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Gemeinsam für saubere Hände
6.000 Liter Desinfektionsmittel für Siegen-Wittgenstein hergestellt

6.000 Liter Desinfektionsmittel sind jetzt an regionale Gesundheitseinrichtungen übergeben worden. Möglich wurde das durch ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Kreis Siegen-Wittgenstein, verschiedenen regionalen Unternehmen und Hilfsorganisationen.

Für viele Menschen ist es zum festen Ritual geworden: Nach dem Einkauf, wenn man an der Arbeitsstelle ankommt oder die Arztpraxis verlässt, werden die Hände desinfiziert. Das Problem: Ebenso wie FFP2-Masken und OP-Mund-Nasen-Schutz ist das Desinfektionsmittel zurzeit knapp bemessen – vor allem in den Einrichtungen des Gesundheitswesens.

„Die Menschen, die sich tagtäglich für unsere Gesundheit einsetzen, verdienen unseren allergrößten Respekt!“ betont Landrat Andreas Müller. „Um sich aber weiterhin um das Wohl der Patienten in Siegen-Wittgenstein kümmern zu können, benötigen sie auch ausreichend Schutzkleidung – und natürlich Desinfektionsmittel“.

Deshalb freut sich der Kreishaus-Chef umso mehr, dass jetzt 6.000 Liter Desinfektionsmittel an Gesundheitseinrichtungen im Kreisgebiet verteilt werden konnten. Möglich wurde das durch ein Gemeinschaftsprojekt: Eine Alkoholspende der Krombacher Brauerei und die Unterstützung von Eurodyn Sprengmittel GmbH aus Würgendorf (ehemals Firmengruppe Dynamit Nobel Defence GmbH), Dynamit Nobel Defence GmbH, der Firma AST aus Erndtebrück, der Firma EJOT aus Bad Berleburg und von regionalen Hilfsorganisationen.

Alkohol muss zunächst aufbereitet werden

Bis Alkohol – also Ethanol – zum Hände desinfizieren genutzt werden kann, muss noch viel passieren. „Bevor der Alkohol im Gesundheitswesen verwendet werden kann, muss er mit Wasserstoffperoxid, Glycerin und gereinigtem Wasser aufbereitet werden“, erklärt Christof Rothenpieler, Leiter Operatives Management von Dynamit Nobel Defence GmbH, dessen Kollegen von Eurodyn Sprengmittel GmbH aus Würgendorf die Mischung des Desinfektionsmittels übernahmen und unter der Führung des Produktionsleiter Wolfgang Kreft herstellten.

Rechtliche Grundlagen

Bevor das fertige Desinfektionsmittel an die regionalen Gesundheitseinrichtungen übergeben werden konnte, mussten auch noch zoll- und steuerrechtliche Fragen abgeklärt werden. „Dass die Nutzung von Ethanol zur Herstellung von hygienischen Händedesinfektionsmittel überhaupt rechtlich zulässig ist, verdanken wir einer Allgemeinverfügung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin“, sagt Thiemo Rosenthal, der den Krisenstab des Kreises Siegen-Wittgenstein leitet.

Diese Allgemeinverfügung erlaubt nun auch juristischen Personen des öffentlichen Rechts die Herstellung und das „Inverkehrbringen“ der dort genannten Mittel zur Abgabe an berufliche Verwender. „In unserem Fall ist also der Kreis Hersteller im alkoholsteuerrechtlichen Sinne“, erläutert Thiemo Rosenthal.

Nachdem der Alkohol, die weiteren Zusatzstoffe, das Know-How und die rechtlichen Genehmigungen vorhanden waren, konnte das dringend benötigte Händedesinfektionsmittel mit einer entsprechenden Logistik, die durch die Krombacher Brauerei und Dynamit Nobel Defence GmbH und WGHG (Würgendorf Genehmigungshaltergesellschaft mbH) sichergestellt wurde, hergestellt und in so genannte IBC Gebinde (1000-Liter-Gefäße) abgefüllt werden.

Detaillierter Verteilungsschlüssel

Die Firma AST aus Erndtebrück hatte anschließend die entsprechenden Behälter, die zur weiteren Verteilung des Desinfektionsmittels gebraucht werden, kurzfristig bereitgestellt, die Firma EJOT aus Bad Berleburg transportierte die Behälter schließlich nach Siegen.
Die weitere Verteilung übernahmen dann die Feuerwehr, das THW, das DRK und Mitarbeiter der Kreisverwaltung.

Welche Einrichtung wie viel Desinfektionsmittel bekommt, ist übrigens vorher genau abgefragt und nach einem Verteilungsschlüssel ausgerechnet worden. So gingen beispielsweise 1.000 Liter an das Jung-Stilling-Krankenhaus und auch die Siegener Tafel konnte mit 50 Liter Desinfektionsmittel versorgt werden. Über 770 Liter wurden außerdem an die regionalen Pflegedienste und Pflegeinrichtungen übergeben. Hierfür wurde ein „tankstellenähnlicher Zapfbetrieb“ organisiert – natürlich mit Einhaltung der Mindestabstände.


Landrat Andreas Müller dankt allen Unterstützern und Helfern: „Diese Hilfsaktion ist für mich ein Paradebeispiel dafür, wie man sich in Krisenzeiten schnell, unbürokratisch, über Unternehmens- und Behördengrenzen hinweg helfen und Kräfte bündeln kann.“