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Kommunales Integrationsmanagement (KIM)

Als Puzzle ist im übertragenen Sinne auch das Kommunale Integrationsmanagement (KIM) im Kreis Siegen-Wittgenstein zu verstehen, denn wenn eine gute Zusammenarbeit der beteiligten Akteurinnen und Akteure in der Integrationsarbeit gelingt, kann auch Integration von Menschen mit Einwanderungsgeschichte gelingen.

Ein Sprichwort besagt: „Das Leben ist wie ein Puzzle. Du musst es nur zusammensetzen, damit etwas daraus wird.“ (Verfasser unbekannt)

Als Puzzle ist im übertragenen Sinne auch das Kommunale Integrationsmanagement (KIM) im Kreis Siegen-Wittgenstein zu verstehen, denn wenn eine gute Zusammenarbeit der beteiligten Akteurinnen und Akteure in der Integrationsarbeit gelingt, kann auch Integration von Menschen mit Einwanderungsgeschichte gelingen.

Doch was ist KIM und wer ist daran beteiligt?

Das landesweite Förderprogramm KIM ist aus dem Modellprogramm „Einwanderung gestalten NRW“ entstanden und wird aufgrund des Erfolges in allen 54 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW eingeführt. Gefördert wird KIM vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration (MKJFGFI) des Landes NRW.

Ziel ist es, ein individuelles ressourcen- und bedarfsorientiertes Unterstützungssystem für Menschen mit Einwanderungsgeschichte zu schaffen, damit deren Teilhabechancen verbessert werden.

Dies gelingt, wenn die vielfältigen Unterstützungsangebote gebündelt, ausgeweitet sowie einheitlich ausgerichtet werden. Die Beteiligung der entsprechenden Akteurinnen und Akteure (Netzwerkpartner) in der Integrationsarbeit (innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung) ist dabei unabdingbar.

Die Koordination ist an das Kommunale Integrationszentrum Kreis Siegen-Wittgenstein (KI) angegliedert.

Integration gelingt mit KIM, wenn sich jedes Puzzleteil seiner Ressourcen, Aufgaben und seiner Verantwortung bewusst ist, der Zusammenarbeit eine große Bedeutung zuschreibt und eine gemeinsame Haltung eingenommen wird: Der Mensch steht im Mittelpunkt!

Case Management

Case Management ist ein Handlungskonzept zum Aufbau eines Systems, welches darauf abzielt, Menschen in herausfordernden Lebenssituationen zielgerichtet zu unterstützen und zu begleiten.

Im Mittelpunkt steht dabei die ressourcen- und bedarfsorientierte Einzelfallarbeit, bei der die Menschen, für die dieses Angebot konzipiert wurde, konkret beteiligt werden (Fallebene), sowie der Aufbau bzw. die Erweiterung von rechtskreisübergreifenden Strukturen/ Netzwerken. Im Ergebnis soll das vorhandene Versorgungssystem anhand der festgestellten Bedarfe optimiert werden (Systemebene).

Das Ziel ist die Entwicklung eines vielschichtigen Bündnisses aller am Integrationsprozess Beteiligten.

Case Managerinnen und Case Manager

Bei der Verwirklichung der angestrebten Ziele des Kommunalen Integrationsmanagements (KIM) übernehmen die Case Managerinnen und Case Manager in den elf Kommunen des Kreises Siegen-Wittgenstein eine zentrale Rolle. Sie werden von und in den Kommunen eingesetzt. Im Rahmen von individueller Einzelfallberatung unterstützen und begleiten sie Menschen mit Einwanderungsgeschichte vor Ort bei relevanten Themen und Herausforderungen, sofern noch kein Zugang zu entsprechenden Beratungsangeboten vorhanden ist. Ziel der Beratung ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“ sicherzustellen. Die fallspezifischen Bedarfe dienen als Grundlagen für das weitere Vorgehen und werden an die KIM-Koordination weitergeleitet. Die Koordination bildet daraus generative Themen, die in der Lenkungsgruppe vorgestellt werden.

Geförderte Stellenanteile 2022:

14,0 Case Management

Entwicklungskonferenzen

Die Teilnahme an Entwicklungskonferenzen dient dem Strukturaufbau vor Ort und der Vernetzung im Rahmen der intrakommunalen Zusammenarbeit mit dem Ziel der Ermittlung von Bedarfen in den generativen Themen, die aus der individuellen qualitativen Einzelfallarbeit der Case Managerinnen und Case Manager im Arbeitskreis Schnittstellenmanagement herausgearbeitet worden sind. Die Zusammensetzung ist regional unterschiedlich und besteht aus den relevanten Akteuren der jeweiligen Kommunen.

Schnittstellenmanagement

Damit Doppelstrukturen in Zuständigkeiten von Beratungen vermieden werden, soll ein regelmäßiger kollegialer Austausch im rechtskreisübergreifenden Arbeitskreis Schnittstellenmanagement unter Beteiligung der drei Bausteine im KIM Programm sowie themenspezifischer/ -relevanter Netzwerkpartner erfolgen. Netzwerkpartner der Region können sämtliche Stellen innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung sein, die Angebote zur Integration von Menschen mit Einwanderungsgeschichte erbringen, damit deren Teilhabechancen verbessert werden.

