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Datum: 11.09.2020

Sechs neue Corona-Fälle
Informationen zu Reihentestungen in Schulen

Im Zusammenhang mit den Coronafällen an Schulen haben das Kreisgesundheitsamt verschiedene Fragen erreicht. Deshalb möchte das Kreisgesundheitsamt noch einmal einige wesentliche Punkte deutlich machen.

Seit gestern sind im Kreisgesundheitsamt sechs positive Corona-Testergebnisse eingegangen. Es handelt sich um eine Frau Anfang 20 aus Burbach, ein Baby, eine Frau um die 30 und eine Frau um die 50 aus Freudenberg, einen Mann um die 40 aus Kreuztal und einen Mann Anfang 20 aus Siegen. Vier der Neuinfizierten hatten Kontakt zu bereits bestätigt Infizierten, zwei wurden von ihren Hausärzten getestet.

Vier Personen wurden als genesen aus der Quarantäne entlassen. Hier handelt es sich um einen Mann Anfang 20 und eine Frau Mitte 30 aus Hilchenbach und eine Frau Mitte 60 und Anfang 70 aus Wilnsdorf.

Seit Beginn der Pandemie haben sich insgesamt 561 Personen aus Siegen-Wittgenstein mit dem Coronavirus infiziert, 522 sind wieder genesen, acht verstorben. Aktuell infiziert sind 31 Personen. Derzeit muss ein Patient wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden.

Fragen im Zusammenhang mit Reihentestungen in Schulen

Im Zusammenhang mit den Coronafällen in der Gesamtschule Eiserfeld und im Gymnasium Wilnsdorf haben das Kreisgesundheitsamt verschiedene Fragen erreicht, die sich zum Teil auch auf ein vermeintlich unterschiedliches Vorgehen in beiden Fällen beziehen.

Deshalb möchte das Kreisgesundheitsamt noch einmal einige wesentliche Punkte deutlich machen:

Die Quarantäne dauert zurzeit grundsätzlich immer 14 Tage ab dem letzten Kontakt mit der infizierten Person. Eine andere Information hat das Gesundheitsamt auch zu keinem Zeitpunkt veröffentlicht. Im Fall der Gesamtschule Eiserfeld lag allerdings der letzte Kontakt zur infizierten Lehrkraft bereits sechs Tage zurück, so dass u.U. der Eindruck entstanden ist, dass für die betroffenen Schüler eine kürzere Quarantänezeit angeordnet wurden als in Wilnsdorf. De facto entspricht aber auch dieser Zeitraum einer 14-tägigen Quarantäne.

Bei Testungen gilt: Grundsätzlich sind zwei Tests für die Kontaktpersonen während der Quarantäne vorgesehen – der erste möglichst bald nach Bekanntwerden der Infektion, der zweite ungefähr sieben Tage nach dem letzten Kontakt. Da im Zusammenhang mit der Gesamtschule Eiserfeld der positive Befund der Lehrkraft erst sechs Tage später ans Kreisgesundheitsamt gemeldet wurde, war der „sofortige“ Test nicht mehr möglich. Stattdessen wurde „nur noch“ der Test nach sieben Tagen durchgeführt.

Ein negativer Test führt keinesfalls dazu, dass die Quarantänezeit verkürzt werden kann. Diese beträgt immer 14 Tage. Das ist die Inkubationszeit des Coronavirus. Trotz eines negativen Tests kann in dieser Zeitspanne die Krankheit immer noch ausbrechen. Ein negativer Test ist aber ein Indiz dafür, dass die Person bis zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht Überträger des Virus war und somit bisher noch niemanden angesteckt hat.

Die Frage, wann und wo welche Tests durchgeführt werden, hängt immer auch mit der Zahl der aktuell Betroffenen und den logistischen Möglichkeiten zusammen. Dabei ist das vordringliche Ziel des Kreisgesundheitsamtes, die Tests möglich schnell durchzuführen. Aufgrund der vielen Testungen, die aktuell durchgeführt werden müssen, war die Testung der Schüler der Gesamtschule Eiserfeld nur im Corona-Diagnose-Zentrum an der Universität Siegen möglich, wo für diesen Tag bereits mehrere Test-Teams eingeplant waren. Beim Gymnasium Wilnsdorf gab es etwas mehr Zeitvorlauf, so dass das Kreisgesundheitsamt zwei zusätzliche Teams bereitstellen konnten, die vor Ort nach Beendigung des Schulbetriebs getestet haben.

In einem Fall wollten Eltern vom Gesundheitsamt wissen, warum ihr Kind an der Reihentestung teilnehmen musste und nicht durch einen niedergelassenen Arzt getestet werden konnte. Die Testung von Kontaktpersonen liegt in der Verantwortung des Gesundheitsamtes. Neben organisatorischen Fragen ist hier für das Gesundheitsamt ganz wesentlich, dass ihm bei externen Untersuchungen nur positive Befunde übermittelt werden, negative aber nicht. Damit bleiben Unsicherheiten länger bestehen, als notwendig.

Jeder Fall einer Infektion ist eine Einzelfallentscheidung und abhängig von den jeweiligen Umständen, die schon aus Datenschutzgründen nicht weitergegeben werden können, betont das Kreisgesundheitsamt. Das jeweilige mit den Schulen oder Kitas abgesprochene Vorgehen wird den Einrichtungsleitungen mitgeteilt, die dann auch für Fragen der Eltern zur Verfügung stehen.

Aktuell Erkrankte

(abzüglich der Genesenen) verteilt auf die elf Städte und Gemeinden in Siegen-Wittgenstein:

  • Bad Berleburg    1
  • Bad Laasphe      0
  • Burbach              3
  • Erndtebrück        0
  • Freudenberg       4
  • Hilchenbach       2
  • Kreuztal              5
  • Netphen             0
  • Neunkirchen       2
  • Siegen              14
  • Wilnsdorf            0