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»Beim Ederauenkonzept gute Kompromisse erarbeitet«
Jährliches Erntedankgespräch der Land- und Forstwirtschaft im Kreishaus

08.10.2019

„Das Ederauenkonzept ist das Beispiel eines gemeinsamen zähen Ringens aller beteiligten Gruppen, um ein Ergebnis im Konsens zu erreichen – das haben wir geschafft.“ Beim jährlichen Erntedankgespräch von Vertretern der Land- und Forstwirtschaft mit dem Landrat im Kreishaus ging Landrat Andreas Müller noch weiter: „Es war ein mühsames Arbeiten, aber jetzt sind Zwischenergebnisse vorzeigbar. Diese sind  auch mit Fördermitteln hinterlegt und warten auf eine Umsetzung. Der Förderbescheid des Landes zu den vereinbarten Maßnahmen liegt bereits vor.“

Schwieriger gestalteten sich da die neuen Entwicklungen in der Düngeverordnung. Kreisverbandsvorsitzender Henner Braach warb um Verständnis bei den Vertretern des Kreises: „Wenn wir in dieser Region Nitratbelastungen senken sollen, die hier nicht vorhanden sind, dann halten wir das für sinnlos.“ Die Vertreter der Landwirtschaft betonten, dass ein Umsetzen der Gülleverordnung nach dem „Gießkannenprinzip“ keinen Sinn mache und in der Bergregion des Sieger- und Wittgensteiner Landes ein Wirtschaften nahezu unmöglich mache. Die Gestaltungsmöglichkeiten des Landes NRW nach der Länderöffnungsklausel sollten unbedingt dort Verbesserungen festsetzen, wo Nitratbelastungen des Grundwassers auch durch die Landwirtschaft verursacht seien – dies sei aber im Ganzen Kreis Siegen-Wittgenstein nicht der Fall. Der Landrat teilt diese Auffassung und sagte zu, sich beim Land dafür einzusetzen, die Frage der Nitratbelastung differenziert zu betrachten.

Zum Naturparkplan waren alle Gesprächsteilnehmer einig, dass die Sichtbarkeit der Landwirtschaft größer werden müsse. Sie solle den Stellewert erhalten, der ihr zusteht – dies will man im nächsten Naturparkausschuss gemeinsam einbringen.

Große Sorgen machten sich alle um die Zukunft des heimischen Waldes. Man erwarte nach der großen Käferkalamität mit stark geschwächten Waldrändern weitere große Sturmschäden. Hier rechtzeitig für geeignete Nasslagerplätze zu sorgen liegt auch im Interesse des Kreises, betont der Landrat. Dezernent Arno Wied verwies auf eine bereits gegründete Arbeitsgruppe des Kreises, an der sich neben den Fachbehörden künftig auch die Land- und Forstwirtschaft beteiligen kann.

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