Lenkungsgruppe

Die Aufgabe der Lenkungsgruppe KIM ist es, die vom Case Management und der Koordination identifizierten Themen aus den Fallgesprächen aufzunehmen, zu priorisieren und dementsprechend darüber zu entscheiden, welche zunächst in den Projektgruppen bearbeitet werden. Daraus ergeben sich konkrete Maßnahmen, die im Rahmen der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit in der Lenkungsgruppe für die Region Siegen-Wittgenstein gemeinsam zu beschließen sind. Dieser ist durch die Besetzung mit verwaltungsinternen und –externen Akteurinnen und Akteuren in der Lage, nachhaltige Entscheidungen zu treffen, damit die Maßnahmen in der gesamten Region und über die Rechtskreise hinweg mitgetragen werden und Integrationsprozesse erfolgreich verlaufen. 

Besetzung der Lenkungsgruppe:

• Dezernent:in für Schule, Bildung, Soziales, Jugend der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein
• Dezernent:in für Gesundheit, Sicherheit, Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein
• Sprecher:in Bürgermeisterkonferenz
• Vertreter:in der Kommunen auf Arbeitsebene
• Schulverwaltungsamt (Amtsleitung)
• Leitung Kommunales Integrationszentrum
• Jobcenter (Geschäftsführung)
• Agentur für Arbeit (Geschäftsführung)
• Zwei Vertretungen der AG Wohlfahrt
• Arbeitgeber:innenverbände/ Gewerkschaften
• Vertreter:innen der Kirchen
• BAMF (Regionalkoordinator:in)

Der Lenkungsgruppe gehört als beratendes Mitglied das Koordinatoren-Team (Kreis Siegen-Wittgenstein und Universitätsstadt Siegen) an.
Die Lenkungsgruppe kann im Bedarfsfall anlass- und themenbezogen weitere Personen/ Vertretungen von Einrichtungen/Institutionen beratend hinzuziehen.

Termine:

Donnerstag, 9. Juni 2022            Konstituierende Sitzung Lenkungsgruppe KIM
Dienstag, 18. Oktober 2022       2. Sitzung Lenkungsgruppe KIM

Gesamtkoordination und Overhead

Die Koordinatorinnen und Koordinatoren betreuen die Case Mangerinnen und Case Manager vor Ort und setzen die erforderliche strategische Arbeit um, damit eine gute rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit zwischen den relevanten Akteurinnen und Akteuren im Integrations- und Migrationsbereich gelingt. Sie führen regionale Abstimmungsprozesse durch, koordinieren den Arbeitskreis „Schnittstellenmanagement“, identifizieren Handlungsfelder, begleiten die Lenkungsgruppe und steuern Unterstützungsangebote, die für den Integrationsprozess erforderlich sind.

Geförderte Stellenanteile 2022:

Kreis Siegen-Wittgenstein:                                  Universitätsstadt Siegen:

3,5 Koordination                                                      1,0 Koordination

0,5 Verwaltungsassistenz

Projektgruppen

Nach Beauftragung durch die Lenkungsgruppe werden mit beteiligten Netzwerkpartnern bedarfsgerechte Maßnahmen und Lösungen in themenbezogenen Projektgruppen erarbeitet, die die bestehenden Netzwerkstrukturen im Kreis Siegen-Wittgenstein absichern, gegebenenfalls erweitern und so mögliche Lücken von Unterstützungsangeboten schließen. Diese zu behandelnden Themen basieren –wie erläutert- auf fallspezifischen Erkenntnissen der Case Managerinnen und Case Manager, die im Rahmen der Einzelfallberatung gewonnen wurden. 

Ausländer- und Einbürgerungsbehörden

Einen weiteren wichtigen Baustein von KIM übernehmen die Ausländer- und Einbürgerungsbehörden. Die hier im Zusammenhang mit KIM eingesetzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen im Rahmen der gesetzlichen Grundlagen für eine Verbesserung der Teilhabe- und Integrationschancen von Menschen mit Einwanderungsgeschichte sowie an der Verstetigung von Aufenthaltstiteln und klären über Einbürgerungsvoraussetzungen auf.

Geförderte Stellenanteile 2022:

Kreis Siegen-Wittgenstein:                                  Universitätsstadt Siegen:

1,0 Ausländerbehörde                                             1,0 Ausländerbehörde

1,0 Einbürgerungsbehörde                                      1,0 Einbürgerungsbehörde


Alle Handlungen erfolgen unter der Maßgabe einer transparenten Kommunikation und dem Ziel, das Kommunale Integrationsmanagement in Siegen-Wittgenstein in einem gelingenden Miteinander zu etablieren und nachhaltig zu strukturieren. In der Region soll die rechtskreisübergreifende Arbeit aller beteiligten Akteure für das Wohl und die Teilhabe der Menschen mit Einwanderungsgeschichte in unserer Gesellschaft im Fokus stehen.