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Datum: 23.12.2022

Weihnachtsgrüße des Landrates

Worte von Landrat Andreas Müller zum Jahreswechsel

Worte von Landrat Andreas Müller zum Jahreswechsel


Liebe Leserinnen und Leser,


nach zwei harten Corona-Jahren war für das Jahr 2022 wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Nach dem Lockdown 2020 hatten im vergangenen Jahr wieder viele Weihnachtsmärkte geöffnet, wenn auch mit der ein oder anderen Einschränkung. Wir alle hatten die Hoffnung, dass Corona in 2022 seinen Schrecken verlieren und dieses Jahr endlich wieder ein weitgehend normales Jahr werden würde. Und Corona hat tatsächlich zum größten Teil seinen Schrecken verloren. Die Ansteckungsraten sind zwar nach wie vor hoch, aber die aktuell grassierenden Varianten sind deutlich weniger krankmachend als ihre Vorgänger. Folgerichtig gibt es bei uns bis auf die Maskenpflicht im ÖPNV und in Gesundheitseinrichtungen praktisch keine Corona-Einschränkungen mehr.

Vor diesem Hintergrund hat das Land NRW entschieden, zum Jahresende die kommunalen Impfangebote auslaufen zu lassen. Die Kreise und kreisfreien Städte werden nur noch dann tätig, wenn Institutionen einen dringlichen Impfbedarf melden oder aber Impfangebote für schwer erreichbare Gruppen, wie z.B. Wohnungslose, benötigt werden. Hierfür bleiben bis zum 31. März 2023 die sogenannten „Vorhaltestrukturen“ erhalten. Sollte so ein Fall im Kreis Siegen-Wittgenstein eintreten, würde das Deutsche Rote Kreuz im Auftrag des Kreises eine mobile Impfaktion durchführen. Wer sich in Zukunft gegen Covid-19 impfen lassen möchte, muss sich an einen niedergelassenen Arzt oder an eine Apotheke wenden.
Unsere beiden Impfstellen in Siegen und Bad Berleburg haben am 23. Dezember 2022 zum letzten Mal Impfungen angeboten. Damit wurde dieses Kapitel bis auf Weiteres geschlossen. Dazu ein kurzer Rückblick: Nachdem das Impfzentrum in der Eiserfelder Straße am 30. September 2021 schließen musste, wurden die beiden Impfstellen in Siegen und Bad Berleburg eröffnet. Insgesamt 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben dort in den letzten 14 Monaten gearbeitet – darunter Medizinische Fachangestellte, Pharmazeutisch-technische Assistenten und Ärzte – und rund 35.700 Menschen Erst-, Zweit-, Booster- und zweite Booster-Impfungen verabreicht.

An dieser Stelle möchte ich einen großen Dank an alle richten, die in den letzten beiden Jahren den Impfbetrieb im Impfzentrum und in den beiden Impfstellen ermöglicht und am Laufen gehalten haben. Sie waren im wahrsten Sinne des Wortes Lebensretter! Bedanken möchte ich mich aber auch generell bei allen, die während der Pandemie bei ihrer täglichen Arbeit übermenschliches geleistet haben, zum Beispiel die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, die in der Pflege Tätigen und das medizinische und pharmazeutische Personal. Und ein ganz besonderer Dank natürlich an alle Siegerländer und Wittgensteiner, die mit ihrem einsichtigen und rücksichtsvollen Verhalten dazu beigetragen haben, dass die Pandemie keinen noch schlimmeren Verlauf genommen hat und wir in diesem Jahr wieder wie gewohnt über Weihnachtsmärkte schlendern und unbeschwerte Zeit mit Freunden und Familie verbringen können.

Doch auch wenn Corona in diesem Jahr weitestgehend seinen Schrecken verloren hat, hat 2022 neue schwerwiegende Herausforderungen mit sich gebracht: Der brutale Angriffskrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Ukraine hat die europäische Nachkriegsordnung ins Wanken gebracht. An der östlichen EU-Außengrenze toben fürchterliche Schlachten. Doch Putin kämpft nicht nur gegen die Ukraine. Er kämpft gegen Demokratie, Freiheit und Menschenrechte. Und auch jeder von uns bekommt die Auswirkungen dieses Krieges unmittelbar zu spüren: Energieknappheit und explodierende Gas- und Strompreise machen sich im Portemonnaie deutlich bemerkbar. 10 Prozent Inflation gehen an niemandem spurlos vorbei und sind eine echte Herausforderung. Ganz besonders für diejenigen, die auch vor dem Krieg schon nicht wussten, wie sie über die Runden kommen sollen.

Die Auswirkungen des Angriffskrieges gegen die Ukraine zeigen sich auch auf andere Weise: Aktuell suchen bei uns im Kreis Siegen-Wittgenstein mehr Geflüchtete Schutz als in den Jahren 2014 und 2015. Das wiederum bringt ganz neue Herausforderungen mit sich. Von jetzt auf gleich galt es, die Versorgung, Unterbringung und Betreuung von ukrainischen Hilfebedürftigen zu organisieren.

Auch diese Situation hat wieder einmal bewiesen: Die Siegerländer und Wittgensteiner sind echte „Macher“, packen mit an und unterstützen dort, wo Hilfe am Nötigsten gebraucht wird. In kürzester Zeit wurden zahlreiche Unterstützungsangebote innerhalb von Siegen-Wittgenstein organisiert. Ohne die vielen niederschwelligen Hilfsangebote und den Einsatz der vielen Privatpersonen, ehrenamtlichen Vereine und Initiativen im Kreisgebiet wäre die Versorgung, Unterbringung und Betreuung von ukrainischen Geflüchteten nicht zu bewältigen. Daher sage ich auch für dieses Engagement ganz herzlichen Dank!

Liebe Siegerländer und Wittgensteiner,
ganz besonders die Weihnachtszeit führt uns noch einmal vor Augen, worauf es, gerade auch in schwierigen Zeiten, am meisten ankommt: Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit und Nächstenliebe.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien eine schöne, besinnliche und friedliche Weihnachtszeit und für das Jahr 2023 viel Zuversicht, Gesundheit und alles Gute!

Mit herzlichen Grüßen
Andreas Müller
Landrat