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Exkursion zur Kriegsgräberstätte Ysselsteyn in den Niederlanden
Fahrt für Schüler und Auszubildende am 13. Juni

Eine Exkursion für Schüler und Auszubildende zur Kriegsgräberstätte Ysselsteyn in den Niederlanden bot der Kreisverband Siegen-Wittgenstein in Kooperation mit dem Landesverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. am 13. Juni 2018 an. Die Studienfahrt wurde von der Stiftung Gedenken und Frieden gefördert.

Die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn liegt wenige Kilometer südwestlich von Venray, einer Gemeinde mit über 40.000 Einwohnern in der Provinz Limburg. Sie ist mit einer Fläche von 30 Hektar die flächenmäßig größte Kriegsgräberstätte der Welt. In Ysselsteyn ruhen alle im Zweiten Weltkrieg in den Niederlanden gefallenen oder verstorbenen Deutschen, soweit sie nicht in die Heimat überführt wurden. Es sind über 31.700 Kriegstote. Mehr als 31.000 Grabkreuze zeugen bis heute von den Schrecken des Krieges. Der Friedhof entstand unweit eines ehemaligen deutschen Kriegsgefangenenlagers. Die niederländische Seite wollte nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst alle deutschen Kriegstoten über die Grenze nach Deutschland bringen, wo sie dann auf einem Sammelfriedhof bestattet werden sollten.

Die Amerikaner äußerten demgegenüber allerdings den Wunsch, die deutschen Gefallenen in den Niederlanden zu belassen. Man entsprach dem Wunsch. Der niederländische Gräberdienst legte den Friedhof daraufhin an. Das niederländische Verteidigungsministerium sorgte dafür, dass alle deutschen Gefallenen von den Zivilfriedhöfen und aus Feldgräbern überall im Land exhumiert und auf den Friedhof in Ysselsteyn beigesetzt wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt lagen die gefallenen Soldaten von Maastricht bis zur Insel Ameland über das gesamte Land verstreut. Außerdem fanden neben Deutschen auch Niederländer, Polen und Russen, die als Freiwillige in Verbänden der Wehrmacht gekämpft hatten, dort ihre letzte Ruhestätte.

Am 1. November 1976 übergab die niederländische Regierung die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn in die Obhut der Bundesrepublik Deutschland und damit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., der die Anlage seitdem verwaltet und pflegt.

Seit den 80er-Jahren befindet sich eine Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte in unmittelbarer Nähe des Friedhofs. Dort finden regelmäßig internationale Workcamps und Jugendbegegnungen statt.