sie schaffen es, nicht nur auf das Trennende zu schauen, sondern vor allem auf das, was sie verbindet. Und dementsprechend werden sie zum ‚Besten aus zwei Welten‘“, erzählt Hans Holzbecher, um schnell hinterherzuschicken: „Ich will ja nicht zu viel spoilern.

Große musikalische Spannbreite

Musikalisch decken Dieter und Paul Falk in dem Musical eine große Spannbreite „vom Rap bis zu klassischen Elementen“ ab, sagt Paul Falk: „Uns ist wichtig, das man auch musikalische Akzente erlebt. Ich merke als jemand, der selbst in den Sozialen Medien aktiv ist, dass man eine Aufmerksamkeit von vielleicht 10 Sekunden bekommt. Da ist es umso wichtiger, dass man bei solch einem Musical eine große musikalische Bandbreite zeigt. Das ist auch das Schöne an Musicals: Dort kann man das machen, viele unterschiedliche Stilrichtungen einbauen, ohne dass das irgendwie komisch wirkt.“

Dieter Falk hat viele Erfahrungen mit dem Komponieren von Musicals. Mit 16 hat sein erstes das Licht der Welt erblickt: „Das wurde in der Geisweider Kirche aufgeführt. Aus heutiger Sicht war das fürchterlich“, erinnert er sich mit einem Lachen.

Inzwischen gehört er zu den etablierten Musical-Komponisten im deutschsprachigen Raum. 2009 hat er gemeinsam mit Texter Michael Kunze „Die zehn Gebote“ auf die Bühne gebracht, mit bis zu 3.000 Personen starken Chören.

2017 jährte sich die Reformation zum 500sten mal. Sein Martin-Luther-Pop-Oratorium wurde über viele Monate überall in Deutschland aufgeführt, u.a. auch in der Siegerlandhalle. Und es war im ZDF zu sehen, moderiert von Dr. Eckart von Hirschhausen. Im vergangenen Jahr wurde „Bethlehem“ veröffentlicht, das auch in dieser Weihnachtszeit z.B. in der Westfalenhalle in Dortmund zur Aufführung kam.
Apropos Dortmund: Dieter Falk, selbst BVB-Fan, hat zum 100. Geburtstag der schwarz-gelben einen Song geschrieben, aber auch für Schalke 04 ein Musical komponiert, das im Theater in Gelsenkirchen gespielt wird.

Aktuell arbeitet er zusammen mit Sohn Paul an einem Musical für die Vereinigten Bühnen Wiens: „Maria Theresia“. Es wird im Oktober 2025 im Ronacher Premiere feiern und mindestens über ein Jahr dort aufgeführt werden.

"Heimat" - eine Hymne für Siegen-Wittgenstein

Paul Falk ist ebenfalls gefragter Komponist, bei „Maria Theresia“ dabei, schreibt u.a. auch Lieder für Roland Kaiser, Helene Fischer oder DJ Ötzi. Auf ihn geht die Idee zurück, dem Siegerländer „R“ in einem Lied eine besondere Rolle zu geben: „Wenn ich eine Sache aus dem Siegerland in Erinnerung haben, dann ist es dieses „wunderbarrr, wunderbarrr“ von Oma. Ich hatte die Idee, dass wir diesen Akzent irgendwie mit in das Musical reinnehmen. Und ich denke, es ist ein Song entstanden, den die Zuschauer nicht so schnell vergessen werden. Wenn die Leute deshalb sauer auf mich sind, dürfe sie das gerne sein“, sagt er verschmitzt: „Aber ich finde, man darf auch immer gerne über sich selbst lachen.“

Ein Markenzeichen von Dieter Falk ist die Einbindung von Chören, auch beim Siegen-Wittgenstein-Musical: „Denn Chöre sind ja durchaus etwas Typisches für die Region.“ Falk-typisch sind zudem Ohrwürmer: „Wir würden uns wünschen, wenn das Publikum bei mindestens zwei Liedern mit einstimmt“, wünschen sich die beiden Falks. Und sie sind überzeugt: der eine oder andere Titel wird hängenbleiben.

Ein zentrales Motiv im Siegen-Wittgenstein-Musical ist „Heimat“. „Nun gibt es keine typische Heimatmusik in Siegerland oder Wittgenstein, wie etwa in Bayern“, sagt Dieter Falk: „Aber uns ist ein Titel eingefallen, der auch gut zum Charakter der Menschen passt, die ich im Siegerland kenne. Dieser letzte Song im Musical heißt ‚Heimat‘. Es ist ja immer schwer, sich selbst zu loben. Aber ich denke, mit diesem Titel ist uns eine Heimat-Hymne gelungen, die Emotionen hervorruft. Und ich glaube, es ist durchaus nicht verkehrt, wenn die Zuschauer für diesen Titel Taschentücher dabeihaben.“

„Es hat mir große Freude gemacht, mich in den Kreis Siegen-Wittgenstein und die Menschen in der Region hinein zu fühlen“, fasst Hans Holzbecher die Erfahrungen der letzten Monate zusammen. Er ist auch bei den Vorstellungen auf dem Giller dabei, denn er führt die Regie. Auch Dieter Falk freut sich sehr auf die beiden Abende. Er ist zwar inzwischen auf zahlreichen Bühnen und großen Hallen im ganzen deutschsprachigen Raum zuhause. Dennoch stellt er fest: „Mit so einer Show auf dem Giller spielen zu können, ist schon etwas Besonderes – auch für mich.“

Tickets

Karten für die Jubiläumsveranstaltung am Mittwoch, 4. Juni 2025, gibt es nicht zu kaufen, sondern nur zu gewinnen. Für die Aufführung des Musicals im Rahmen von KulturPur am Donnerstag, 5. Juni 2025, gibt es Karten zu kaufen: www.kulturpur-festival.de/vvk-tickets