Hilfsnavigation
Hauptmenu
Volltextsuche
Angebot von A bis Z

Von A - Z

von A bis Z
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Quickmenü
Select Language

„Das Leben der Menschen Stück für Stück ein bisschen besser machen“
Hebesatz der allgemeinen Kreisumlage bleibt unverändert, Mehraufwendungen für Jugendamt

19.11.2018

„Das Leben der Menschen in Siegen-Wittgenstein Stück für Stück ein bisschen besser machen – das habe ich mir zu meinem Amtsantritt vorgenommen und das spiegelt sich auch an vielen Punkten im Haushaltsentwurf des Kreises für das Jahr 2019 wider!“ Das sagte Landrat Andreas Müller bei der Vorstellung des Etatentwurfs für das kommende Haushaltsjahr.

Sein Credo: „Ich will die wichtigen Zukunftsaufgaben konkret analysieren und beschreiben, Handlungsansätze aufzeigen, Mitstreiter gewinnen, Mehrheiten überzeugen und dann die Dinge anpacken und umsetzen – mit möglichst vielen Partnern in der Region!“

Ein Kernthema ist für den Landrat seit geraumer Zeit die Digitalisierung, die mit der REGIONALE 2025 einen massiven Schub erhalten werde. Gerade im ländlichen Raum biete die Digitalisierung riesige Chancen: „Egal ob es um Mobilität, medizinische Versorgung, Bildung oder Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen geht – um nur einige Beispiele zu nennen – die Digitalisierung wird unser Leben in den nächsten Jahren so radikal verändern, wie kaum ein andere Entwicklung zuvor. Das spüren wir auch heute schon im Alltag“, betonte Müller: „Wir haben im Oktober in Dahlbruch beim Südwestfalen Forum den offiziellen Startschuss für die Projektfindungsphase der REGIONALE gegeben. Jetzt geht es ans Arbeiten."

Breitbandausbau / 5G-Netze

Erste wichtige Voraussetzung für die Digitalisierung ist die technische Infrastruktur. Ende Mai 2019 wird die erste Phase des flächendeckenden Breitbandausbaus in Siegen-Wittgenstein abgeschlossen sein. „Dann werden wir als erster Kreis in NRW flächendeckend schnelles Internet von mindestens 30 MBit/s haben. Im Ausbaugebiet des Kreises in der Regel sogar 50 oder in den meisten Fällen sogar 100 MBit/s“, so Müller.

An der Erschließung der zwei Prozent, die dann noch nicht ans schnelle Breitbandnetz angeschlossen sein werden, arbeitet der Kreis bereits. Dafür werden Fördermittel in Höhe von 60 Millionen Euro oder gegebenenfalls sogar noch mehr beantragt werden. Diese Haushalte oder auch Schulen werden dann bis 2021, sofern das technisch und wirtschaftlich möglich ist, in der Regel einen Glasfaserhausanschluss bekommen.

Zudem betonte der Landrat, dass der Kreis sich intensiv für eine flächendeckende Versorgung mit dem schnellen 5G-Mobilnetz einsetze. Hier gebe es Kontakte zur Landesregierung, gerade auch mit Blick auf die REGIONALE: „Wenn wir über Zukunftstechnologien wie z.B. selbstfahrende Autos sprechen – die für uns irgendwann auch eine Ergänzung zum ÖPNV sein können und werden, Stichwort „On Demand Ridepooling“, dann darf es beim 5G-Netz keine Lücken geben“, forderte Müller.

