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REGIONALE-Sterne für drei Projekte aus Siegen-Wittgenstein
Arbeit der REGIONALE 2025 geht trotz Corona weiter – Digitale Bildung spielt große Rolle

23.04.2020

Umweltbildung, Ausbildung, Berufsorientierung sowie ein außerschulischer Lernort für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte: Digitale Bildungsprojekte standen im Fokus der jüngsten Sitzung des REGIONALE-Ausschusses. Vier der zehn vom Ausschuss ausgezeichneten Projekte für die Zukunft Südwestfalens kamen aus diesem Bereich. Aber auch Verantwortliche aus Kultur, Tourismus und Stadtplanung reichten kluge Vorhaben ein. So soll in ganz Südwestfalen die öffentliche Tourismus-Infrastruktur mit ihren Rastplätzen und Wanderwegen aufgewertet werden — mit einem mobilen Management-System, das die Arbeitsabläufe aller Partner vereinfacht und optimiert.

Landrat Andreas Müller freut sich, dass sich unter den Projekten, die heute ausgezeichnet wurden, auch drei aus Siegen-Wittgenstein befinden: "Ob es darum geht, den Erlebniswald Historischer Tiergarten in Siegen digital zu begreifen, mit "Augmented Reality" die Freudenberger Geschichte lebendig werden zu lassen oder mit der App "RegioQuest" Informationen über Ausbildungsberufe im eigenen Umfeld zu erhalten - alle Projekte zeigen, dass wir in Siegen-Wittgenstein ein großes Potenzial an innovativen Ideen haben, die digitale Werkzeuge nutzen, um unsere ländliche Region nach vorne zu bringen", so Müller, der allen Projektträgern zur Auszeichnung mit einem Regionale Stern gratuliert.

Zugleich weist der Landrat darauf hin, dass Siegen-Wittgenstein zudem auch noch Projektpartner bei einem vierten Projekt ist, das heute einen Stern verliehen bekommen hat: Projekt "Nachhaltiges Qualitätsmanagement für die öffentliche Infrastruktur – am Beispiel des Tourismus".

Aus Siegen-Wittgenstein wurden folgende Projekte ausgezeichnet

  • Projekt "Natur digital begreifen" In Siegen sollen vor allen Dingen Kinder und Jugendliche die biologische Vielfalt im Erlebniswald Historischer Tiergarten künftig digital erkunden können. Die Erfahrung des Waldes mit allen Sinnen bleibt, wird aber ergänzt im digitalen Raum – etwa mit datenbasierten Fakten oder spielerischen Elementen. Dafür sollen neue digitale Stationen entlang des bestehenden Wegenetzes entwickelt, erprobt und evaluiert werden – um beispielsweise Schulklassen teils unsichtbare Vorgänge in der Natur auf moderne Art zu vermitteln.
  • Projekt "Digitale Stadtgeschichte(n) – Unsere Heimatgeschichte live erleben"
    In Freudenberg arbeiten ehrenamtlich tätige Amateur-Theatergruppen und Schulen gemeinsam an einer virtuellen Stadtführung. Durch den Einsatz einer App mit "Augmented Reality"-Anwendung möchte die Stadt ihre eigene Geschichte und Historie für Einheimische, Gäste und Kinder auf neue Art und spielerische Art erlebbar machen. Im Fokus steht die historische Altstadt mit ihren berühmten Fachwerkhäusern.
  • Projekt "RegioQuest"
    RegioQuest ist eine mobile Datenplattform. Sie soll Jugendlichen in der Berufsfindungsphase helfen und Unternehmen mehr Sichtbarkeit für ihre Ausbildungsplätze verschaffen. Die Daten dazu stellen Unternehmen auf einer Webplattform bereit. Die Jugendlichen wiederum können die mobile RegioQuest-App nutzen, die auf diese Daten zugreift. Sie lösen verschiedene Aufgaben mit regionalem Bezug (sogenannte Quests) an speziellen Standorten in ihrer Umgebung und lernen darüber Ausbildungsplätze in ihrer Nähe kennen. Für das Projekt arbeiten die Uni Siegen und der Kreis Olpe auch mit der Zielgruppe, den Jugendlichen, zusammen.

