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Frauen verteidigen sich selbst:
14 Teilnehmende beim Kurs der Kreispolizeibehörde

13.02.2018

Der alte Milchhof in Geisweid: ein in die Jahre gekommener Industriebau, verwinkelt, mit dunklen Kellergängen. Eine Gruppe von Frauen ist hier unterwegs. Plötzlich taucht ein Betrunkener auf, pöbelt die Frauen an, wird zudringlich. Doch die Frauen lassen sich nicht einschüchtern. Mit deutlicher Körpersprache und fester Stimme signalisieren sie "Lass uns in Ruhe!" und halten den Mann auf Distanz. Gleicher Ort etwas später: Ein anderer Mann taucht auf und greift die Frauen an: umklammert sie, versucht sie auf den Boden zu ziehen. Doch auch hier geben die Frauen nicht auf: Sie wehren sich mit einfachen Selbstverteidigungsmitteln und entkommen dem Angreifer. Dieses Szenario ist genauso passiert– als Abschlussübung eines Kurses zum Thema "Selbstverteidigung und Selbstbehauptung".

Der Verein Impuls e.V. (Verein zur Förderung der kommunalen
Kriminalprävention) bietet diesen Kurs schon seit vielen Jahren in Kooperation mit dem Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein an. Kursleiter sind der erfahrene Kriminalhauptkommissar Volker vom Hagen, siebenfacher Schwarzgurt-Träger im Ju-Jutsu und Karate, und die Pädagogin Barbara Bilinski.

Wissen soll später weitergegeben werden

Zielgruppe sind Lehrerinnen, Übungsleiterinnen und andere Multiplikatorinnen, die das Wissen nicht nur für sich selbst einsetzen können sollen, sondern es auch an Schülerinnen oder andere Frauen weitergeben können und wollen.

Am jüngsten Kurs haben 14 Frauen im Alter von 20 bis 60 Jahren teilgenommen. So haben die Frauen an den zehn Abenden des Kurses zum Beispiel Schläge mit der Faust oder dem Handballen gegen ein Schlagpolster geübt. Oder wie man sich aus einer Umklammerung oder einem Würgegriff befreit. "Unser Ziel ist es, den Frauen zu helfen, einen Schalter im Kopf umzulegen: Sie sind keine Opfer, sie können sich wehren, sie müssen nicht aufgeben!", so der erfahrene Kriminalist. Darüber hinaus werden im Kurs rechtliche Hintergrundinformationen thematisiert und das Einsetzen von technischen Hilfsmitteln besprochen.

"Es hat wieder toll funktioniert"

"Am Anfang haben die Frauen oft die Befürchtung, dass sie das, was sie lernen, nicht umsetzen können", sagt Volker vom Hagen. Umso mehr freut er sich, wenn er am Ende bei der Abschlussübung sieht, dass sie sich doch trauen und es mit wenigen Kniffen schaffen, sich vor Angriffen zu schützen. "Das hat auch diesmal wieder toll funktioniert", stellt er fest. Und eine der Frauen hat ihr Wissen auch bereits an einer Schule im Rahmen eines Schülerprojekts umgesetzt bzw. weitergegeben, hat sie ihm berichtet.

Die Kurse "Selbstverteidigung und Selbstbehauptung" für Frauen werden immer wieder angeboten. Für wann der nächste geplant ist, können Interessierte direkt beim Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz (Telefon: 0271 7099-4800) während der üblichen Bürozeiten erfragen.

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