Digitalisierung

„In den Bereich der Digitalisierungsbemühungen gehört zum Beispiel auch die Kooperation der neuen ‚Regiestelle Digitalisierung und Arbeitswelten‘ des Kreises, die seit Oktober eng mit dem ‚Zentrum für die Digitalisierung der Wirtschaft Südwestfalen‘ (ZDW) zusammenarbeitet“, führte der Landrat aus: „Gemeinsam bilden beide eine Plattform für Unternehmen und deren Beschäftigte in der Region, die die Wirtschaft und die Arbeitnehmer mit Informationsveranstaltungen und Werkstattgesprächen dabei unterstützt, ihre Betriebe im Zeitalter der Digitalisierung mit Industrie 4.0-Technologien praxisorientiert weiterzuentwickeln.“ Partner der Plattform ist auch das Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 der Universität Siegen.

Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden sowie dem Forschungskolleg FoKoS der Uni Siegen arbeitet der Kreis an einer Digitalisierungsstrategie für die Region. Die Arbeit besteht aus drei Phasen: Kompetenzen bilden, Strategie entwickeln und Projekte umsetzen. „Nachdem es im laufenden Jahr bereits diverse Projekte zur Kompetenzbildung gegeben hat, steht im kommenden Jahr die Strategieentwicklung auf dem Programm, um dann in die Umsetzung von konkreten Projekten gehen zu können“, erläuterte Müller den Zeitplan.

Klimaschutz

Ganz zentrale Herausforderung der nächsten Jahre wird aus Sicht des Landrates der Klimaschutz bleiben. „Kreis und Städte und Gemeinden werden gemeinsam ihr Klimaschutzkonzept weiter verfolgen, koordiniert vom Klimaschutzmanager des Kreises“, so Müller: Das Mobilitätskonzept, das in diesem Jahr erarbeitet worden ist, gehöre als Teilkonzept ebenfalls zum Klimaschutzkonzept.

Zudem werden Kreis und Städte und Gemeinden in den kommenden Jahren fünf neue Projekte umsetzen. Diese sind im jetzt fortgeschriebenen „Interkommunalen Handlungsplan Klimaschutz und Energieeffizienz Siegen-Wittgenstein“ enthalten: Z.B. ein Projekt, das die Gefahren durch Starkregen in Siegen-Wittgenstein herausarbeiten und Lösungsansätze entwickeln soll. Oder ein Projekt im Bereich „Klimabildung“, bei dem für unterschiedliche Zielgruppen und Orte – wie Kitas, Schulen oder außerschulische Lernorte – verschiedene Angebote entwickelt werden, um die Auswirkungen von Klimaveränderungen zu verdeutlichen und die Kompetenz zu vermitteln, das eigene Verhalten entsprechend zu verändern.

Rettungsdienstbedarfsplan

Aktuell arbeitet der Kreis an der Neuaufstellung des Rettungsdienstbedarfsplans. Grundlage ist ein Gutachten, das auch noch einmal ganz grundsätzlich die Standorte der Rettungswachen auf den Prüfstand stellt. Zur Märzsitzung wird der neue Bedarfsplan dem Kreistag zu Beratung vorliegen.

Teilhabe ermöglichen / Jobcenter

Im Rahmen der Zielsetzung, das Leben der Menschen in Siegen-Wittgenstein Stück für Stück ein bisschen besser zu machen, richtete der Landrat einen ganz besonderen Fokus auf langzeitarbeitslose Frauen und Männer: „Über 100 Kundinnen und Kunden des Jobcenters werden im kommenden Jahr mit Hilfe des Teilhabechancengesetzes ganz neue Perspektiven und die Chance erhalten, auf Dauer langfristig eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen zu können. Dazu werden wir mehr als zwei Mio. Euro aufwenden“, so Müller: „Hier werden wir richtig etwas bewegen können – und das für Menschen, die oft vielleicht sogar die Hoffnung schon etwas aufgegeben haben, dass sich für sie noch einmal etwas zum Positiven wenden könnte.“

Pflegebedarfsplanung

Mit Blick auf hochbetagte Menschen betonte der Landrat die Wichtigkeit der Pflegebedarfsplanung. „Menschen im hohen Alter haben einen Anspruch darauf und es verdient, in angemessener Zahl hochwertige stationäre Angebote nutzen zu können, wenn ambulante Hilfe an ihre Grenzen stößt und nicht mehr ausreicht“.

