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Photovoltaik-Anlagen auf Berufskollegs AHS und Wittgenstein
Landrat Andreas Müller: „Nur fünf Prozent des Photovoltaik-Potenzials in Siegen-Wittgenstein wird derzeit genutzt“

19.08.2019

In dieser Woche sind Solaranlagen auf zwei Gebäuden des Berufskollegs AHS am Fischbacherberg in Siegen installiert worden. Kurz vor Abschluss der Arbeiten hat Landrat Andreas Müller sich vor Ort über das Projekt informiert. Die Anlage wird von der Firma Solaris GbR mit Standort in der Siegener Oberstadt installiert. Tobias Schmidt und Axel Schmidt erläuterten dem Landrat die Anlage. Sie hat eine Nennleistung von rund 100 kWp und wird zwischen 80.000 und 85.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Der Strom ist überwiegend für den Eigenverbrauch des Berufskollegs gedacht. Strom, der darüber hinaus produziert wird, wird ins allgemeine Netz abgegeben. Dafür erhält der Kreis eine Einspeisevergütung.

Aktuell laufen auch bereits Arbeiten für die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage auf dem Berufskolleg Wittgenstein in Bad Berleburg. Nach Sanierungsarbeiten am Dach der Schule werden die Solarpaneele installiert, so dass auch diese Anlage mit einer Nennleistung von 77 KWp in einigen Wochen in Betrieb gehen kann.

Landrat plädiert auch für Photovoltaikanlagen auf Lÿz und Lindenschule

Für Landrat Andreas Müller ist das aber erst der Anfang: „Der Kreistag hat beschlossen, dass wir auf kreiseigenen Gebäuden Photovoltaikanlagen errichten, wenn sich diese innerhalb von 15 Jahren amortisieren. Deshalb sind neben den Berufskollegs AHS und Wittgenstein auch Solaranlagen auf dem Berufskolleg Technik geplant“, so Müller. Zugleich kündigt er an, dass er einen Schritt weiter gehen möchte: „Ich plädiere dafür, auch solche Anlagen zu realisieren, die sich in einem Zeitraum zwischen 15 und 20 Jahren amortisieren. Dadurch kämen dann auch Anlagen auf der Lindenschule am Bismarckplatz in Weidenau und auf dem Kulturhaus Lÿz in der St.-Johann-Straße in Siegen hinzu.“ Entsprechende Vorschläge wird der Landrat dem Kreistag unterbreiten.

Der Grund für diesen Vorschlag: „Bei der Förderungen regenerativer Energien können wir es uns mit Blick auf den Klimawandel nicht erlauben, ausschließlich nur wirtschaftliche Betrachtungen anzustellen. Wir müssen auch bewerten, welchen Beitrag eine Maßnahme zum Klimaschutz leisten kann und wie nachhaltig dieser ist. Da Photovoltaik hier sehr gut abschneidet, sind für mich Amortisationszeiträume von bis zu 20 Jahren durchaus akzeptabel“, so der Landrat.

Photovoltaik löst keine Konflikte wie Windräder aus

Die Vorteile der Photovoltaik liegen für Müller auf der Hand: Solarstrom wird dezentral produziert, neue Stromtrassen sind nicht erforderlich. Konflikte, wie sie beim Bau neuer Windräder überall an der Tagesordnung sind, gibt es ebenfalls nicht. Zudem sind die Investitionssummen überschaubar und auch für Privatpersonen tragbar.

Aktuelle Berechnungen zeigen: Die Potenziale der Photovoltaik werden in Siegen-Wittgenstein nicht einmal zu fünf Prozent genutzt. „Das entspricht nur 1,8 Prozent unseres Stromverbrauchs“, sagt Dr. Dominik Düber, Klimaschutzbeauftragter des Kreises.

Deshalb fordert Landrat Andreas Müller dazu auf, intensiv darüber nachzudenken, wie man die Potenziale der kostenlosen, umweltfreundlichen und klimaneutralen Energiequelle „Sonne“ noch besser nutzen kann.

Strategiekreis beschäftigt sich mit erneuerbaren Energien

Konkrete Impulse erhofft sich der Landrat auch von einem fraktionsübergreifenden Strategiekreis, den der Kreistag eingerichtet hat. Er soll Nutzungsoptionen für erneuerbare Energien in Siegen-Wittgenstein ausloten.

Die Kreisverwaltung selbst arbeitet bereits daran, kreiseigene Flächen zu identifizieren, auf denen man Photovoltaikanlagen errichten könnte, und lotet aus, welche Fördermöglichkeiten es in diesem Bereich gibt.

Zudem wird der Kreis mit seinem Klimaschutzmanagement Kommunen und kommunalen Einrichtungen, Gesellschaften und Verbände anbieten, sie bei entsprechenden Untersuchungen ihrer eigenen Flächen zu unterstützen.

Auch Potenziale der Wasserkraft im Blick

Schließlich wird die Kreisverwaltung auch ermitteln, ob und in welchem Umfang ungenutzte Wasserkraftpotenziale in Siegen-Wittgenstein bestehen und unter welchen Rahmenbedingungen diese genutzt werden können.

Es geht noch mehr...

Doch der Landrat kann sich durchaus noch mehr vorstellen: „Vielleicht macht es für den Kreis sogar Sinn, auch Flächen in Privatbesitz anzumieten, um dort Solaranlagen zu errichten. Oder wir könnten Privatpersonen dabei unterstützen, alleine oder gemeinsam Photovoltaik-Projekte umzusetzen. So wie es schon Bürgerwindparks gibt, könnte man auch über Bürger-Solarparks nachdenken. Ich denke, hier gibt es noch sehr viele Optionen und wir werden zeitnah ausloten, was für uns als Kreis umsetzbar ist oder wo wir Impulse oder Unterstützung geben könnten.“

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