Kita Wiederstein:
DRK-Ortsverein Neunkirchen übernimmt Trägerschaft - gemeinsame Lösung für den Standort gefunden
Der DRK-Ortsverein Neunkirchen wird die Trägerschaft der Kita in Wiederstein übernehmen. Damit bleibt der Standort erhalten und kann unter den veränderten Rahmenbedingungen weitergeführt werden. Das ist das Ergebnis zahlreicher Gespräche, die in den vergangenen Wochen geführt worden sind.
Die Gemeinde Neunkirchen, der Kreis Siegen-Wittgenstein, die Arbeiterwohlfahrt Siegen-Wittgenstein sowie weitere Beteiligte haben sich zuletzt intensiv mit der Zukunft der Einrichtung befasst. Anlässe waren die Aufgabe der Einrichtung durch den Evangelischen Kirchenkreis sowie eine Nachricht des Landesjugendamtes im Januar. Das teilte mit, dass künftig in Wiederstein keine U3-Betreuung mehr möglich sein wird. Hinzu kommt die demografische Entwicklung, die absehbar zu einem weiteren Rückgang der zu betreuenden Kinder im Einzugsbereich der Kita führen wird.
Ein wichtiger Meilenstein im Prozess auf dem Weg zur jetzt gefundenen Lösung war eine Veranstaltung am 18. März in Neunkirchen, an der Vertreter des Kreisjugendamtes und der Gemeinde Neunkirchen, des Rates der Gemeinde und des Kreistages, Vereine aus Wiederstein, die Arbeiterwohlfahrt sowie Elternvertreter teilgenommen haben. Dort wurden die fachlichen Hintergründe transparent dargestellt, sozialräumliche Aspekte beleuchtet und unterschiedliche Perspektiven offen diskutiert.
Unabhängig von der nun gefundenen Lösung bleibt die Situation der Kindertagesbetreuung in Neunkirchen – wie in vielen ländlichen Regionen – in den kommenden Jahren anspruchsvoll. Die Entwicklung der Kinderzahlen und die strukturellen Rahmenbedingungen müssen daher auch künftig sorgfältig beobachtet und bewertet werden.
Landrat Andreas Müller betont: „Die Kindertagesbetreuung steht insgesamt vor herausfordernden Zeiten – insbesondere in ländlichen Regionen. Umso wichtiger ist es, dass in Wiederstein gemeinsam Verantwortung übernommen und so eine Lösung für den Standort gefunden wurde. Auch an anderen Orten werden wir nur dann tragfähige Lösungen finden können, wenn sich alle mit einbringen.” Der Landrat dankt dem DRK-Ortsverein ganz herzlich, für die Bereitschaft die Kita-Trägerschaft im Ort zu übernehmen.
Auch Bürgermeister Marco Schwunk hebt die konstruktive Zusammenarbeit hervor: „Der Prozess war intensiv, aber stets sachlich und lösungsorientiert. Entscheidend war, dass alle Beteiligten – Verwaltung, Politik, Träger und Bürgerschaft – offen miteinander gesprochen haben. Dass der Standort erhalten bleibt, ist für Wiederstein ein wichtiges Signal.“
Ursprünglich wollte die AWO auch die Trägerschaft für diese, wie für weitere Kitas, die der Kirchenkreis abgibt, übernehmen. Geschäftsführer Jens Hunecke unterstreicht: „In den vergangenen Wochen ging es um einen verantwortungsvollen Umgang mit den gegebenen Rahmenbedingungen und um eine realistische Einschätzung der Situation und der Perspektiven. Wir haben gemeinsam nach einer tragfähigen Perspektive gesucht und begrüßen, dass das Ehrenamt in Wiederstein etwas schafft, was über die gesetzliche Refinanzierungsstruktur für das Hauptamt schlichtweg nicht möglich gewesen wäre.“
Für den DRK-Ortsverein Neunkirchen ist klar, dass die Rahmenbedingungen anspruchsvoll bleiben werden. Der Vorsitzende Bernd-Wilbert Müller erklärt: „Wir sehen die Übernahme als Beitrag zur Stabilisierung der Betreuungsstruktur vor Ort. Gemeinsam mit Gemeinde und Kreis wollen wir den Standort verantwortungsvoll weiterentwickeln.“
Kreisjugenddezernent Thomas Wüst knüpft an die Gedanken des Landrates an und ordnet die Entwicklung so ein: „Wiederstein ist kein Einzelfall, sondern steht exemplarisch für die strukturellen Herausforderungen kleiner Einrichtungen im ländlichen Raum. Umso wichtiger ist es, Standorte differenziert zu betrachten und gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort tragfähige Lösungen zu entwickeln.“
Vor diesem Hintergrund schlägt der Landrat die Einrichtung eines Unterausschusses des Jugendhilfeausschusses vor. Dieser soll sich vertieft mit der strukturellen Entwicklung der Kindertagesbetreuung – insbesondere kleiner Einrichtungen – befassen. Über den Vorschlag wird am 03.03. im Jugendhilfeausschuss sowie am 27.03. im Kreistag beraten.
Die Situation in Wiederstein war aufgrund einer besonderen zeitlichen Konstellation der erste Fall, der im Rahmen dieses strukturierten Blicks vorgezogen betrachtet werden musste. Für weitere Standorte wird dieser Prozess nun planvoll und im Dialog mit Kommunen, Trägern und Politik fortgesetzt.
Eltern, die sich aufgrund der bisherigen Unsicherheiten vorsorglich bei anderen Einrichtungen angemeldet haben, weiterhin jedoch Interesse an einem Betreuungsplatz in der Kita Wiederstein haben, können sich an die Fachberatung des Kreises Siegen-Wittgenstein wenden (Tel.: 0271 333-1352, E-Mail: kita-fachberatung@siegen-wittgenstein.de).