Nachdem der Kreis im letzten Jahr in Bad Laasphe einen zusätzlichen Bedarf an stationären Pflegeplätzen festgestellt hatte, sind jetzt in Siegen und in Bad Berleburg zusätzliche Angebote erforderlich: In Bad Berleburg eine vollstationäre Einrichtung mit 80 Plätzen, in Siegen mit 110 Plätzen – jeweils auch mit Angeboten zur Kurzzeitpflege. Beide Einrichtungen wurden bereits ausgeschrieben.

In Siegen soll das neue Haus zudem einen geschützten Bereich mit zehn Plätzen für Menschen mit demenziellen Erkrankungen erhalten.
Schon im ersten Quartal 2019 wird der Kreis entscheiden, wer die beiden neuen Einrichtungen betreiben wird.

Haushalt

Insgesamt wird der Kreis im kommenden Jahr rund 410,3 Millionen Euro für die Erfüllung seiner Aufgaben benötigen, erläuterte Kreisdirektor und Kämmerer Thomas Damm. Er schlägt dem Kreistag vor, den Hebesatz der allgemeinen Kreisumlage erneut bei 38 Prozent zu belassen – und damit auf gleicher Höhe wie im Vorjahr. Zugleich weist er auf mögliche Änderungen hin, aufgrund von Unwägbarkeiten insbesondere bei der Landschaftsverbandsumlage und der Verteilung des Fünf-Milliarden-Pakets des Bundes an die Kommunen.

Hebesatz Allgemeine Kreisumlage seit 2005 nicht angehoben

Der Landrat machte deutlich, dass der Kreis seit 2005 den Hebesatz der allgemeinen Kreisumlage nicht mehr angehoben hat, sondern dieser sogar gesunken ist. Das heißt: Der Anteil am gemeinsamen kommunalen Finanzkuchen, den der Kreis für die Erledigung seiner Aufgaben benötigt, ist seit mehr als einem Jahrzehnt nicht größer geworden. „Unterm Strich verbleibt den Städten und Gemeinden sogar mehr Geld, als der Hebesatz ausdrückt, weil längst nicht alle Einnahmen der Städte und Gemeinden in die Bemessungsgrundlage einfließen. Zum Beispiel die Aufwands- und Unterhaltungspauschale: aktuell 2,9 Mio. Euro“, so Müller: „Würde z.B. auch dieses Geld in die Umlagegrundlage mit einfließen, könnten wir alleine dadurch den Hebesatz um 0,2 oder 0,3 Prozentpunkte senken.“

Der Landrat betonte: „Es ist ein Erfolg, dass wir den Hebesatz der allgemeinen Kreisumlage seit mehr als einem Jahrzehnt nicht angehoben haben – und das, obwohl wir als Kreis in dieser Zeit viele neue Aufgaben zusätzlich übernehmen mussten, Standards erhöht wurden und Fallzahlen deutlich angestiegen sind.“ Zugleich verwies er darauf, dass der Kreis äußerst selbstkritisch mit seinem Haushalt umgehe, ständig Aufgabenkritik übe und versuche, die Effizienz der Aufgabenerledigung zu steigern.

Im Schnitt ein Prozent Abweichung in den letzten 10 Jahren

Müller ging auch auf die Kritik der Bürgermeister ein, der Kreis berechne seinen Haushalt bewusst zu großzügig und stehe so jedes Jahr am Ende deutlich besser als geplant da. Der Landrat bestätigte: Die Jahresergebnisse des Kreises sind in den letzten zehn Jahren in der Tat um 42,1 Mio. Euro besser ausgefallen als geplant. Im gleichen Zeitraum haben die Städte und Gemeinden ihre Ergebnisse aber um 225 Mio. Euro verbessert. Während die Städte und Gemeinden also im Durchschnitt pro Jahr mindestens 3,1 Prozent besser abgeschnitten haben, waren es beim Kreis nur 1,1 Prozent. „Haushaltsabweichungen von ein oder zwei Prozent sind völlig normal und würde ich eher als Punktlandung bezeichnen“, unterstrich der Landrat.

