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Via Adrina vereint Vergangenheit und Zukunft
Zweiter Platz beim Heimatpreis geht an Gemeinschaftsverein Arfeld

Berleburg-Arfeld hat angepackt und eine Industrieruine in das Mehrgenerationen-Zentrum Via Adrina verwandelt. Landrat Andreas Müller hat das Projekt jetzt mit dem zweiten Platz des Heimatpreises Siegen-Wittgenstein 2021 ausgezeichnet.

Das Unmögliche möglich gemacht: Ganz Bad Berleburg-Arfeld hat angepackt und eine Industrieruine in das Mehrgenerationen-Zentrum Via Adrina verwandelt! Für diese außergewöhnliche ehrenamtliche Leistung wurde der Gemeinschaftsverein Arfeld jetzt von Landrat Andreas Müller mit dem zweiten Platz des Heimatpreises Siegen-Wittgenstein 2021 geehrt.

„Über 15.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben Sie in dieses Projekt investiert. Herzlichen Glückwunsch an den Gemeinschaftsverein Arfeld und die vielen Beteiligten für diese herausragende Leistung. Sie schlagen mit diesem Projekt einen Bogen aus der Vergangenheit in die Zukunft und tragen dazu bei, dass unsere Heimat auch in Zukunft lebens- und liebenswert bleibt“, betont der Landrat bei seinem Vorort-Besuch: „Die Via Adrina ist ein absolut einzigartiges Vorzeigeprojekt für die ganze Region!“

Ausgangspunkt für das Großprojekt war die Schließung der Schuhleistenfabrik Hartmann vor 17 Jahren. Von jetzt auf gleich war einer der größten Arbeitgeber der Region verschwunden und hinterließ mitten im Dorf ein 18.000qm großes Areal, das nach und nach verfiel. Was dann folgte, ist eine beispiellose Geschichte darüber, wie eine Dorfgemeinschaft allen Widrigkeiten zum Trotz eine Industriebrache im Ortskern zu neuem Leben erweckt.
2010 hat der Gemeinschaftsverein als Dach der örtlichen Vereine gemeinsam mit der Stadt Bad Berleburg eine Initiative zur Umnutzung der Fläche gestartet. Von Anfang an war das ganze Dorf beteiligt. Es wurden Arbeitsgruppen gebildet und gemeinsam ein Konzept entwickelt – die Resonanz war riesengroß.

„Das neue Dorfzentrum ist ein tolles Beispiel dafür, was Ehrenamt möglich machen kann. Die Arfelder haben hier einen modernen Treffpunkt mit einem cleveren, nachhaltigen Konzept für alle Menschen errichtet. Aus der ehemaligen Industriebrache ist eine ‚Heimat für morgen‘ geworden“, so der Landrat weiter.

„Was die Arfelder hier geleistet haben ist wirklich einmalig“, unterstreicht auch Bürgermeister Bernd Fuhrmann: „Dass dieses ambitionierte Großprojekt gelungen ist, zeugt von einem großartigen Zusammenhalt und einem unbändigen Willen der ganzen Dorfgemeinschaft. Herzlichen Glückwunsch für diese verdiente Auszeichnung“, so der Bürgermeister.

Viele tausende Stunden Eigenleistungen und Finanzmittel haben die Vereine im Dorf unter der Koordination des Gemeinschaftsvereins in ihre neue Dorfmitte investiert. Heute ist die Industriebrache beseitigt und das Zentrum Via Adrina, ein Treffpunkt für Jung und Alt, und das neue Feuerwehrgerätehaus stehen. Auch die Modellbahnfreunde Arfeld haben hier ein neues Zuhause gefunden.

Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Gäste können den multifunktionalen Saal mit moderner Veranstaltungstechnik nutzen. Jeden Mittwoch gibt es eine Dorf-Theke. Das Selbstbedienungscafé bietet Radlern und Wanderern des Ederradwegs und des Premiumwanderwegs Via Adrina eine Rastmöglichkeit mit fair-gehandelten Produkten aus der Region und kühle Erfrischungen. Automatische Schließsysteme ermöglichen eine tägliche Öffnung und bedeuten eine Entlastung für die Ehrenamtler. Im Hartmann-Tunnel, der aus Material der ehemaligen Schuhleistenfabrik gebaut wurde, wird die Geschichte des Unternehmens greifbar und für die kommenden Generationen in besonderer Weise erhalten.

Heimatpreis 2021

Der Landrat hatte den Heimatpreis 2021 unter dem Leitgedanken „Siegen-Wittgenstein – Heimat für morgen“ ausgeschrieben. Anders als in den vergangenen Jahren fand in diesem Jahr die Verleihung nicht im Rahmen einer Festveranstaltung statt. Stattdessen besuchte Landrat Andreas Müller die drei Preisträger persönlich vor Ort, um sich über das jeweilige Projekt zu informieren und die Urkunde zu übergeben.

Das Preisgeld stammt aus dem Förderprogramm „Heimat-Preis“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Insgesamt stehen für den Heimat-Preis 10.000 Euro zur Verfügung, welche die Jury, der neben dem Landrat auch die stellvertretenden Landräte und Kreisheimatpfleger Dieter Tröps angehörten, auf bis zu drei Preisträger aufteilen durfte. Der Gemeinschaftsverein Arfeld durfte sich über ein Preisgeld von 3.000 Euro freuen.