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Geflügelpest / Vogelgrippe

Im Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es einen Fall von Geflügelpest – auch Vogelgrippe genannt – unter Nutztieren. Das hat das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, am 31. Oktober 2022 bestätigt.

Die Geflügelpest, im Volksmund auch Vogelgrippe genannt, gehört zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Sie wird durch aviäre Influenzaviren (AI-Viren) übertragen, die nach verschiedenen Merkmalen unterschieden werden. Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Informationen zur Geflügelpest in Deutschland und Siegen-Wittgenstein. Die aktuelle Allgemeinverfügung zum Ausbruchsgeschehen vom 31. Oktober 2022 finden Sie hier.

Aktuelles Ausbruchsgeschehen

Update 23. November 2022

Die im Rahmen der Bekämpfung der Geflügelpest festgelegte Schutzzone und die damit verbundenen Maßnahmen gemäß der Tierseuchenallgemeinverfügung vom 31. Oktober 2022 werden aufgehoben. Hier ist in den letzten Wochen kein neuer Fall der Geflügelpest festgestellt worden.

Die in der Tierseuchenverfügung vom 31. Oktober 2022 festgelegten Maßnahmen für die Überwachungszone gelten in der bisherigen Schutzzone weiter.

Trotz der positiven Entwicklung sind die Geflügelhalter/innen aufgefordert, bis zur Aufhebung der Überwachungszone in Alarmbereitschaft zu bleiben. Die Geflügelbestände sind weiterhin besonders aufmerksam zu beobachten und Auffälligkeiten sofort dem Veterinäramt zu melden. Die Maßnahmen in der Überwachungszone zielen darauf ab, das noch bestehende Restrisiko eines Wiederaufflammens der Virusinfektion zu verhindern. Biosicherheitsmaßnahmen sind weiter einzuhalten.

Die genauen Regeln, die für die Überwachungszone gelten, können in der neuen Allgemeinverfügung eingesehen werden. Außerdem sind der Verfügung Karten der betreffenden Gebiete angefügt.

Kartenübersicht zu der 10-Kilometer Überwachungszone (Adresssuche möglich)

Der Kreis Siegen-Wittgenstein wird auf den Zeitpunkt der Aufhebung der Überwachungszone auf seiner Homepage zusätzlich hinweisen.

Erste Meldung vom 31. Oktober 2022

Im Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es einen Fall von Geflügelpest – auch Vogelgrippe genannt – unter Nutztieren. Das hat das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, am 31. Oktober 2022 bestätigt. Betroffen ist eine Hobbyhaltung in einem Stadtteil von Siegen.

Die epidemiologischen Ermittlungen des Kreisveterinäramtes laufen. So wurden eine 3-Kilometer-Schutzzone und eine 10-Kilometer-Überwachungszone eingerichtet. Alle Geflügelhaltungen in diesem Bereich werden derzeit ermittelt.

In der Schutzzone müssen alle Geflügelhaltende z.B. ihr Geflügel in geschlossenen Ställen beziehungsweise Schutzvorrichtungen unterbringen, so dass sie vor einem Eintrag der Geflügelpest durch Wildvögel geschützt sind.

Zudem haben tierhaltende Betriebe dem Veterinäramt unverzüglich die Anzahl der gehaltenen Vögel unter Angabe ihrer Nutzungsart und ihres Standorts und die Zahl der verendeten gehaltenen Vögel, sowie jede Veränderung anzuzeigen. Gemeldet werden sollen, neben Hühnern, Bestände von Enten, Puten, Gänsen und Wachteln.

Um eine Ausbreitung der Geflügelpest zu verhindern, ist es unbedingt erforderlich, dass die Geflügelhaltenden die Schutzmaßnahmen beachten und dem Veterinäramt sofort melden, wenn im Geflügelbestand vermehrt kranke oder tote Tiere auffallen.

Weiterhin sind die einschlägig empfohlenen Biosicherheitsmaßnahmen und Überwachungs- bzw. Abklärungsuntersuchungen konsequent einzuhalten. Die Errichtung einer funktionierenden Barriere zwischen den Lebensräumen von wilden Wasservögeln (z.B. Gewässer, Felder, auf denen sich Gänse, Enten oder Schwäne sammeln) und den Geflügelhaltungen ist dabei wesentlich.

Besondere Vorsicht ist geboten an gemeinsamen genutzten Wasserflächen von wildlebenden Wasservögeln (Enten, Schwänen und Gänsen) und Nutzgeflügel. Hiervon geht ein sehr hohes Risiko der Viruseinschleppung aus.

Biosicherheitsvorkehrungen in Freilandhaltungen sind unbedingt einzuhalten. Dazu zählen u.a.:

  • Fütterung und Tränken nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen.
  • Tränken nur mit Leitungswasser und nicht mit Oberflächenwasser.
  • Lagerung von Futter, Einstreu und sonstigen Gegenständen nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen.