Der unveränderte Hebesatz von 38 Prozent hätte zur Folge, dass der Kreishaushalt im kommenden Jahr einen Fehlbetrag von 3,86 Mio. Euro aufweisen würde, der nur durch einen entsprechenden Verzehr von Eigenkapital, bzw. durch Neuverschuldung ausgeglichen werden kann.

Da sich die Einnahmen der Städte und Gemeinden äußerst positiv entwickelt haben, erhält der Kreis bei gleichbleibendem Hebesatz der allgemeinen Kreisumlage einen Mehrertrag von rund 6,2 Mio. Euro. Diese Finanzmittel werden im Wesentlichen benötigt, um das Haushaltsdefizit gegenüber dem Ansatz für das laufende Jahr um rund 3 Mio. Euro zu reduzieren. Aus Sicht des Landrates ist das geboten, sinnvoll und nachhaltig, denn der Kreis sollte sich antizyklisch verhalten: „In Jahren, in denen die Wirtschaft gut läuft, sollten wir nach Möglichkeit wenig oder keine Schulden machen, damit wir in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten, die irgendwann wieder einmal kommen werden, noch Handlungsspielräume haben“, erläutert Müller.

Stellenplan

Zweiter Faktor für den finanziellen Mehrbedarf ist der Personaletat, der um netto 3,6 Mio. Euro steigt. Das ist vor allem auf die Tarifentwicklung zurückzuführen, so Kämmerer Thomas Damm: Die erheblichen Lohnerhöhungen in mehreren Schritten mussten genauso berücksichtigt werden, wie Änderungen im Zusammenhang mit dem Dienstrechtsmodernisierungsgesetz sowie die Einführung der neuen Entgeltordnung.

Hinzu kommen Veränderungen im Stellenplan: Auf der einen Seite konnten Planstellen gestrichen werden – vor allem im Bereich der Erstaufnahmeeinrichtungen. Auf der anderen Seite sind Mehrbedarfe entstanden. Unterm Strich spart der Kreis im Stellenplanentwurf für 2019 7,5 Stellen gegenüber 2018 ein, auf der anderen Seite müssen aber 12,5 Planstellen zusätzlich finanziert werden, was den zusätzlichen Finanzbedarf erklärt. „Ob der Kreis nun weniger Stellen oder mehr Mitarbeiter hat, ist am Ende eine Frage der Betrachtung“, stellt der Landrat fest.

Kindertagesbetreuung

Für die differenzierte Jugendamtsumlage schlägt die Kreisverwaltung in ihrem Haushaltsentwurf einen Hebesatz von 21,94 Prozent vor, um einen finanziellen Mehrbedarf von rund 8,3 Mio. Euro abzudecken – „Gelder, die direkt den Familien in Siegen-Wittgenstein zu Gute kommen“, unterstrich der Landrat.

Vor allem für die Kindertagesbetreuung wird der Kreis im kommenden Jahr deutlich mehr Geld aufwenden: musste der Kreis im laufenden Jahr bereits rund 6 Mio. Euro mehr als 2017 aufbringen, zeichnet sich für 2019 ein Mehrbedarf von weiteren 5,4 Mio. Euro ab. „Immer mehr Eltern wünschen immer früher ein Betreuungsangebot für ihre Kinder, bzw. sind zwingend darauf angewiesen, um Familie und Beruf vereinbaren zu können“, unterstreicht der Landrat. „Nachdem wir zum neuen Kindergartenjahr, das am 1. August begonnen hat, 242 Plätze in Kindertagesstätten und 27 in Großtagespflegestellen geschaffen haben, werden wir zum nächsten Kindergartenjahr ab 1. August 2019 noch einmal mehr zusätzlich Plätze brauchen“, erläuterte Andreas Müller: „Wir planen mit 322 in Kitas und 36 Plätzen in vier neuen Großtagespflegestellen. Hinzu kommen noch weitere Plätze bei Tagesmüttern oder -vätern. Wie viele genau, wird im Moment durch die Bedarfsabfrage ermittelt.“

