Inhalt
Datum: 31.03.2026

Bundesweites Engagement für die Kindermedizin
Jochen Scheel erhält Bundesverdienstkreuz

„Wenn ich ein Bundesverdienstkreuz vergebe, dann meistens an Personen, die ehrenamtlich viel für Siegen-Wittgenstein geleistet haben. Seltener sitzen hier aber Menschen, deren Arbeit auch bundesweit Einfluss hatte“, sagt Landrat Andreas Müller, als er jetzt Jochen Scheel aus Neunkirchen im Kreishaus das Bundesverdienstkreuz verliehen hat.

„Wenn ich ein Bundesverdienstkreuz vergebe, dann meistens an Personen, die ehrenamtlich viel für Siegen-Wittgenstein geleistet haben. Seltener sitzen hier aber Menschen, deren Arbeit auch bundesweit Einfluss hatte“, sagt Landrat Andreas Müller, als er jetzt Jochen Scheel aus Neunkirchen im Kreishaus das Bundesverdienstkreuz verliehen hat.

Scheel begann seine berufliche Laufbahn mit einer Ausbildung beim Kreis Siegen-Wittgenstein. Später übernahm er die Geschäftsführung der Kinderklinik in Siegen. Bereits früh erkannte er strukturelle Defizite in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen – und auch, dass diese nur überregional zu lösen sind.

Vor diesem Hintergrund gründete er 1995 die Gesellschaft der Kinderkliniken und Kinderabteilungen Deutschland e.V. (GKinD) mit. Ziel der Organisation ist es, Strukturen und Qualitätsstandards in der Kindermedizin nachhaltig zu verbessern. „Dabei haben Sie zwischen allen wichtigen Menschen in der Branche vermittelt – egal ob Klinken, Träger, Politik und Krankenkassen“, fasst Landrat Müller zusammen.

Die GKinD ist heute bundesweit aktiv: 236 Kinderkliniken und Kinderabteilungen in Krankenhäuser sowie 82 Sozialpädiatrische Zentren in ganz Deutschland sind Mitglied. „Kinder brauchen eine Medizin, die ihren besonderen Bedürfnissen gerecht wird. Sie haben früh erkannt, dass eine gute Medizin eine starke Interessenvertretung braucht“, betont Neunkirchens Bürgermeister Marco Schwunk.

Zu den wichtigsten Erfolgen, die auf Scheels Initiative zurückgehen, zählt die seit 2005 etablierte Möglichkeit, Begleitpersonen in Kliniken mit aufzunehmen. Dadurch können Eltern ihre Kinder während der Behandlung unterstützen. Zudem hat die GKinD 2006 den jährlichen „Tag des Kinderkrankenhauses“ ins Leben gerufen, einen Aktionstag, der bundesweit auf die Besonderheiten der medizinischen Versorgung von jungen Patientinnen und Patienten aufmerksam macht.

Auch auf gesetzlicher Ebene hat Jochen Scheel Verbesserungen angestoßen: Durch einen neuen Paragraphen im Sozialgesetzbuch wurde vielen Kindern und Jugendlichen der Zugang zu ambulanter fachärztlicher Behandlung erleichtert. Seit 2008 verleiht eine unabhängige Expertenkommission zudem das Qualitätssiegel „Ausgezeichnet für Kinder“ an Kliniken, die sich besonders für die Kindermedizin einsetzen. Ein Leitgedanke zog sich dabei von Anfang an durch Scheels Engagement: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen.“

Zum Abschluss der Verleihung bedankte sich der Geehrte bei den Anwesenden und betonte: „Ich freue mich sehr über die Wertschätzung, sehe sie aber zugleich als Anerkennung für die Arbeit vieler Mitstreiterinnen und Mitstreiter.“