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1-2-3-meins! Potenzialanalyse – „Berufsfelderkundungstage“ – Schülerpraktikum – meine Ausbildung!

01.02.2019

Um zu erfahren, wie Jugendliche über ihre berufliche Zukunft denken, hat sich Alexandra Schmitz-Kämpfer von der Kommunalen Koordinierungsstelle (KoKo) des Kreises Siegen-Wittgenstein mit Amelie Bechheim aus Kreuztal getroffen. Außerdem möchte sie erfahren, wie und wo Amelie von ihren Eltern, Lehrern und von staatlicher Seite unterstützt wird.

KoKo: Hallo, liebe Amelie! Es ist wirklich sehr nett, dass Du Dir die Zeit nimmst, Dich ein wenig mit mir über Dich und Deine Berufspläne und -wünsche zu unterhalten.

Amelie: Hallo! Das mache ich doch gerne!

KoKo: Du bist eine von ungefähr 2700 Schülerinnen und Schülern aus Siegen-Wittgenstein, die im vergangenen Schuljahr im Zuge der beruflichen Orientierung an einer sogenannten „Potenzialanalyse“ und an „Berufsfelderkundungstagen“ teilgenommen hat. Dazu will ich Dir gleich ein paar Fragen stellen. Wie alt bist Du eigentlich und welche Schule besuchst Du zurzeit?

Amelie: Ich bin 14 Jahre alt und besuche die neunte Klasse des Städtischen Gymnasiums Kreuztal.

KoKo: Hast Du bereits eine Vorstellung davon, was Du beruflich gerne einmal machen möchtest?

Amelie: Ja, die habe ich, auch schon recht lange! So bin ich eben. Der Beruf soll zu mir passen: Ich habe sehr gerne Kontakt zu anderen Menschen. Und es ist mir immer schon wichtig gewesen, etwas Sinnvolles zu tun. Dazu kommt außerdem, dass ich gerne helfe. Tja, und dann interessiere ich mich sehr für Sport und medizinische Themen.

Prozess der Berufsorientierung beginnt in der 8. Klasse

In ihrer Schule hat Amelie vor einem Jahr, gemeinsam mit ihren Klassenkameraden, mit dem Prozess der Berufsorientierung begonnen. Dafür sieht das Land NRW, flächendeckend für alle Achtklässler, zunächst eine Potenzialanalyse vor: Außerhalb von Schule, an einem neutralen Ort, ganz ohne Lehrer, mit unbekannten Personen, durchlaufen die Schüler einen Tag lang ein handlungsorientiertes Testverfahren. Eigens dafür engagierte und geschulte Personen beobachten die Schülerteams während sie ihre Aufgaben lösen und können durch ihre Beobachtungen wichtige Rückschlüsse auf die einzelnen Persönlichkeiten sowie ihre Stärken und Neigungen ziehen.

KoKo: Im vergangenen Schuljahr hast Du ja eine Potenzialanalyse mitgemacht. Wie hat Dir das gefallen?

Amelie: Es hat mir echt gut gefallen. Eigentlich mehr noch, es hat mir richtig Spaß gemacht! Schade, dass nur ein Tag für die verschiedenen Aufgaben und Tests eingeplant war! Ich hätte gerne noch mehr über mich selbst erfahren. Gerade bei den Aufgaben, die im Team gelöst werden sollten, habe ich Seiten von mir kennengelernt, die ich vorher noch nicht so kannte.

Auswertungsgespräch mit den Eltern

Damit alle Schüler auch erfahren, welche ihrer Stärken und Fähigkeiten sich bei dem Testverfahren gezeigt haben, werden sie und ihre Eltern zu einem gemeinsamen Auswertungsgespräch eingeladen.

KoKo: Du und Deine Eltern seid kurz nach dem Tag der Potenzialanalyse zu einem Auswertungsgespräch eingeladen worden. Wie war das Gespräch?

Amelie: Der Berater, der während der Potenzialanalyse die ganze Zeit unser Schülerteam beobachtet hatte, erwartete meinen Vater und mich bereits, als wir kamen. In dem Auswertungsgespräch dann hat er erzählt, welche besonderen Merkmale, Verhaltensweisen und auch Stärken ihm bei mir während des Testverfahrens aufgefallen waren.

KoKo: Und? Gab es Übereinstimmungen zwischen den Beobachtungen eines eigentlich fremden Menschen und dem, wie Du Dich selbst siehst?

Amelie: Alles in Allem glaube ich, dass er mich mit seiner Beschreibung ganz gut getroffen hat. Es gab also keine großen Überraschungen für mich und ich sehe mich in meinem Selbstbild bestätigt. Meine Erwartungen haben sich erfüllt. Ich habe hinterher auch mit meinen Freunden und Klassenkameraden gesprochen. Die haben das bei sich ganz ähnlich empfunden.