„Die zusätzlichen Kosten für die Kindertagesbetreuung befinden sich zum Teil aber nur deshalb im Kreishaushalt, weil die Vereinbarung, die ich mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern getroffen hatte, nicht umgesetzt wurde“, führte Müller aus – nämlich: „die Kommunen stellen Grundstücke für neue Kitas und Übergangslösungen kostenlos zur Verfügung und übernehmen auch die Mehrkosten auf Übergangslösungen. Leider ist die Vereinbarung in dem Moment geplatzt, als die erste Kommune die Kosten hätte übernehmen sollen“, erinnert“ der Landrat.
Hilfen zur Erziehung

Hilfen zur Erziehung / Regionaler Sozialdienst

Im Bereich der Hilfen zur Erziehung sieht der Kreis einen finanziellen Mehrbedarf von rund 4,5 Mio. Euro. So war ein Gutachten zu dem Ergebnis gekommen, dass steigende Fallzahlen eine Aufstockungen der Mitarbeiterzahl des Regionalen Sozialdienstes dringend erforderlich macht. Hier sind sieben zusätzliche Stellen im Haushaltsplan für 2019 vorgesehen.

„Wir bekommen Hinweise, dass Kinder nicht richtig versorgt werden, alleine gelassen werden oder auch ein auffälliges Verhalten zeigen. Dem geht der RSD nach. Oder Eltern melden sich beim RSD, weil es massive Auseinandersetzungen mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter gib, z.B. wegen Schulschwänzen, Drogenmissbrauch oder auch Kontakten zu einer kriminellen Clique. Oder eine Mutter streitet sich mit ihrem Ex-Partner über Fragen rund um die gemeinsamen Kinder. Hier hilft der RSD, Absprachen zwischen den Eltern und ggf. auch den Kinder zu erarbeiten“, erläutert der Landrat:

„Manchmal wenden sich auch junge Menschen direkt ohne Wissen ihrer Eltern an den RSD, weil sie Ärger haben, in der Familie der Haussegen massiv schief hängt, Vater oder Mutter Alkoholprobleme habe oder unter psychischen Störungen leiden. Hier bemühen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des RSD dann ganz behutsam, unter Berücksichtigung aller Schutzbelange Hilfen für die gesamte Familie zu entwickeln. In all diesen Bereichen sind Fallzahlen massiv angestiegen. Ohne zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können wir den Familien nicht gerecht werden, die unsere Hilfe brauchen. Deshalb halte ich diese Personalaufstockung für dringend geboten“, so Müller.

Kreishaushalt ist Sozialetat

Kämmerer Thomas Damm machte einmal mehr deutlich, dass der Kreishaushalt in erster Linie ein Sozialetat ist. In 2019 wird der Kreis rund 287,6 Mio. Euro für Sozialleistungen aufwenden, 10,4 Mio. Euro mehr als 2018. Das entspricht 70,1 Prozent des Gesamthaushaltes. Diese Zahl enthält auch die Gelder für die Landschaftsumlage, da der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in erster Linie für die Eingliederung von Menschen mit Behinderungen zuständig ist.
„Die Kreisumlage und alle Schlüsselzuweisungen, die Kreis erhält, reichen zusammen nicht einmal aus, um alle Sozialleistungen zu finanzieren, für die wir zuständig sind“, macht der Kämmerer auch in diesem Jahr erneut das Dilemma des Kreises deutlich: „Unsere Sozialausgaben sind in den letzten 39 Jahren um 441 Prozent gestiegen – im Schnitt um 11,3 Prozent bzw. 6 Mio. Euro pro Jahr. Es ist völlig unmöglich, diese Steigerungen durch Einsparungen an anderer Stelle auszugleichen“, betont Thomas Damm: „Das macht erneut deutlich, dass die Städte, Gemeinden und Kreise in NRW völlig unterfinanziert sind und Bund und Land hier dringend Abhilfe schaffen müssen.“

