Sprungziele
Inhalt

Netzwerk Sexuelle Gesundheit in Siegen-Wittgenstein

Im Zeitraum von 01. September 2019 bis 28. Februar 2022 erhält der Kreis Siegen-Wittgenstein Fördergelder des Landes Nordrhein-Westfalen für den Aufbau eines Netzwerkes zu sexueller Gesundheit im Kreisgebiet, welches über den Projektzeitraum hinaus weiteren Bestand haben soll.

Der Kreis ist eine von fünf Modellregionen, die durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW unterstützt werden. Zielsetzung des Projektes im Kreis Siegen-Wittgenstein ist es, die bestehenden Angebote der Prävention, Beratung, Testung und Behandlung zu HIV und weiteren sexuell übertragbaren Infektionen (STI) durch eine systematische Informations- und Netzwerkarbeit weiterzuentwickeln. Angestrebt wird eine wirksamere Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen den Angeboten insbesondere im ländlichen Raum. Dadurch sollen mehr Menschen mit sexuellen Gesundheitsrisiken die vorhandenen Unterstützungsangebote frühzeitiger und häufiger in Anspruch nehmen. Das Projekt bezieht sich vor allem auf Informations-, Beratungs- und Behandlungsangebote für folgende Personengruppen:

1. Schwule Männer und Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) (https://www.siwi-wills-gesund.de/)

2. Menschen mit intravenösem Drogenkonsum (IVD)

3. Sexarbeiter*innen

Ziele und Teilziele

Aufbau des Netzwerkes zu sexueller Gesundheit im Kreis Siegen-Wittgenstein

  • Verbesserung der Zugänge für die Zielgruppen (Schwule Männer/Männer, die Sex mit Männern haben, i.V. drogengebrauchende Menschen, Sexarbeiterinnen) in den Bereichen Information, Beratung, Test und Behandlung
  • bessere Verzahnung der Strukturen (Beratung, Test, Behandlung)
  • Strukturen transparenter und leichter zugänglich gestalten
  • Initiierung von Kooperationen mit niedergelassenen Ärzt*innen zur Verbesserung der Überleitung von Beratung/Test und Behandlung

Gezielte Präventions-/Öffentlichkeitsarbeit für die o.g. Zielgruppen

  • Kenntnisstand zu den vielfältigen Angeboten von Information, Beratung, Testung und Behandlung zu HIV und weiteren sexuell übertragbaren Infektionen im Kreis Siegen-Wittgenstein und Inanspruchnahme der Angebote ja nach Risiko erhöhen
  • positive, motivierende Ansprache im Text (Angebot zu sexueller Gesundheit)
  • Kenntnis zu existierenden Angeboten fördern
  • Übersicht existierender Angebote herstellen

Aufbau von niedrigschwelligen Angeboten entsprechend den Bedürfnissen der jeweiligen Zielgruppe

  • Menschen früher zum Test motivieren, um so Spätdiagnosen zu reduzieren
  • Zielgruppen dort „abholen“ wo sie sich aufhalten

Umsetzung - konkret

Aufbau und Installierung eines Netzwerkes zu sexueller Gesundheit in Siegen-Wittgenstein

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • Mitglieder der Arbeitskreise „Sexualpädagogik“ und „AIDS/STI“
  • Mitglieder der AG Sucht und des Substitutionszirkel
  • Ärzt*innen  der Fachgebiete: Allgemeinmedizin, Dermatologie, Gynäkologie, Urologie, Infektiologie)
  • Selbsthilfe
  • Zielgruppen
  • Weitere Fachkräfte, die an der Umsetzung der Angebote beteiligt sind

Ziele des Netzwerkes

  • Bekanntheitsgrad der bereits existierenden kostenlosen und anonymen Informations-/ Beratungs- und Testangebote erhöhen
  • Überleitung zwischen den einzelnen Angeboten (Beratung, Testung, medizinische Versorgung) herstellen und verbessern
  • Gemeinsam mit den Akteuren des Netzwerkes soll die Bedarfslage für die unterschiedlichen Zielgruppen ermittelt und die bisherigen Angebote ergänzt bzw. neue Angebote aufgebaut werden.
  • Aufbau einer medizinischen Versorgungsstruktur zu HIV und STI im Kreis Siegen-Wittgenstein
  • Verbesserung der Versorgung für die Zielgruppen des Projektes (MSM, Sexarbeiterinnen, Drogengebrauchende)
  • Qualitätszirkel zu HIV und STI installieren

Fortbildungen und Sensibilisierung zu sexueller Gesundheit sowie zu HIV und weiteren sexuell übertragbaren Infektionen, u.a. für

  • Ärzt*innen von niedergelassenen Praxen und Kliniken (Fachrichtungen: Allgemeinmedizin, Dermatologie, Gynäkologie, Urologie, etc.)
  • Beratungsstellen und Selbsthilfe
  • Multiplikator*innen und ehrenamtlich tätige Personen

Gezielte Präventions-/Öffentlichkeitsarbeit für die o.g. Zielgruppen

  • Enge Kooperation mit den beteiligten Kooperationspartner*innen zur Verbesserung der Zugänge zu den kostenlosen und anonymen Informations-, Beratungs- und Testangeboten
  • Aufbau von zielgruppenspezifischen Präventionskanälen, u.a. Nutzung neuer Medien mit Partizipation der Zielgruppen
  • durch aufsuchende Arbeit
  • durch Anpassung des Angebotes an die Bedarfe der jeweiligen Zielgruppe

Aufbau von niedrigschwelligen Angeboten entsprechend den Bedürfnissen der jeweiligen Zielgruppe

Ideen für Angebote

  • Sprechstunde für Nicht-Krankenversicherte Frauen mit Untersuchungsmöglichkeit
  • MSM-Sprechstunde (Männergesundheit, HIV/STI, PrEP etc.) mit Untersuchungsmöglichkeit
  • spezielle Impfsprechstunde (Hepatitis A/B) für die o.g. Zielgruppen
  • aufsuchende Beratung/Testung mit Untersuchungsmöglichkeit (Gesundheitsamt in Kooperation mit Beratungsstellen, Ärzt*innen, Kliniken...), z.B. in Clubs sowie in Räumen der kooperierenden Beratungsstellen
  • Beratungs- und Testangebot im Rahmenprogramm von Veranstaltungen (z.B. CSD, WAT)