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Datum: 17.03.2022

Gutachten zum Radschnellweg Siegen – Kreuztal:
„Kostenintensiv, aber wirtschaftlich sinnvoll“

Ein Radschnellweg zwischen Siegen und Kreuztal ist aufgrund der topographischen Rahmenbedingungen kostenintensiv, aber wirtschaftlich sinnvoll.

Ein Radschnellweg zwischen Siegen und Kreuztal ist aufgrund der topographischen Rahmenbedingungen kostenintensiv, aber wirtschaftlich sinnvoll. Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die das VIA-Planungsbüro und die Planersocietät erarbeitet und jetzt im Ausschuss für Wirtschaft, Mobilität und Verkehr des Kreises Siegen-Wittgenstein vorgestellt haben.

Die Radschnellverbindung hätte eine Länge von 15,6 Kilometer. Eine Breite von 4 Metern und würde erlauben, dass pro Fahrtrichtung zwei Fahrradfahrer nebeneinander fahren könnten. Die Strecke orientiert sich in weiten Teilen am Verlauf der HTS. In einigen Bereichen würde sie direkt an die HTS angedockt werden, etwa um die Bahntrasse zu überqueren.

Aus mehreren Alternativen haben die Planer eine bevorzugte Variante ausgewählt. Diese würde einen Neubau von 5,5 Kilometern Radwege erfordern, davon 3,5 Kilometer als Aufständerung oder Auskragung der HTS. 7,7 Kilometer bestehende Radwege müssten ausgebaut und auf einem Kilometer Fahrradstraßen eingerichtet werden. Auf eineinhalb Kilometern Strecke sehen die Gutachter „sonstigen Handlungsbedarf“. Insgesamt müssten 10 Sonderbauwerke – wie z.B. Brücken – neu- oder umgebaut werden. An 18 Knotenpunkten sehen die Planer Handlungsbedarf.

Insgesamt würde der Radschnellweg Investitionen in Höhe von 61 Mio. Euro erfordern. Der Löwenanteil von 37,2 Millionen entfällt auf die Sonderbauwerke. Rechnet man die Gesamtkosten auf die Streckenlänge um, würde ein Kilometer des Radschnellweges 3,9 Mio. Euro Kosten.

Der Radschnellweg würde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 24 km/h erlauben. Damit könnte man ihn innerhalb von 40 Minuten komplett von einem zum anderen Ende befahren. Die Planer gehen davon aus, dass täglich 2.000 Radfahrer auf dem neuen Radschnellweg unterwegs sein werden. In der kalten Jahreszeit gibt es dort einen Winterdienst wie auf Kreis-, Landes- oder Bundesstraßen. Damit ist der Radschnellweg ganzjährig befahrbar.

Die Planer kommen zu dem Ergebnis, dass der Radschnellweg ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,1 hat. Er liegt damit über dem üblicherweise erwarteten Wert von 1 und wäre damit wirtschaftlich sinnvoll.

Bis Mai soll die Machbarkeitsstudie endgültig fertig sein. Dann wird sie dem Landesbetrieb Straßen.NRW zur Prüfung durch das NRW-Verkehrsministerium übergeben. Sollte das Ministerium die Verbindung als Radschnellverbindung des Landes einstufen, könnte anschließend die formale Planung beginnen. Die Baukosten würden vom Land getragen.