Mitarbeiter

Neben einer Aufstockung der Mitarbeiterzahl im Regionalen Sozialdienst enthält der Stellenplan der Kreisverwaltung für 2019 folgende neue Planstellen:

  • Der Kreistag hat im Juni zwei neue Stellen in der Kreisleitstelle beschlossen: einen Digitalfunkbeauftragten und einen Systembetreuer und Administrator.
  • Auch im Bereich des Ausländeramtes steigen die Fallzahlen durch die Geflüchteten, die in den letzten Jahren zu uns gekommen sind und jetzt fortlaufend betreut werden müssen. Hier wird ein zusätzlicher Mitarbeiter benötigt.
  • 2017 ist die Abfallbeauftragtenverordnung bzw. die Gewerbeabfallverordnung in Kraft getreten. Hier benötigt das Umweltamt zwei neue Mitarbeiter, die sich schwerpunktmäßig mit der flächendeckenden Erfassung von Altlasten oder Bodenveränderungen beschäftigen werden.
  • Im Bereich des Amts für Finanzwirtschaft ist zusätzlich eine halbe Stelle für einen Mitarbeiter vorgesehen, der sich mit den Anforderungen durch gesetzliche Änderungen im Steuerrecht beschäftigen wird.
  • Im Jugendamt sind aufgrund steigender Fallzahlen eine zusätzliche Stelle in der Wirtschaftlichen Jugendhilfe und eine im Bereich der Kindertagespflege vorgesehen.
  • Auf der anderen Seite konnten aber auch Stellen wegfallen. Z.B. durch die Schließung der beiden Erstaufnahmeeinrichtungen, aber auch eine halbe Stelle im Umweltamt oder eine halbe Stelle im Amt für Immobilien.

Kreis möchte 2018 rund 20 Mio. Euro investieren

Im Bereich der Investitionen bilden auch 2019 die Kreisstraßen wieder einen zentralen Schwerpunkt. Hier schlägt der Landrat vor, erneut mehr als zehn Millionen Euro für den Unterhalt, die Sanierung und den Neubau zur Verfügung stellen. Größere investive Maßnahmen sind hier z.B.:

  • Ausbau der K 11 zwischen Netphen-Salchendorf und Wilnsdorf-Rudersdorf
  • Die Erneuerung des Oberbaus der K 40 Bad Berleburg / Christianseck bis zur L717
  • Der Ausbau der K 36 in der Ortsdurchfahrt Bad Laasphe-Fischelbach
  • Und der zweite Bauabschnitt der K 32 Netphen-Brauersdorf

Erhebliche Gelder wird der Kreis auch wieder für die vier Berufskollegs, die Lindenschule und die Kreissporthalle zur Verfügung stellen, sofern der Kreistag dem Vorschlag des Landrates folgt. Für die Schulen sind rund 2,7 Mio. Euro für unterschiedlichste Maßnahmen vorgesehen. Dabei geht es u.a. um Brandschutz, LED-Beleuchtung, Schallschutz, Erneuerung von WC-Anlagen und Klassenräumen, aber auch von Dachflächen und Treppenanlagen.

Mehr als 350.000 Euro investiert der Kreis alleine in die Digitalisierung seiner Schulen, z.B. in die IT-Hardware, Software oder z.B. in WLAN-Netze..

Zudem ist der Bau von zwei Photovoltaikanlagen an den Berufskollegs Technik in Siegen und Wittgenstein in Bad Berleburg geplant.

