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Datum: 24.09.2021

Förderprojekt des Kreises zum Breitbandausbau in Freudenberg abgeschlossen
Gewerbe- und Industriebetriebe mit schnellen Datenleitungen

In Freudenberg ist der Breitbandausbau aus dem aktuellen Förderverfahren technisch abgeschlossen. Im Auftrag des Kreises Siegen-Wittgenstein hat die Westenergie Breitband GmbH (vormals innogy) in den vergangenen drei Jahren die Glasfaserinfrastruktur für schnelles Internet errichtet. Dabei wurden Haushalte, Industrie- und Gewerbebetriebe ans schnelle Netz angeschlossen, darunter auch Schulen.

Der Ausbau des Breitbandnetzes ist ein gemeinsames Projekt des Kreises Siegen-Wittgenstein, des Trägers des Bundesförderprogramms ateneKOM, des Landes NRW und von Westenergie. Start des Projekts war im April 2018. Anlässlich der Fertigstellung des Breitbandnetzes in Freudenberg kamen Landrat Andreas Müller sowie Bürgermeisterin Nicole Reschke mit Vertretern von Westenergie und Westnetz zusammen, um das schnelle Netz symbolisch in Betrieb zu nehmen.

Landrat Müller erklärte: „Mit dem Projektabschluss in Freudenberg ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Region zu einem modernen und digitalen Wirtschaftsstandort gelegt. Eine zukunftsfähige Breitbandversorgung ist heutzutage unverzichtbar für die weitere Entwicklung der Kommunen und ein wichtiger Standortfaktor für die Wohn-, Schul- und Gewerbestandorte.“ Bürgermeisterin Nicole Reschke hob hervor, dass hohe Übertragungsgeschwindigkeiten geschaffen werden konnten, und ergänzte: „Es freut uns besonders, dass neben den Gewerbestandorten auch zahlreichen Privatkunden gigabitfähige Anschlüsse zur Verfügung stehen. Gerade in Zeiten der Corona-Krise ist zudem schnelles Internet immer wichtiger, da immer mehr Bürger im Homeoffice tätig sind.“

„Wie Computer und Fernseher diese Kommunikation erreichen, hängt vom jeweiligen Vertrag der Nutzer ab – technisch sind alle Voraussetzungen erfüllt,“ erläuterte Projektleiter Philipp Stöber von Westnetz und fügte hinzu: „Die Kunden können dabei aus Angeboten verschiedener Produktanbieter auswählen, in Abhängigkeit der eventuell noch bestehenden Verträge. Um die Glasfaserinfrastruktur bis in Haus nutzen zu können, ist ein Neuvertrag notwendig.“ In Freudenberg wurde hauptsächlich ein FTTC-Breitbandausbau (Fiber-To-The-Curb, Glasfaser bis zum
Bordstein) durchgeführt, um damit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde im Download sicher zu stellen. In einigen Ortsteilen konnte sogar ein FTTH-Ausbau („Fibre-To-The-Home”, Glasfaser bis ins Haus) vorgenommen werden, wie zum Beispiel in Lindenberg. Hier war zu Beginn ein FTTC-Ausbau vorgesehen. Da seitens Westnetz zeitgleich die Strom-Hausanschlüsse als Erdkabel ausgeführt wurden, konnten hier gleichzeitig Glasfaser-Hausanschlüsse mitgelegt werden. Als letztes Teilprojekt konnte nun das Wohngebiet am Plittershagener Berg abgeschlossen werden.

In den Breitbandausbau in Siegen-Wittgenstein wurden insgesamt 20,5 Mio. Euro investiert. Der Bund, das Land NRW und die Kommunen förderten dies gemeinsam mit über 5 Mio. Euro. Westenergie selbst investierte in Freudenberg rund 4 Millionen Euro. Das Projekt wurde von Mitarbeitern der Westnetz aus der Region geplant und umgesetzt. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit den Kreis Siegen-Wittgenstein und den Städten und Gemeinden unsere Region in Sachen Internet schneller machen konnten. Auch nach diesem Förderprojekt werden wir dabei unterstützen“, sagte Achim Loos, Kommunalmanager Westenergie.

Hintergrund

Beim FTTC-Ausbau („Fibre-To-The-Curb“ = Glasfaser bis zum Bordstein bzw. bis in den Ort) werden die Glasfaseranschlüsse bis in die neuen Multifunktionsgehäusen (MFG) gelegt und von dort mittels Kupferkabeln mit den Hausanschlüssen verbunden. Physikalisch gesehen passiert im MFG Folgendes: Die optischen (Licht)Signale werden in elektrische Signale umgesetzt und gleichzeitig kommt das Vectoring-Verfahren zum Einsatz, das die elektromagnetischen Störungen unterdrückt, um per Kupferkabel und Telefon-Anschluss schnelles Internet zu gewährleisten. Der FTTH-Ausbau („Fibre-To-The-Home”) hingegen garantiert einen direkten Glasfaseranschluss bis ins Gebäude. Dabei werden die Glasfaserleitungen aus einem zentralen PoP („Point of Presence“) über einen Glasfaserverteilerschrank (GVS) ins Gebäude geführt. Dadurch können auch zukunftsfähig große Datenmengen bis zum Endkunden transportiert werden.

Infoblock: Ausbau-Kennzahlen Freudenberg
Ø 3.200 FTTC- und 300 FTTB-Adressen bzw. Wohneinheiten
Ø ca. 60 Breitbandstandorte: 1 Glasfaser-Knotenpunkt (PoP, Point of Presence),
22 Glasfaserverteilerschränke (GVS) und 40 Multifunktionsgehäuse (MFG)
Ø 50 km Leitungstrassen
Ø Umsetzungszeitraum: April 2018 bis Juli 2021