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Datum: 16.10.2021

Kreis nimmt neue Rettungswache in Netphen-Deuz in Betrieb
Schnellere Hilfe für Menschen im Johannland und Oberen Siegtal

„Die Menschen im Johannland und im Oberen Siegtal können sich ab heute darauf verlassen, dass Hilfe noch schneller bei ihnen zuhause sein wird, wenn sie erforderlich ist", sagte Landrat Andreas Müller bei der Inbetriebnahme der neuen Rettungswache in Netphen-Deuz.

„Die Menschen im Johannland und im Oberen Siegtal können sich ab heute darauf verlassen, dass Hilfe noch schneller bei ihnen zuhause sein wird, wenn sie erforderlich ist. Denn genau aus diesem Grund haben wird diese Wache gebaut.“ Das sagte Landrat Andreas Müller jetzt bei der offiziellen Inbetriebnahme der neuen Rettungswache des Kreises Siegen-Wittgenstein im Kälberhof in Netphen-Deuz. Sie löst die bisherige Wache in Netphen ab.

Die neue Rettungswache geht auf den Rettungsdienstbedarfsplan von 2019 zurück. „Mit dem haben wir uns völlig neu aufgestellt. Er sieht u.a. zwei neue Rettungswachen und zahlreiche Standortverlagerungen vor, um die Rettungsfristen besser erreichen können“, erläutert der Landrat: „Zwischen Notruf und Eintreffen eines Rettungswagens soll so wenig Zeit wie möglich vergehen und deshalb ist es ganz entscheidend, dass die Rettungswachen strategisch optimal im Kreisgebiet platziert sind. Mit der neuen Rettungswache sind wir jetzt näher an den Menschen in Walpersdorf oder Hainchen dran, was deren Versorgung deutlich verbessert.“

Punktlandung bei den Baukosten: 1,625 Mio. Euro

Die neue Wache in Deuz ist die erste Baumaßnahme aus dem Rettungsdienstbedarfsplan, die jetzt abgeschlossen werden konnte. Der erste Spatenstich war am 24. August 2020. Die Baukosten betrugen 1,625 Mio. Euro. Dazu kommen noch einmal rund 140.000 Euro für neue Möbel, technische Einrichtungen und EDV – z.B. 36 Spinde, 9 Betten, eine komplette Küche, Waschmaschine, Trockner, aber auch eine Telefonanlage, zwei EDV-Arbeitsplätzen, Sauerstoffcontainer oder elektronische Zutrittskontrollen für Außen- und Innentüren.

Das Gebäude hat eine Bruttogrundfläche von 660,52 m². Es wurden rund 2.800 m³ Raum umbaut, davon rund 1.600 m³ in Holzständerbauweise und etwa 1.200 m³ in Massivbauweise. Der Neubau entspricht den aktuellem energetischen Standards: Die Wärme wird über eine Luftwärmepumpe erzeugt. Als Redundanz gibt es eine Gasheizung. Eine Photovoltaikanlage zur Erzeugung des Eigenstroms wird noch errichtet, spätestens im kommenden Jahr. Eine Notstromeinspeisung garantiert auch bei Stromausfall einen Vollbetrieb.

Die Rettungswache wurde vom Kreis in Eigenregie errichtet. Das heißt: Geplant wurde sie von der Architektin Sophie Rinn, einer Mitarbeiterin des Kreises. Die Bauleitung hatte ebenfalls ein Kreismitarbeiter inne: Bauingenieur Thilo Krumm. Das Gebäude befindet sich in Besitz des Kreises und wird dem DRK für den Rettungsdienst zur Verfügung gestellt.

Bis zu neuen Personen tagsüber in Rettungswache im Einsatz

Auf der Rettungswache werden zukünftig zwei Rettungswagen (RTW) und ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) stationiert sein. Ein RTW wird im 12 Stunden Dienst betrieben, der andere und das NEF im 24 Stunden Dienst.

Neben dem Wachleiter sind als Besatzung fünf Rettungsdienstmitarbeiter täglich auf der Wache im Einsatz. Zusätzlich auch ein Notarzt, wenn dieser nicht von zuhause abgeholt wird. „Die Räumlichkeiten für den Notarzt sind vorhanden – wie das künftig in jeder unserer Wachen der Fall sein wird“, so der Landrat. Außerdem wird das DRK auch Auszubildende an diesem Standort einsetzen. Unterm Strich heißt das: Tagsüber werden hier bis zu neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Dienst verrichten.

Hohe Standards erforderlich, um Rettungsdienstpersonal und Notärzte gewinnen zu können

„Wir brauchen solche Standards und damit hervorragende Arbeitsbedingungen, um hoch qualifiziertes Rettungsdienstpersonal sowie Notärztinnen und Notärzte für uns gewinnen zu können“, betonte der Landrat, der zugleich auch DRK-Präsident ist: „Nur wenn wir als Arbeitgeber möglichst die modernsten Arbeitsbedingungen bieten, sind wir so attraktiv, dass wir unseren Auftrag – nämlich Menschenleben zu retten – auch erfüllen können“, betont Müller: „Ich bin mir sicher, dass diese hoch moderne, großzügig ausgestattete Rettungswache genau diese Rahmenbedingungen bietet, um top motivierte und qualifizierte Fachkräfte auf Dauer halten und gewinnen zu können.“

Müller dankte allen, die in den vergangenen 14 Monaten an der Errichtung der neuen Rettungswache mitgearbeitet haben und wünschte denen viel Erfolg und alles Gute, die künftig von Deuz aus zur Bewahrung von Leib und Leben im Einsatz sein werden.