2,6 Mio. Euro sind für Beschaffungen im Bereich des Rettungsdienstes vorgesehen – und zwar in erster Linie für acht neue RTWs – also Rettungstransportwagen. In diesem Jahr wird der Kreis acht neue Notarzteinsatzfahrzeuge beschaffen.

Und schließlich sind für die Rekultivierung der Deponien des Kreises rund 660.000 Euro vorgesehen, für die Entwicklung der Erdaushub- und Inertdeponie in der Fludersbach rund 550.000 Euro.


Geplante Kita-Baumaßnahmen für das Kindergartenjahr 2019/20:

  • In Bad Berleburg-Raumland soll die Kita Blauland durch Anbau- und Sanierungsmaßnahmen so ertüchtigt werden, dass dort dauerhaft 3,5 Gruppen untergebracht werden können.
  • In Netphen-Hainchen wird die Übergangslösung im Dillweg durch eine neue 4-gruppige Einrichtung in Irmgarteichen ersetzt.
  • In Eschenbach wird die 2-gruppige Übergangslösung in der Billenbachstraße durch die Sanierung des Gebäudes des bisherigen Kindergartens ersetzt. Eigentümer des Gebäudes ist übrigens die Kindergartengenossenschaft Eschenbach. Ein tolles Modell, bei dem sich die Menschen vor Ort für ihren Kindergarten einsetzen und es dem Kreis ermöglicht haben, mit einem Träger, in diesem Fall der KiTS GmbH, weiter im Dorf aktiv sein zu können.
  • In Neunkirchen wird die ehemalige Grundschule in Altenseelbach seit diesem Kindergartenjahr als 3-Gruppen-Kita betrieben. Der Standort soll durch einen Ausbau dauerhaft gesichert werden.
  • In Freudenberg-Alchen soll die bisherige Kita abgerissen und durch einen 3-gruppigen Neubau ersetzen werden. Aktuell befindet sich die Kita in einer Übergangseinrichtung.
  • Und in Wilnsdorf-Niederdielfen plant die Caritas einen Neubau für vier Gruppen, der im Herbst 2019 fertig gestellt sein soll.

Geplante Kita-Maßnahmen ab 2020:

  • In Hilchenbach soll die Übergangslösung Kita „Hannes“ durch eine 3-gruppige Einrichtung ersetzt werden. In Dahlbruch ist ein 2- oder 3-Gruppen-Neubau vorgesehen.
  • In Dreis-Tiefenbach wird zum 1. April 2020 eine 5-gruppige AWO-Kita an den Start gehen. Investor ist die KSG.
  • In Deuz wird eine 2-gruppige Einrichtung entstehen. Träger ist das DRK, Investor ebenfalls die KSG.
  • Dann werden wir im Zentrum von Netphen eine 3-Gruppen-Anlage für die Sport-Kita bauen. Da gab es ein hin und her um den möglichen Standort. Deshalb wird der Einzug frühestens Ende 2019 / Anfang 2020 möglich sein.
  • In Freudenberg planen wir für den Bereich Dirlenbach / Oberfischbach / Niederndorf eine 2-gruppige Einrichtung der AWO.
  • In Büschergrund wird die aktuelle Übergangslösung von einer 3-Gruppen-Einrichtung der AWO abgelöst werden.
  • Im Kreuztaler Zentrum ist als endgültige Lösung für die Übergangslösung der Kita „Weltenbummler“ eine 4-Gruppen-Einrichtung der AWO auf dem Grundstück „Zum Hammerseifen“ vorgesehen.
  • In Wilnsdorf wird unterhalb der Übergangslösung „Zum Höhwäldchen“ ein 4-gruppiger Neubau errichtet. Träger ist das DRK. Schließlich wird in Rudersdorf eine neue Kita mit 5 Gruppen der KiTS GmbH gebaut werden.

Seite zurücknach obenSeite drucken