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Mit digitalen Medien für den Matheunterricht begeistern:
Landrat übergibt ersten REGIONALE-Stern an »DigiMath4Edu«

13.06.2019

Grundschüler sitzen vor einem Tablet. Vor ihnen liegt ein unvollständiger Quader auf dem Tisch, dem jedoch einige Teile fehlen. Mit einem CAD-Programm konstruieren die Schüler am Tablet das fehlende Teil und drucken es anschließend mit einem 3-D-Drucker aus. Haben sie alles richtig gemacht, sollte das konstruierte Teil genau in die Lücke des Quaders passen und aus ihm einen perfekten Würfel machen.

Das war eine der Übungen, die Landrat Andreas Müller jetzt bei einem Besuch in der Abteilung der Mathematikdidaktik der Universität Siegen beobachten konnte. Eine Reihe von Schülern war an diesem Vormittag in der MatheWerkstatt zu Gast, um mit Hilfe digitaler Medien Mathematikunterricht einmal ganz anders und spannend zu erleben.

Das ist auch der Kerngedanke des Projektes „DigiMath4Edu“, das die Abteilung der Mathematikdidaktik zur Umsetzung im Rahmen der REGIONALE 2025 eingereicht hat – und dafür jetzt mit einem ersten Stern ausgezeichnet wurde. Dem Projektträger wird mit dem Stern eine herausragende konzeptionelle Idee für die Zukunft Südwestfalens bescheinigt. Andreas Müller hat diesen Stern offiziell an das Team übergeben und zugleich die Chance genutzt, die Arbeit der Abteilung näher kennenzulernen und sich das Projekt genauer erläutern zu lassen.

Studierende als Unterrichtsassistenten

„Die Grundidee ist, dass Studierende als Unterrichtsassistenten jeweils ein Jahr lang in eine Schule gehen, um den Lehrern vor Ort zu helfen, digitale Werkzeuge wie Tablets oder 3-D-Drucker im Mathematikunterricht einzusetzen“, erläuterte Prof. Dr. Ingo Witzke: „Im Rahmen des REGIONALE-Projektes wollen wir 15 Schulen in Südwestfalen zu Vorreitern im Umgang mit digitalen Medien im mathematischen Regelunterricht machen: digital, nachhaltig und authentisch“, so der Professor. „Die systematische Begleitforschung sichert die Ergebnisse und trägt dazu bei, Südwestfalen auch in diesem Gebiet zu einer Innovationsregion in Deutschland zu machen.“

Erste Erfahrungen mit diesem Konzept haben die Mathematiker der Uni Siegen schon im Rahmen eines Pilotprojektes mit der Sekundarschule Olpe-Drolshagen gesammelt. Und die waren sehr positiv: „Wir sehen, dass wir mit digitalen Medien im Unterricht auch Schülerinnen und Schüler wieder für Mathematik begeistern können, die wir dafür eigentlich schon fast verloren geglaubt hatten“, bilanziert Prof. Witzke.

Partnerunternehmen bieten Werksbesichtigungen oder Ausbildungstage an

An „DigiMath4Edu“ sind aber nicht nur Schulen und die Universität Siegen beteiligt, sondern auch lokale Partnerunternehmen. Diese bieten z.B. Werksbesichtigungen oder Ausbildungstage an. „Wenn die Kinder dann in die Unternehmen kommen, werden sie vertraute Dinge wie die CAD-Programme wiederfinden. Das baut Hemmschwellen ab und fördert das Interesse an einer Ausbildung im technischen Bereich“, ist Prof. Witzke überzeugt. Die heimische Wirtschaft habe bereits ihre Unterstützung zugesagt, etwa Arndt G. Kirchhoff, Präsident von Unternehmer NRW.

Im Rahmen des REGIONALE-Projektes wird sichergestellt, dass die Projektschulen die notwendige technische Ausstattung erhalten. Die Unterrichtsassistenten werden von der Uni ausgebildet und sind dann jeweils ein Jahr lang in „ihrer“ jeweiligen Schule im Einsatz. Sie unterstützen die Lehrer bei der Vorbereitung und der Durchführung des Unterrichts – auch in ganz praktischen Dingen, wenn z.B. der 3-D-Drucker mal streikt. „Letztlich wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe leisten, damit die Schulen am Ende selbständig in der Lage sind, die digitalen Medien auf Dauer im Mathematikunterricht einzusetzen“, so Prof. Witzke.

Projekt auf drei Jahre angelegt

Das REGIONALE-Projekt ist auf drei Jahre angelegt. In jedem Jahr sollen jeweils fünf Schulen daran teilnehmen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,25 Mio. Euro, etwa 80.000 pro Schule. Rund 300.000 Euro steuert die Uni bei. Für die Deckung der fehlenden Mittel hofft die Uni auf Unterstützung – z.B. durch eine Förderung im Rahmen der REGIONALE.

Landrat Andreas Müller hat das, was er an diesem Vormittag gesehen und erfahren hat, absolut überzeugt: „Ein tolles Projekt, das man unbedingt umsetzen sollte!“ betont Müller – und er ist auch zuversichtlich, dass man für dieses Projekt völlig unabhängig vom REGIONALE-Prozess Partner finden sollte, die sich – durchaus auch mit Geld – an „DigiMath4Edu“ beteiligen.

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