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Datum: 12.04.2022

Unterstützung für die Wasserversorgung in der Ukraine
Wasserverband schickt Hilfsgüter auf die Schienenbrücke

Siebeneinhalb Tonnen Ausrüstungsgegenstände für die Wasserversorgung in der Ukraine hat der Wasserverband Siegen-Wittgenstein jetzt als Hilfslieferung in das vom Krieg erschütterte Land geschickt – per Schienenbrücke, verladen im Containerterminal in Kreuztal. Der Container befindet sich im Moment auf dem Weg in die Ukraine.

Siebeneinhalb Tonnen Ausrüstungsgegenstände für die Wasserversorgung in der Ukraine hat der Wasserverband Siegen-Wittgenstein jetzt als Hilfslieferung in das vom Krieg erschütterte Land geschickt – per Schienenbrücke, verladen im Containerterminal in Kreuztal. Der Container befindet sich im Moment auf dem Weg in die Ukraine.

Die aktuelle Lage in dem von Russland überfallenen Land verschärft sich von Tag zu Tag. Insbesondere die Infrastruktursysteme, etwa für die Wasserver- und Abwasserentsorgung, werden zunehmend zum Ziel russischer Angriffe. Vor diesem Hintergrund hat den Wasserverband Siegen-Wittgenstein jetzt ein Hilferuf über seinen Dachverband ‚Verband kommunaler Unternehmen‘ (VKU) erreicht. „Trotz der andauernden Kämpfe bleiben die Mitarbeiter in der Ukraine vor Ort, um die elementaren Dinge der Daseinsvorsorge für die Menschen in den ukrainischen Städten und Dörfern weiterhin aufrecht zu erhalten. Vor dieser Leistung habe ich allergrößten Respekt“, betont Landrat Andreas Müller: „Jetzt wurden wir gebeten zu prüfen, ob wir die Ukrainische Wasserwirtschaft mit ganz konkret angefragten Ausrüstungsgegenständen unterstützen können“, so der Landrat, der auch Vorstand des Wasserverbandes Siegen-Wittgenstein ist.

In einem ersten Schritt hat der VKU eine Liste mit konkreten Hilfsanfragen aus den Städten Mykolajiv, Chernigiv und Kropyvnytsky erhalten. Auch weitere Bedarfe von Wasserversorgern und Abwasserentsorgern aus der Ukraine wurden übermittelt. „Die Bedarfe dieser drei Städte standen ganz oben auf der Priorisierungsliste des ukrainischen Schwesternverbandes des VKU, weil sie logistisch erreichbar sind und dringend Unterstützung bei der Gewährleistung der Wasserver- und Abwasserentsorgung benötigen“, erläutert Dirk Müller, Geschäftsführer des Wasserverbandes Siegen-Wittgenstein.

Verbesserte Bedingungen für künftige Hilfstransporte 

Die Liste der benötigten Hilfsgüter hat der Wasserverband zunächst mit seinen Lagerbeständen abgeglichen. Zur Verfügung gestellt werden konnten unter anderem eine Dieselpumpe samt Zubehör und 550 Meter Rohrleitungen. Für den Transport aus Siegen-Wittgenstein in die Ukraine kam die sogenannte Schienenbrücke zum Einsatz. Für Christian Betchen, Geschäftsführer der Kreisbahn Siegen-Wittgenstein, eine Transportmöglichkeit, die auch andere Unternehmen für Hilfslieferungen in die Ukraine nutzen können: „Über die Anbindung des Südwestfalen Container-Terminals an die Schienenbrücke der Deutschen Bahn können wir allen hilfsbereiten Unternehmen und Organisationen eine funktionierende Logistik für humanitäre Lieferungen an die ukrainische Bevölkerung ermöglichen.“

Der Container mit der siebeneinhalb Tonnen schweren Hilfslieferung des Wasserverbandes Siegen-Wittgenstein wurde Anfang April am Container-Terminal in Kreuztal angeliefert. Am vergangenen Mittwoch (6. April) wurde der Waggon für den Transport im Terminal bereitgestellt, mit dem Container beladen und noch am selben Tag auf den Weg in die Ukraine geschickt.

Damit zählt der Wasserverband Siegen-Wittgenstein mit zu den ersten, die ihre Sendung auf die Schienenbrücke geschickt haben. Der Wasserverband wurde daher auch gebeten, dem VKU von seinen Erfahrungen zu berichten, um die Versendung von Hilfsgütern für andere Versorger zu vereinfachen. Inzwischen konnte bereits ein neuer Ablaufplan für anstehende Transporte abgestimmt und eine Vereinfachung für die Zollabwicklung gefunden werden. „Eine echte Pionierleistung“, sind sich Landrat Andreas Müller und Wasserverbandsgeschäftsführer Dirk Müller einig: „Wir hoffen, so ein wenig zur Verbesserung der Situation der Menschen in der Ukraine beitragen zu können und dass andere Ver- und Entsorgungsunternehmen von unseren Erfahrungen profitieren.“

Zur Schienenbrücke der Deutschen Bahn:

Die Deutsche Bahn hat ein Logistiknetzwerk auf Straßen und Schienen aufgebaut, um Hilfsgüter von Deutschland direkt in die Ukraine zu befördern. So werden per Lastwagen und Güterzug tausende Tonnen an Lebensmitteln, Trinkwasser und Sanitärartikeln über die Grenze direkt in die Ukraine gebracht.

Die Deutsche Bahn hat für die Schienenbrücke in die Ukraine eine Hotline eingerichtet. Dort kann für Firmen und Großspenden Fracht angemeldet und die Abholung koordiniert werden. Der Transport ist für die Spender kostenlos. Die Hotline ist werktags von 8 bis 20 Uhr besetzt und unter Tel.: 030 720220640, Mail: schienenbruecke-ukraine@deutschebahn.com erreichbar.