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Mobilitätskonzept für Siegen-Wittgenstein
17 konkrete Projekte für moderne, flexible und klimafreundliche Mobilität

28.08.2018

17 konkrete Projektempfehlungen in fünf Themenfeldern enthält das Mobilitätskonzept des Kreises Siegen-Wittgenstein, das in den vergangenen 24 Monaten erarbeitet wurde. Die Kreisverwaltung hat das 166 Seiten starke Konzept jetzt vorgelegt. In den kommenden Wochen wird es in verschiedenen Ausschüssen beraten, bevor sich der Kreistag am 28. September abschließend damit befasst.

Die Projektvorschläge reichen von der Einrichtung einer Mobilitätszentrale über die Entwicklung eines kreisweiten Radverkehrsnetzes, die Schaffung von günstigen Bus- und Bahntarifen für einzelne Zielgruppen, den Aufbau eines Pedelec-Verleihnetzes, der Integration von Carsharing- und Elektrofahrzeugen in die kommunalen Fahrzeugflotten bis hin zur Konzeption eines Modellprojektes „ÖPNV durch On-Demand-Ridepooling“, bei dem z.B. über eine App auch kurzfristig Taxibusse gebucht werden können.

Jetzt handeln, um Kampf gegen Klimawandel nicht zu verlieren

Dass wir dringend neue Mobilitätskonzepte brauchen, steht für Landrat Andreas Müller fest: „In diesem Hitze-Sommer wurde auch von Wissenschaftlern die Frage diskutiert: ‚Ist das noch Wetter oder schon Klima?‘.“, so der Landrat: „Fakt ist: Der Klimawandel ist überall auf der Welt spürbar und hat inzwischen auch ganz konkrete Auswirkungen auf unseren Alltag in Siegen-Wittgenstein Der fehlende Regen ist ein großes Problem für die Landwirtschaft und wegen der großen Hitze haben nicht nur ältere Menschen gesundheitliche Probleme“, betont Müller: „Wollen wir den Kampf gegen den Klimawandel nicht endgültig verlieren, müssen wir jetzt und hier eine Trendwende einleiten und entsprechende Maßnahmen auf den Weg bringen. Mobilität spielt dabei eine wesentliche Rolle. Denn gerade Verbrennungsmotoren tragen mit ihrem CO2-Ausstoß erheblich zum Klimawandel bei.“

Zwei Handlungspläne für Kreisverwaltung und Region erarbeiten

In der Vorlage für den Kreistag schlägt die Kreisverwaltung nun vor, auf Basis des Mobilitätskonzeptes bis zum Jahresende zwei Handlungspläne zu erarbeiten: einen mit Maßnahmen, die der Kreis selbst umsetzen kann, einen mit Maßnahmen, die gemeinsam mit den Städten und Gemeinden oder mit Partnern in der Region verwirklicht werden können. Zugleich möchte die Verwaltung prüfen, ob Fördermittel des Bundes oder des Landes für die Verwirklichung einzelner Maßnahmen eingeworben werden können. Für Projekte, die bereits 2019 umgesetzt werden könnten, wird die Kreisverwaltung den entsprechenden Finanzbedarf ermitteln und in die Haushaltsberatungen für das kommende Jahr mit einbringen. Zudem schlägt die Verwaltung vor, die mit den Städten und Gemeinden eingerichtete AG „Kommunale Mobilität“ zur Abstimmung, Koordination und Organisation von Projekten und Maßnahmen auf Dauer beizubehalten und fortzuführen.

Mobilitätskonzept ist Teil des Klimaschutzkonzeptes

Im Sommer 2016 hatte der Kreistag auf Vorschlag des Landrates die Verwaltung beauftragt, ein Mobilitätskonzept als Teil des Klimaschutzkonzepts des Kreises zu erarbeiten. Bereits Ende 2016 wurde die erste öffentliche Mobilitätskonferenz durchgeführt, zu der alle Interessierten eingeladen waren. Bei den insgesamt vier Konferenzen ging es um „Mobil sein – mobil bleiben in Siegen-Wittgenstein“, Elektromobilität, Car- und Bike-Sharing-Projekte und um Fuß- und Radverkehr unter der Fragestellung „Null CO2 auf Kurzstrecken?!“.