Projekt, bei dem Siegen-Wittgenstein Projektpartner ist:

  • Projekt "Nachhaltiges Qualitätsmanagement für die öffentliche Infrastruktur – am Beispiel des Tourismus"
    Die beiden Tourismusregionen Sauerland und Siegen-Wittgenstein verfügen über sehr gut markierte und ausgezeichnete Wanderwege. Sie zählen zur Freizeitinfrastruktur Südwestfalens, ebenso wie Schutzhütten und Rastplätze. Die Qualität der Infrastruktur zu erhalten und zu verbessern, ist das Ziel des Projekts. Geplant ist, ein mobiles und institutionsübergreifendes Managementsystem zu entwickeln und zu etablieren. Mit diesem einheitlichen System sollen die Arbeitsprozesse aller beteiligten Partner im Tourismussektor koordiniert und optimiert werden können. Dabei geht es neben der Entwicklung von technischen Lösungen auch darum, die komplexen Aufgaben und Arbeitsabläufe unter den Partnern aufzuteilen. Die Projektverantwortlichen haben sich zum Ziel gesetzt, Lösungen zu entwickeln, die auch auf die weitere öffentliche Infrastruktur übertragbar sind.

Die weiteren Projekte sind:

  • Projekt "Blockchain für die Supply Chain" (2. Stern)
    Die "Blockchain"-Technologie wird bei vielen Firmen als eines der wichtigsten technologischen Themen der Zukunft angesehen und könnte künftig in vielen Arbeitsbereichen zum Einsatz kommen. Die Fachhochschule Südwestfalen will Unternehmen aus der Region mit dem Projekt zeigen, wie sie diese Technologie anwenden und beispielsweise ihre Lieferketten verbessern können. Dafür erarbeitet sie konkrete Beispiele anhand realer Lieferketten bei Firmen. Die neue Technologie macht vor allen Dingen Zahlungen, Bestellungen, Abrechnungen und andere buchhalterische Informationen viel einfacher und sicherer.

Die nachfolgenden Projekte haben alle jeweils den ersten Stern erhalten.

  • "Bigge Valley 2.0"
    Die Stadt Olpe plant, die Innenstadt umzugestalten. Sie soll mit drei Bausteinen aus dem Stadtentwicklungskonzept im Rahmen der REGIONALE 2025 nachhaltig weiterentwickelt und die Zusammenarbeit mit der Digitalwirtschaft gestärkt werden. Die Stadt möchte die Bereiche zwischen Altstadt, Rathausquartier, Biggesee und dem "Bigge Valley" mit den dort ansässigen Digitalunternehmen besser miteinander verbinden. Geplant sind ein neues Bürgerrathaus mit multifunktionalem Saal, den alle Einwohner nutzen können, sowie New- Work-Möglichkeiten für die Verwaltungsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Außerdem soll ein "House of learning" entstehen. International ausgerichtet, soll sich hier in Zusammenarbeit mit der Uni Siegen und der heimischen Wirtschaft ein Ort für digitales Lernen und Lehren entwickeln.

  • Projekt "Digitales Berufsbildungsnetzwerk Sauerland"
    Das Projekt "Digitales Berufsbildungsnetzwerk Sauerland" will die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte für den Bereich der digitalen, industriellen Produktion qualitativ verbessern. Junge Menschen sollen bereits während der Ausbildung auf die vernetzte Arbeitswelt vorbereitet werden. Auch Lehrkräfte und Ausbilderinnen und Ausbilder sollen profitieren. Neben der räumlichen und technischen Ausstattung der Berufskollegs geht es vor allen Dingen darum, didaktische und methodische Konzepte zu entwickeln, die den Anforderungen und erforderlichen Kompetenzen der Industrie 4.0 gerecht werden. Das Projekt soll zudem wissenschaftlich begleitet werden, um die Erkenntnisse auf andere Bildungsgänge, Schulen und Kreise übertragen zu können.

  • Projekt "Digitalisierung – viele Möglichkeiten für öffentliche Musikschulen in Südwestfalen"
    Die Musikschule im Hochsauerlandkreis will sich mit digitalen Anwendungen in Unterricht und Verwaltung zukunftsfähig aufstellen. So könnten mehr Schülerinnen und Schüler Zugang zu kultureller Bildung erhalten und oft lange Anfahrtswege in einer Flächenregion reduziert werden. Digitale Anwendungen sollen den regulären Unterricht sinnvoll ergänzen und in dem Projekt über diese Anwendungen neue Unterrichtsangebote und Aufführungsformate erprobt werden.

