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Ein zweites Leben für Küchenwecker und Thermomix
Dritter Platz beim Heimatpreis geht an Repair-Café

"Ich freue mich sehr, diesem tollen Team jetzt den dritten Preis des diesjährigen Heimatpreises überreichen zu dürfen“, so Landrat Andreas Müller.

40 Jahre lang leistete der schön verzierte Küchenwecker neben der Spüle gute Dienste. Jetzt schlägt sein Uhrwerk nicht mehr. Viele Erinnerungen hängen daran. Aber kaputt nützt er ja nichts mehr. Er war schon alt: Also weg damit und einen neuen kaufen, richtig? Falsch!

„Im Repair-Café der KlimaWelten Hilchenbach bekommt jedes Teil eine neue Chance – koste es, was es wolle. Damit ist nicht Geld gemeint, denn alle zehn Reperateure arbeiten ehrenamtlich. Aber die Motivation und die Leidenschaft, mit der in der alten Florenburgschule gewerkelt und geschraubt wird, ist mit nichts zu bezahlen. Ich freue mich sehr, diesem tollen Team jetzt den dritten Preis des diesjährigen Heimatpreises überreichen zu dürfen“, so Landrat Andreas Müller.

Für viele Menschen erscheint eine Reparatur oft unmöglich, zu aufwendig oder zu teuer, dabei braucht es manchmal nur eine ruhige und fachkundige Hand: Küchenwecker aufschrauben, saubermachen, entfetten und schon tickt er wieder. Dreißig Minuten hat es gedauert. Der Kostenfaktor ist gleich null, der Beitrag für unsere Umwelt und unsere Gesellschaft hingegen unbezahlbar.

Engagement über drei Generationen

„Heimatarbeit findet nicht nur im Backesverein oder Heimatmuseum statt, sondern überall dort, wo Menschen aus der Region zusammenkommen und sich für ein Herzensthema engagieren. Wenn das Team der KlimaWelten ein antikes Radio repariert oder die Super 8-Filmrollen mit Familienerinnerungen restauriert, dann steckt da ganz viel 'Heimat für morgen' drin“, so Müller.

Aber nicht nur Altes wird im Repair-Café repariert. Jedes Gerät, das irgendwie defekt ist und vor der Tonne bewahrt werden kann, bekommt die Chance auf ein zweites Leben – auch der neue Thermomix. Die Erfolgsquote ist hoch. Drei Generationen engagierter Männer und Frauen bringen seit 2015 jeden vierten Samstag im Monat ihr Werkzeug, ihre Nähmaschine oder sogar ihren 3D-Drucker mit in das alte Klassenzimmer der Florenburgschule in Hilchenbach. Alle vereint der Gedanke, weniger Müll zu produzieren und etwas für die heimische Umwelt zu tun.

„Im Repair-Café der KlimaWelten wird Nachhaltigkeit wahrhaftig sichtbar und erlebbar. Hier werden elektronische und mechanische Geräte mit Fingerspitzengefühl und viel Know-How wieder zum Laufen gebracht. Damit leistet das Team einen wertvollen Beitrag zum Ressourcenschutz und sorgt aber gleichzeitig dafür, dass unsere Heimat Siegen-Wittgenstein ein lebenswerter Ort bleibt“, so Müller weiter.

Heimatpreis 2021

Der Landrat hatte den Heimatpreis 2021 unter dem Leitgedanken „Siegen-Wittgenstein – Heimat für morgen“ ausgeschrieben. Anders als in den vergangenen Jahren fand in diesem Jahr die Verleihung des Heimatpreises nicht im Rahmen einer Festveranstaltung statt. Stattdessen besucht Landrat Andreas Müller die drei Preisträger persönlich vor Ort, um sich über das jeweilige Projekt zu informieren und die Urkunde zu übergeben.

Das Preisgeld stammt aus dem Förderprogramm „Heimat-Preis“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Insgesamt stehen für den Heimat-Preis 10.000 Euro zur Verfügung, welche die Jury, der neben dem Landrat auch die stellvertretenden Landräte und Kreisheimatpfleger Dieter Tröps angehörten, auf bis zu drei Preisträger aufteilen durfte. Das Repair-Café durfte sich über ein Preisgeld von 2.000 Euro freuen.