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Datum: 06.08.2025

Vertrag unterschrieben, Standort steht fest:
Das Gefahrenabwehrzentrum des Kreises entsteht in Netphen

Im Industriegebiet zwischen Netphen und Dreis-Tiefenbach, direkt am Köhlerweg, liegt eine große Wiese. Das Grundstück ist bewachsen, umgeben von Bäumen und im Moment ungenutzt. Das wird sich bald ändern – voraussichtlich in den nächsten zwei bis drei Jahren werden die Bagger anrollen und mit dem Bau des Gefahrenabwehrzentrums des Kreises Siegen-Wittgenstein beginnen. „Wir haben jetzt, nach langer Suche, ein geeignetes Grundstück für das Gefahrenabwehrzentrum gefunden. Und der Kreistag hat die Haushaltsmittel genehmigt, die wir für die Planung und die perspektivische Umsetzung brauchen“, sagt Landrat Andreas Müller.

„Das Gefahrenabwehrzentrum soll ein zentraler Ort für die Gefahrenabwehr im Kreis sein. Der Standort in Netphen ist dafür perfekt geeignet, denn er liegt zentral im Kreisgebiet. Von hier aus kann man schnell in Wittgenstein, aber auch zum Beispiel in Burbach sein, wenn es einen Notfall gibt“, erklärt Kreisbrandmeister Thomas Tremmel. Im Gefahrenabwehrzentrum sollen Fahrzeuge und Geräte untergebracht werden, die Sonderaufgaben übernehmen können, vor allem bei speziellen Notfällen. Dazu gehört zum Beispiel ein ABC-Fahrzeug, das benötigt wird, wenn gefährliche Stoffe austreten, oder Fahrzeuge mit Abrollbehältern für Hochwasser oder Notstrom. Darüber hinaus sollen auch Flächen für die praktische und theoretische Aus-, Fort- und Weiterbildung der Feuerwehrleute entstehen. „Außerdem wird die Kreisleitstelle hier einziehen sowie eine Ausbildungseinrichtung für den Rettungsdienst. Das bedeutet, wir können der steigenden Anzahl an Notrufen im Kreis in Zukunft noch besser gerecht werden und sind auch für spezielle Einsätze besser gerüstet“, erklärt Thomas Tremmel.

Die Planungen für das „Gefahrenabwehrzentrum“ begannen schon 2019. Da hatte der Kreistag das Planungsbüro kplan AG aus Siegen damit beauftragt, einen Gesamtplan für das Projekt zu erstellen. 2020 hat das Planungsbüro diesen Plan erstmalig den Leitern der Feuerwehren präsentiert. Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie und der Überschwemmung im Ahrtal hat das Planungsbüro dann im Nachhinein integriert.

2022 hat der Kreis dann mit der Grundstückssuche begonnen und dazu auch die Städte und Gemeinden einbezogen. Leider anfangs ohne Erfolg. Im Frühjahr 2023 entwickelte der Kreis in mehreren Arbeitsgruppen ein Nutzungskonzept für das Gefahrenabwehrzentrum. An der Planung waren, neben mehreren Vertretern des Kreises, auch der ehemalige Kreisbrandmeister Bernd Schneider, die Leitungen der Feuerwehren im Kreis sowie der Vorstand des DRK-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein beteiligt.

Die Grundstückssuche endete dann 2024. Die Verantwortlichen wurden im Industriegebiet in Netphen fündig und der Kreistag beschloss, dass ein Erbpachtvertrag für das Grundstück in Netphen verhandelt werden soll. Und das hat jetzt auch geklappt. „Der Vertrag ist unterschrieben und jetzt geht es in die Planungs- und Umsetzungsphase. Ich bin sehr froh, dass wir mit der erfolgreichen Standortsuche und der Mittelfreigabe des Kreistags für die anstehenden Planungsschritte ein großes Stück vorangekommen sind, denn das Gefahrenabwehrzentrum wird die Arbeit der Feuerwehren und Rettungsdienste im Kreis in Zukunft wirksam unterstützen können und sehr erleichtern“, sagt Landrat Andreas Müller.