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Datum: 24.03.2026

Familienfreundliche Unternehmen: Nächste Zertifizierungsrunde startet
Christoph Bornebusch GmbH & Co. KG über den Zertifizierungsprozess

Kürzlich haben 19 Unternehmen aus der Region erstmals oder erneut von der Regionalagentur der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe das Zertifikat „Familienfreundliches Unternehmen“ erhalten. Darunter die Christoph Bornebusch GmbH & Co. KG aus Siegen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist längst kein Randthema mehr, sondern eine der zentralen Herausforderungen der modernen Arbeitswelt. Umso relevanter ist das Engagement von Unternehmen, die ihre Beschäftigten aktiv dabei unterstützen. Kürzlich haben 19 Unternehmen aus der Region erstmals oder erneut von der Regionalagentur der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe das Zertifikat „Familienfreundliches Unternehmen“ erhalten.

Zu den erneut ausgezeichneten Betrieben zählt auch die Christoph Bornebusch GmbH & Co. KG aus Siegen. Das 1984 gegründete Familienunternehmen hat sich auf die Beschaffung und Fertigung von Halbzeugen und mechanisch bearbeiteten Teilen aus Nichteisen-Metallen und Stahl spezialisiert – und setzt seit vielen Jahren auf eine familienbewusste Unternehmenskultur.

„Wir sind quasi in die Familienfreundlichkeit reingestolpert“, erzählt Geschäftsleiterin Simona Bornebusch-Gass. Als erste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Familien gründeten, reagierte das Unternehmen pragmatisch: Hausaufgabenbetreuung und Spielangebote wurden schnell organisiert. Dennoch sei ihnen lange nicht bewusst gewesen, dass dies bereits gelebte Familienfreundlichkeit war. „Wir hätten uns damals nicht so bezeichnet“, sagt Geschäftsführer Heinrich Bornebusch, „Das war für uns einfach persönlich wichtig. Wir hätten uns sonst selbst nicht wohlgefühlt.“ Erst durch den Zertifizierungsprozess wurde deutlich, welchen Stellenwert dieses Engagement hat und dass es sich benennen lässt.

Im Rahmen der Zertifizierung entwickelte das Unternehmen seine bestehenden Ansätze gezielt weiter. Besonders der Austausch mit anderen Betrieben sei wertvoll gewesen. Vorhandene Maßnahmen werden inzwischen nicht nur klar benannt, sondern auch sichtbar gemacht, nicht zuletzt mit Blick auf die Gewinnung neuer Fachkräfte. „Die Erwartungen von Arbeitssuchenden haben sich verändert. Wir müssen die Perspektive wechseln und darauf reagieren“, so Bornebusch.

Melanie Schreier von der Regionalagentur der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe erklärt: „Bei dem Zertifizierungsprozess geht es nicht um Einzelmaßnahmen wie den Obstkorb im Pausenraum, sondern darum, die Arbeitsorganisation zu überdenken und verlässliche Strukturen einzurichten.“ In der Firma Bornebusch wurde unter anderem die interne Kommunikation neu organisiert, um klare Ansprechpersonen zu schaffen. Zudem investierte das Unternehmen in den Aufbau einer modernen Führungsstruktur: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden gezielt in Führungskompetenzen geschult.

Die Unternehmensgröße mit rund 30 Beschäftigten ermöglicht zudem einen engen persönlichen Austausch. Zweimal jährlich finden Gespräche mit den Führungskräften sowie mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern statt. Auf Basis des Feedbacks aus den letzten Gesprächen sollen in diesem Jahr flexiblere Arbeitszeiten mittels Gleitzeit ermöglicht werden. Der stetige Entwicklungsprozess zeigt Wirkung: Viele Beschäftigte sind bereits seit ihrer Ausbildung im Betrieb, oft schon seit über zehn Jahren.

Ein weiterer wichtiger Schritt war ein Workshop, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – bewusst ohne Geschäftsführung – zentrale Unternehmenswerte erarbeiteten. Begriffe wie Verantwortung und Gemeinschaft sind seitdem auch sichtbar Teil des Alltags: auf der Arbeitskleidung und internen Plakaten. Für Schreier ist das ein gelungenes Beispiel für den Zertifizierungsprozess: „Es geht um eine werteorientierte Unternehmenskultur – und vor allem auch darum, immer die Menschen im Blick zu behalten.“

Neue Zertifizierungsrunde

Auch in diesem Jahr wird es wieder eine neue Zertifizierungsrunde für familienfreundliche Unternehmen geben. Bis zum 30. Juni können sich Unternehmen, die Interesse an der Zertifizierung haben, anmelden. Die Regionalagentur beantwortet vorab gerne alle offenen Fragen. Für Unternehmen aus Siegen-Wittgenstein und Olpe ist Melanie Schreier per Mail an me.schreier@siegen-wittgenstein.de oder telefonisch unter 0271 333 1191 erreichbar. Informationen zum Zertifikat erhalten Interessierte auch unter www.regional-agentur.de. Das Projekt „familienfreundliche Unternehmen“ wird mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union umgesetzt.