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Datum: 15.09.2021

Für die Zukunft gewappnet:
Zehn Unternehmen aus Siegen-Wittgenstein wollen »KlimaSicher« werden

Der Kreis Siegen-Wittgenstein untersucht gemeinsam mit den Kreisen Soest und Warendorf in Kooperation mit der RWTH Aachen und der TU Dortmund, welche Risiken der Klimawandel für Unternehmen birgt und wo diese besonders stark zu erwarten sind.

 „‚Augen zu und durch‘ funktioniert nicht mehr“, so Landrat Andreas Müller bei der Auftaktveranstaltung des Projekts „KlimaSicher“ im Technologiezentrum in Siegen-Geisweid. Der Kreis Siegen-Wittgenstein untersucht gemeinsam mit den Kreisen Soest und Warendorf in Kooperation mit der RWTH Aachen und der TU Dortmund, welche Risiken der Klimawandel für Unternehmen birgt und wo diese besonders stark zu erwarten sind. Zehn heimische Betriebe sind mit dabei.

Von der RWTH Aachen wurden vorab bereits alle Gewerbegebiete in Siegen-Wittgenstein auf potentielle Gefahren durch Klimafolgenereignisse untersucht. Aufgrund seiner Mittelgebirgslandschaft ist der Kreis hochwassergefährdet, denn städtische Strukturen liegen in der Regel in Tallagen und sind dicht bebaut. Auch die allermeisten Flächen in Gewerbegebieten sind versiegelt.

Hohes Gefahrenpotential in Städten und Gewerbegebieten

„Schon ganz simple Maßnahmen können dieses Gefahrenpotential deutlich senken“, erklärt Lara Meurer, Klimaanpassungsmanagerin beim Kreis und Projektkoordinatorin. In der Stadt und in Gewerbegebieten kann sich im Sommer viel Hitze und Wasser stauen. „Ein Gründach zum Beispiel ist auf vielen Lagerhallen oder Betriebsgebäuden leicht umsetzbar – auch in Kombination mit Photovoltaikanlagen. Es kühlt die Umgebungstemperatur ab und kann gleichzeitig Wasser aufnehmen und die Kanalisation entlasten“, so Meurer. Auch ein Parkplatz mit Rasengittersteinen, statt Schotter oder Teer gibt der Natur genügend Möglichkeiten, um Wasser aufzunehmen.

Überschwemmte oder zu heiß gewordene Lagerräume können große Schäden anrichten, gerade wenn es um gefährliche Stoffe geht. Einige der teilnehmenden Unternehmen haben bereits Schäden durch Unwetterereignisse oder Klimafolgen gehabt und bei der Auftaktveranstaltung davon erzählt.

„Wer sich jetzt gegen mögliche Folgen und Schäden des Klimawandels wappnet, ist eindeutig besser aufgestellt als jemand, dem im Nachhinein nur noch übrig bleibt, die Schäden zu beseitigen“, so der Landrat bei seiner Eröffnungsrede.

Ziel des Projekts ist es, die Unternehmen durch Workshops dabei zu unterstützen, sich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen und sich mit geeigneten Maßnahmen zu rüsten. Gleichzeitig sollen Prozesse und Kooperationen etabliert und für weitere Regionen übertragbar gemacht werden. Bevor es im Mai die Zertifizierung „KlimaSicher“ gibt, stehen noch zwei weitere Workshops an.

Außerdem stattet die Projektberaterin Eva Lüning allen Betrieben einen kostenlosen Vor-Ort-Besuch ab. Alle teilnehmenden Unternehmen bekommen somit eine individuelle Expertise für ihren Betrieb und die Möglichkeit passgenaue Maßnahmen zu besprechen. Das Projekt wird gefördert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).