Kommunale Wärmeplanung:
Machbarkeitsstudie zur Nutzung von Prozessabwärme
Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist Teilnehmer eines Pilotprojektes, das gemeinsam mit der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz NRW Energy4Climate und der dänischen Nahwärmenetzgesellschaft im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die Erfassung und Netzeinspeisung von Prozessabwärme aus der Industrie in lokale Nahwärmenetze untersucht.
Ein möglicher zukünftiger Weg für die kommunale Wärmeplanung ist die Nutzung von Prozessabwärme von Industrie und Gewerbe.
Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist Teilnehmer eines Pilotprojektes, das gemeinsam mit der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz NRW Energy4Climate und der dänischen Nahwärmenetzgesellschaft im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die Erfassung und Netzeinspeisung von Prozessabwärme aus der Industrie in lokale Nahwärmenetze untersucht. Partner des laufenden Projektes ist u.a. die Firma BGH Edelstahl GmbH aus Siegen.
„Schon seit Jahren setzt Dänemark massiv auf den Ausbau des Fernwärmenetzes, um die Wärmeversorgung von Haushalten und Industrie zu verbessern“, sagt Landrat Andreas Müller. „Wir sehen in der Nutzung von Prozessabwärme großes Potenzial für unsere regionale Wärmeversorgung, aber auch für die heimischen Unternehmen, die mit Hilfe der Wärmeplanung ihre industriellen Prozesse verbessern können“.
Bei einem Unternehmensbesuch hat Landrat Andreas Müller sich mit Vertretern von BGH, den Siegener Versorgungsbetrieben, sowie des dänischen Fernwärmeverbandes und NRW.Energy4Climate über das laufende Pilotprojekt und die daraus entstehenden Potenziale und Herausforderungen ausgetauscht.
„Wir unterstützen unsere kreisangehörigen Kommunen bei der Koordination der kommunalen Wärmeplanung. Eine Zusammenarbeit mit den regionalen Akteuren, z.B. den verschiedenen Versorgern und Industrieunternehmen, spielt hierbei eine zentrale Rolle“, so Landrat Müller.
Die BGH Edelstahl GmbH Siegen arbeitet schon jetzt intensiv an der Reduzierung des CO2-Fußabdrucks und setzt u.a. auf eine nachhaltige Erzeugung der für die Stahlerzeugung und –Verarbeitung benötigten Energie. Die Vertreter der dänischen Netzwärmegesellschaft haben daher nicht nur ihre Expertise mit Blick auf Fernwärmeprozesse mit nach Deutschland gebracht, sondern auch lehrreiche Einblicke in die industriellen Prozesse vor Ort gewinnen können.
Am Ende des Austauschs waren sich alle Beteiligten einig: Möchte man ein neues System etablieren, bringt das Hürden mit sich und es müssen viele Faktoren, wie Zeitpunkt oder Kosten, beachtet werden. Vor allem aber braucht es gegenseitigen Austausch und eine Zusammenarbeit verschiedener Partner mit Expertise auf ihrem Gebiet. In einem nächsten Schritt sollen gezielt mögliche Projektmaßnahmen mit Vertretern der Kommune erarbeitet werden.
Hintergrund:
Die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate hat im Jahr 2023 ein Pilotvorhaben begonnen und begleitet vier früh gestartete Kommunen sowie den Kreis Siegen-Wittgenstein eng bei der kommunalen Wärmeplanung.
Aus dieser Zusammenarbeit werden übertragbare Erfahrungen gesammelt und Best Practice Lösungen abgeleitet, die zum Nutzen aller Kommunen aufbereitet werden, um gute Lösungen nachhaltig zu etablieren.