  • Projekt "Digitales Lern- und Arbeitszentrum Soest (DiLAS)"
    Mit dem Digitalen Lern- und Arbeitszentrum Soest (DiLAS) soll ein innovativer Kreativ-, Projekt- und Bildungsort entstehen: ein Gebäude mitten im Soester Zentrum zum Lernen, Arbeiten und Experimentieren bzw. Ausprobieren. Das Angebot des DiLAS orientiert sich an den aktuellen und künftigen gesellschaftlichen Herausforderungen in Soest, soll aber Strahlkraft über die Kreisstadt hinaus haben und alle Altersgruppen ansprechen. Dafür sollen Akteure aus Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft im DiLAS räumlich, inhaltlich und personell zusammenarbeiten.

  • Projekt "Lüdenscheider Lernfabriksken"
    Mit dem "Lernfabriksken" plant die Stadt Lüdenscheid einen zentralen, außerschulischen Lernort für Schülerinnen und Schülern. Sie sollen dort digitale Grundkompetenzen erlernen können, aber auch Exzellenzen für deren Zukunft entwickeln. Die Aktivitäten des "Lernfabrikskens" richten sich demnach eng an der Arbeit der Schulen aus und sollen so wiederum den Schulen und Lehrkräften neue Impulse geben für die digitale Transformation im Bildungsbereich. An dem Projekt arbeitet die Stadt mit vielen Partnern und Schulen gemeinsam. Für die weitere Ausarbeitung werden Schülerinnen und Schüler eingebunden.

Das Ziel eines jeden Projekts ist es, mit drei Sternen ausgezeichnet zu werden. Denn dann stehen Fördergelder bereit und das Vorhaben kann umgesetzt werden. Den ersten Stern gibt es für eine sehr gute Idee, den zweiten für ein tragfähiges Konzept hinter der Idee. Acht Vorhaben sind neu dabei im REGIONALE-Prozess, eines hat den zweiten Stern erhalten.

REGIONALE-Beirat mit Videokonferenz – Ausschuss diskutiert telefonisch

Die erste Sitzung des REGIONALE-Ausschusses im Jahr 2020 verlief ungewohnt. Statt sich am Tisch gegenüberzusitzen, diskutierten die Verantwortlichen in einer Telefonkonferenz über Projekte, die der Region weiterhelfen. Mit der Entscheidung, zehn innovative Vorhaben auszuzeichnen, folgte der Ausschuss den Empfehlungen des Beirats – dieser hatte sich übrigens in einer Videokonferenz zusammengefunden und ausgetauscht.

"Wir sind froh, die REGIONALE 2025 auch während der Corona-Pandemie fortführen zu können. Das ist auch wichtig für die Projektverantwortlichen. Sie wollen ja wissen, wie es um ihre Idee steht und kontinuierlich daran arbeiten", sagte Dr. Karl Schneider, Landrat des Hochsauerlandkreises und Vorsitzender des REGIONALE-Ausschusses. "Zumal wir in der Region über die REGIONALE 2025 nach digitalen, nachhaltigen und authentischen Projekten suchen. Es geht also auch um Vorhaben, die uns langfristig helfen und auch Bestand haben abseits solcher Sonderlagen, wie wir sie derzeit erleben."

"Die aktuelle Situation verdeutlicht uns noch einmal, dass unsere Schwerpunktsetzung in der REGIONALE 2025 genau richtig ist, erklärten Hubertus Winterberg und Dr. Stephanie Arens von der Südwestfalen Agentur, die den Prozess der REGIONALE 2025 steuert. "Wir merken, wie sehr wir den physischen Austausch brauchen und schätzen. Andererseits ist es notwendig, uns digitaler Hilfsmittel zu bedienen, um uns beispielsweise im Arbeitsleben oder im Bildungsbereich neu zu organisieren und neue Möglichkeiten auszunutzen. Und das spiegelt sich auch schon in den jetzt ausgezeichneten Projekten wider."

Im Rahmen der REGIONALE 2025 werden noch bis mindestens Ende 2021 Ideen gesucht. Einen Überblick über alle bislang ausgezeichneten Projekte finden Interessierte auf www.suedwestfalen-agentur.com/regionale-2025/projekt.

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