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Datum: 23.12.2021

A45: Schreiben an Kanzler
Region fordert Neubau der Brücke in Rekordzeit, Abmilderung der Folgeschäden

Landrat Andreas Müller, seine südwestfälischen Amtskollegen und 37 weitere Persönlichkeiten aus der Region haben sich in einem Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz gewandt. Ihre zentrale Forderung: ein beschleunigter Neubau der Talbrücke Rahmede auf der A45 bei Lüdenscheid. Ein Ersatzbau sollte ohne ein langwieriges Planfeststellungsverfahren ermöglicht werden. Auch Prozesse wie Vergabeverfahren und Ausschreibungen sollten konsequent beschleunigt werden. Dabei müssten auch Möglichkeiten des europäischen Vergaberechts zu vereinfachten Vergabeverfahren berücksichtigt werden. „Wir sind uns alle einig: Bei dieser Frage geht es um die Zukunft der Region Südwestfalen!“, betont Andreas Müller.

In dem fünfseitigen Schreiben werden ausführlich die Probleme erläutert, die die Sperrung der verkehrlichen Lebensader aufgrund der speziellen Topografie und der nicht vorhandenen Ausweichrouten für die Region bedeuten. Aufgezeigt werden „existenzielle Bedrohungen für eine der stärksten Wirtschaftsregionen“. Auch die Folgen für Anwohner und die gesamte Bevölkerung, beispielsweise durch verminderte Lebensqualität, Sicherheitsaspekte und die dauerhafte Belastung, werden in dem Schreiben dargelegt. Zu den Forderungen zählen neben dem schnellen Neubau der Talbrücke auch akute Hilfen und langfristige Unterstützung für die Region. Die Unterzeichner und damit das breite gesellschaftliche Bündnis der Region wollen dabei nach allen Kräften unterstützen, „diese historische Aufgabe gemeinsam zu meistern“.

Zu den Unterzeichnern des Schreibens zählen neben Landräten, Bürgermeistern, Bundestags- und Landtagsabgeordneten auch Vertreter der Kammern und

Verbände. In dem gemeinsamen Appell wird das gesamtgesellschaftliche Interesse an möglichst schnellen Lösungen sowie an einer nachhaltigen Unterstützung für die stärkste Industrieregion in NRW und einer der stärksten in ganz Deutschland betont.

Nach Corona und den Starkregenereignissen erlebe Südwestfalen seit dem 2. Dezember nun auch noch einen Verkehrsinfarkt: „Besonders schwerwiegend sind die Auswirkungen für die heimische Wirtschaft“, betonen die Unterzeichner. In einer von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer durchgeführten Befragung sprachen zwei von drei Unternehmen von gestörten Lieferketten. 16 Prozent der Unternehmen befürchten drohende Produktionsausfälle, jedes zweite Unternehmen den Verlust von Kunden. „Die volkswirtschaftlichen Schäden sind nicht bezifferbar und es droht der Verlust tausender Arbeitsplätze“, heißt es in dem Brief an den Kanzler.

In dem Brief werden aber ausdrücklich auch die bisherigen konstruktiven Zusammentreffen der beteiligten Stellen erwähnt. Schuldzuweisungen oder die Fehlersuche in der Vergangenheit seien nicht hilfreich, betonen die Akteure aus der Region. Die Probleme rund um die A45-Sperrung seien von immenser Relevanz und erforderten einen nationalen Kraftakt – daher auch das Schreiben an die Bundesregierung und den Bundeskanzler Olaf Scholz persönlich. Wörtlich heißt es: „Der unverzügliche Neubau der Talbrücke Rahmede (Autobahn 45) und damit die Wiederherstellung der verkehrlichen Lebensader ist von nationalem Interesse und gesamtgesellschaftlicher Bedeutung.“

Auch der Kreistag Siegen-Wittgenstein hatte in seiner jüngsten Sitzung am 17. Dezember eine Resolution zu diesem Thema verabschiedet. Auch Kammern und Verbände haben Positionspapiere und Forderungskataloge verfasst. Mit dem Schreiben an die Bundesregierung wird der gemeinsame Appell gebündelt und an die höchsten politischen Stellen in Deutschland übermittelt.