Radverkehr spielt nur im Freizeitverkehr eine Rolle

Wesentlicher Baustein zur Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes war zudem eine Mobilitätsbefragung, bei der die Alltagswege von über 5.000 Menschen in Siegen-Wittgenstein erfasst wurden. Die Ergebnisse machen deutlich, dass bei uns das Auto mit weitem Abstand Verkehrsmittel Nummer 1 ist, noch stärker als in anderen Regionen von NRW. Nur 23 Prozent aller Wege werden mit Verkehrsmitteln des Umweltverbundes – also zu Fuß, mit dem Rad oder Bussen und Bahnen – zurückgelegt. Im NRW-Vergleich ist vor allem der niedrige Anteil des Radverkehrs auffällig. Er macht nur 4 Prozent aller Verkehre aus, im NRW-Schnitt sind es 10 Prozent. Da das vorhandene Radwegenetz äußert schlecht bewertet wurde, verwundert es nicht, dass das Fahrrad vor allem in der Freizeit eine Rolle spielt.

ÖPNV-Angebote werden in erster Linie von Schülern, Azubis und Studenten benutzt, aber auch von älteren Menschen. Insbesondere auf den Verbindungen von und nach Siegen spielen Busse und Bahnen ihre Stärke aus und werden gut genutzt.

Neue attraktive und alltagstaugliche Angebote schaffen

„Gerade die Mobilitätsbefragung hat uns deutlich gemacht, dass es nachvollziehbare Gründe gibt, warum bei uns im Vergleich mit anderen Regionen weniger Menschen auf Verkehrsmittel des Umweltverbundes setzen. Wenn wir das verändern wollen – und das ist unser Ziel – dann müssen wir neue attraktive und alltagstaugliche Angebote schaffen“, unterstreicht Landrat Andreas Müller: „Mit dem Mobilitätskonzept haben wir dafür jetzt die Grundlage gelegt und konkrete Projekte definiert, die einen Umstieg auf das Rad oder in Busse und Bahnen erleichtern können.“

In den Prozess der Erstellung des Mobilitätskonzeptes waren auch die Städte und Gemeinden eng eingebunden. In ihrer Hoheit liegt z.B. die Gestaltung der Parkraumnutzung, die Radewegeplanung, die kommunale Straßenraumnutzung oder die Regelung für das Abstellen von Car- und Bike-Sharing-Fahrzeugen. Deshalb wurde für die Erstellung des Mobilitätskonzeptes eine Arbeitsgruppe „Kommunale Mobilität“ eingerichtet. An den Beratungen nahmen je nach Themenschwerpunkt auch Vertreter vom Landesbetrieb Straßen.NRW, der Kreispolizeibehörde oder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC teil.

Großes Interesse an Mobilitätsfragen

Der Landrat dankt allen ganz herzlich, die sich an der Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes beteiligt haben: „Ich fand es bemerkenswert wie konstruktiv und interessiert in den Mobilitätskonferenzen diskutiert und gearbeitet wurde. Und auch die Beteiligung an der Mobilitätsbefragung war höher, als unser Partner, das Büro für Stadt- und Verkehrsplanung aus Aachen, uns vorher in Aussicht gestellt hatte. Das zeigt, dass Mobilität ein Thema ist, das vielen wirklich unter den Nägeln brennt und bei dem sie auch bereit sind, mitzumachen. Das hat mich wirklich sehr gefreut!“, so der Landrat.

In der Kreisverwaltung wurde die Erstellung des Mobilitätskonzeptes vom Amt für Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung koordiniert. Gefördert wurde es im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, vertreten durch den Projektträger Jülich.

Das komplette Mobilitätskonzept kann hier eingesehen werden.

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