Links

Allgemeine Informationen zur Geflügelpest

 Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine besonders schwer verlaufende Form der Aviären Influenza bei Geflügel und anderen (Wild-)Vögeln (AI), die durch hochpathogene Influenzaviren (HPAIV) der Subtypen H5 und H7 verursacht wird. Sie ist eine in der Tiermedizin seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannte Infektionskrankheit, die bevorzugt Hühnervögel und Puten, aber auch Wassergeflügel wie zum Beispiel Enten und Gänse befällt. Die "Vogelgrippe", wie sie in der Öffentlichkeit bezeichnet wird, ist eine Tierseuche, welche bei Einschleppung in Haus- und Nutzgeflügelbestände hohe Verluste verursachen kann und deshalb frühzeitig Maßnahmen erfordert. Infektionen mit anderen Subtypen bleiben meist ohne gravierende klinische Auswirkungen.

HPAI-Viren können bei einer hohen Viruslast, wie sie in betroffenen Geflügelhaltungen zu erwarten ist, sporadisch auf den Menschen übertragen werden. Dies jedoch nur bei intensivem direktem Kontakt zu schwer erkranktem Geflügel. Trotz des umfangreichen und nach wie vor aktiven Geschehens bei Geflügel und Wildvögeln liegen bisher keine Hinweise auf humane Infektionen oder natürliche Infektionen bei Säugetieren in Deutschland oder anderen europäischen Ländern vor. Allerdings schließt das FLI in seiner aktuellen Risikoeinschätzung (Risikoeinschätzung des zum Auftreten von HPAI in Deutschland (22.02.21) ) nicht mehr aus, dass H5N8-Viren auch Menschen infizieren können. Grundlage für diese Einschätzung waren Berichte aus Russland, wonach bei Mitarbeitern eines Geflügelmastbetriebes Infektionen mit HPAIV des Subtyps H5N8 festgestellt wurden. Die Betroffenen zeigten zu keiner Zeit Symptome und eine Weiterverbreitung von Mensch zu Mensch wurde nicht beobachtet.

Personen, die in Kontakt mit infiziertem Geflügel kommen, sollten dennoch auf das Auftreten von respiratorischen Symptomen bzw. Bindehautentzündungen achten. Sobald Symptome auftreten, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.

Darüber hinaus gelten allgemeine Hygieneregeln: Tote Vögel sollten nicht mit bloßen Händen angefasst und die Hände gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden, falls es doch zu einem Kontakt gekommen ist. Auf die einschlägigen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts wird hingewiesen.

Links und Dokumente

Anmeldung von Geflügelhaltungen

Wer in Siegen-Wittgenstein Hühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln oder Laufvögel hält, muss seine Tierbestände dem ⮕Veterinäramt melden.

Unabhängig von der aktuellen Geflügelpestausbreitung haben alle Geflügelhalter ihre Tierhaltung außerdem bei der ⮕Tierseuchenkasse NRW, zu melden.

Dies gilt nicht nur für landwirtschaftliche Betriebe, sondern auch für Hobbyhaltungen. Nur wenn diese Meldungen erfolgen, ist eine reibungslose Tierseuchenbekämpfung möglich.

Vermarktung von Geflügel und Eiern aus Ökolandbau und Freilandhaltung bei Aufstallungspflicht

Die Erzeugnisse in Aufstallungsgebieten können weiterhin als Produkte aus Freilandhaltung bzw. Ökolandbau vermarket werden. Bei Geflügel aus Freilandhaltung ist dies auf 12 Wochen beschränkt, Eier aus Freilandhaltung können trotz Aufstallungsanordnung für maximal 16 Wochen weiterhin als Freilandeier vermarktet werden. Bei Fortdauer der Stallpflicht muss die Auslobung nach 12 (Geflügel) bzw. 16 Wochen (Eier) auf Bodenhaltung geändert werden. Im Ökolandbau gibt es keine zeitliche Beschränkung; bei Aufstallungsanordnung können diese Produkte weiter als „Öko“ vermarktet werden.

Für Betriebe außerhalb der Aufstallungsgebiete gilt die Verpflichtung zur Auslaufgewährung im Hinblick auf die Vermarktungsmöglichkeiten "Freiland" und "Öko-Landbau" unverändert. Wenn ein Betriebsleiter sich entschließt, seinen Bestand vorsorglich aufzustallen, können die Erzeugnisse nur als Bodenhaltungserzeugnisse vermarktet werden; denn in diesen Fällen liegt keine zwingende Voraussetzung einer veterinärrechtlichen Beschränkung zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier vor. Öko-Betriebe müssen diesen Wechsel in die (konventionelle) Bodenhaltung vorher ihrer Öko-Kontrollstelle anzeigen. Legehennenbetriebe, die ihre Haltungsform vorsorglich und freiwillig ändern wollen, müssen dies dem LANUV im Hinblick auf die Verwendung der Printnummer nach dem Legehennenbetriebsregistergesetz anzeigen. (Quelle: LANUV)

Rechtliche Grundlagen Geflügelpest