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„Studientag gegen das Vergessen“
Auszubildende der Kreisverwaltung besuchten Kreisehrengedenkstätte

"Warum sollen wir uns noch an den Ersten und Zweiten Weltkrieg erinnern? Was geht mich das an? Sollte man nicht langsam Gras drüber wachsen lassen?" Mit diesen Fragen haben sich jetzt neun Auszubildende der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein beschäftigt. Der Kreisverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) hatte die jungen Erwachsenen zu einem Studientag eingeladen.

Spannend und berührend waren für die Azubis die Berichte von Werner Göbel aus Wilnsdorf. Als junger Mann hat er den Zweiten Weltkrieg miterlebt und war anschließenden fünf Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft. Göbel wurde nicht müde, die jungen Leute zu ermutigen, sich aktiv in unsere Gesellschaft einzubringen und dafür einzusetzen, dass Gewaltherrschaft und Diktatur nie wieder unser Land beherrschen.

Auch dem Vorsitzenden des VDK, Landrat Paul Breuer, war es wichtig im Gespräch mit den jungen Leuten zu betonen, wie wichtig eine Erinnerungskultur ist. "Wenn wir die Erinnerung an unsere eigene Geschichte verlieren, setzen wir das wertvollste Gut unserer Gesellschaft aufs Spiel, nämlich unsere Demokratie", machte der Landrat deutlich.

Ein Besuch auf der Kreisehrengedenkstätte in Siegen-Gosenbach gehörte ebenfalls zum Programm des Studientages. Auf der Gedenkstätte findet alljährlich die Gedenkfeier des Kreises zum Volkstrauertag statt, bei der an die Opfer der beiden Weltkriege, von Gewalt und Terror erinnert wird. "81 Grabkreuze, je ein Kreuz für zwei in Gosenbach bestattete Kriegstote des zweiten Weltkrieges, erinnern hier an die Schrecken der Kriegstage", erläuterte Ingolf Jost, Geschäftsführer des Volksbundes im Siegerland.

Nach einer Besichtigung der Gedenkstätte und weiterführenden Informationen wurden die Auszubildenden selbst aktiv und reinigten vermooste Kreuze, jäteten Unkraut und kehrten die Wege. "Ich bin vorher nie auf der Kreisehrengedenkstätte gewesen", sagt die Auszubildende Rahel Arlitt: "Aber der Besuch hier, die Gespräche und die Arbeiten waren sehr bewegend und haben mich neu zum Nachdenken gebracht."

Beim Resümee zum Abschluss des Tages wurde noch einmal deutlich, dass die Azubis von den Gesprächen und Erfahrungen des Studientages sehr beeindruckt waren. Diskussion, Zeitzeugengespräch und praktische Arbeit hatten deutlich gemacht, wie wichtig Erinnerung und Mahnung zum Frieden für unsere Gesellschaft ist.