KoKo: Dein Vater hat Dich ja zu dem Auswertungsgespräch begleitet. Konnte er das bestätigen, was der Beobachter bei Dir wahrgenommen hat?

Amelie: Ja, auch aus seiner Sicht hat er mich in wesentlichen Punkten gut getroffen. Ich finde das schon erstaunlich, nach so einer kurzen Zeit.

Wunschunternehmen bei Berufsfelderkundungstagen präferiert

Nach der Potenzialanalyse bewerben sich alle Schüler in Unternehmen um sogenannte „Berufsfelderkundungstage“. Das Bewerbungsverfahren wird von einer Online-Datenbank (bfe-siwi.de) unterstützt, über die sich die Jugendlichen direkt bewerben können. Die Praxis zeigt aber auch, dass sich die Schüler oft direkt in ihrem Wunsch-Unternehmen vorstellen beziehungsweise auch bereits vorhandene, persönliche Kontakte nutzen. Durch die Berufsfelderkundungstage erhalten die jungen Menschen Gelegenheit, an insgesamt drei Tagen in drei verschiedene Berufsfelder hinein zu schnuppern.

KoKo: Amelie, wie hast Du eigentlich die drei Schnuppertage, die sich an die Potenzialanalyse angeschlossen haben, genutzt? In welchen Unternehmen warst Du und welche Berufe hast Du kennengelernt?

Amelie: Auch die Schnuppertage haben sich für mich gelohnt: Einen Tag lang war ich bei einem Arzt und habe dort seine Arbeit kennengelernt. Einen zweiten Tag habe ich in einer Bewegungsschule verbracht. Dort habe ich erfahren, wie Kinder mit Bewegungsproblemen ihre Fähigkeiten verbessern können. Das ist ein ganz spannendes Thema und verbindet mein Interesse für Sport- und Medizinthemen! Meinen dritten Schnuppertag habe ich ganz dem Handwerk gewidmet. Ich war nämlich bei einem Tischler.

KoKo: Wäre denn so ein handwerklicher Beruf für Dich auch eine Option oder warum hast Du Dir dieses Unternehmen ausgesucht?

Amelie: Diese Arbeit steht für mich in einem großen Kontrast zu den Erfahrungen an den beiden anderen Tagen! Der Tag war von mir aber trotzdem bewusst ausgewählt und sehr wertvoll für mich, weil er mir eindeutig bestätigt hat, dass mein Berufswunsch weiterhin in Richtung Medizin und die Arbeit an und mit Menschen weist.

Nächster Schritt: Praktikum

KoKo: Wie ist der Plan, wie soll es nun für Dich weitergehen?

Amelie: Also, demnächst würde ich gerne mein dreiwöchiges Schülerpraktikum bei dem Sportarzt machen, den ich bereits vom Schnuppertag her kenne. So kann ich den Ablauf in der Arztpraxis etwas näher kennenlernen. Ich bin gespannt darauf, welche Erfahrungen ich dabei machen werde. Ich bin mir aber sicher, dass mich diese in meiner Berufswahl nur bestätigen wird. Mein nächstes Ziel ist es also, unbedingt ein gutes Abitur zu machen, damit ich weiter in diese Richtung gehen kann.

KoKo: Und dann? Wie soll es für Dich weitergehen?

Amelie: Ich möchte natürlich Medizin studieren. Besonders gut gefällt mir Sportmedizin oder Orthopädie. Die Forschung finde ich spannend und auch, dass es sehr gute Karriereaussichten gibt.

KoKo: Da hast Du ja sehr ehrgeizige und anspruchsvolle Pläne, Hut ab! Ich kann mir gut vorstellen, dass Dir das auch gelingen wird. Nun aber noch eine abschließende Frage an Dich: Mich interessiert, wie Dir die einzelnen Phasen der Berufsorientierung bisher gefallen haben und ob sie Dich auch weitergebracht haben.

Amelie: Ich finde das Thema wirklich wichtig und gut für uns Schüler – auch dass es schon so früh in der Schule angesiedelt ist! Im Rückblick würde ich das Thema sogar eher noch weiter vertiefen! Die Berufsorientierung könnte ja im Unterricht noch ein weiteres Mal aufgegriffen werden. Und dann wäre es schön, wenn man den Schülern noch eine weitere Potenzialanalyse in der 11. oder 12. Klasse anbieten würde. Schließlich gibt es doch bei uns Jugendlichen zwischen der 8. und der 11. Klasse sicher noch einige Entwicklungsschritte, die wir mitmachen!

KoKo: Liebe Amelie, ich danke Dir für das nette und interessante Gespräch heute. Ich wünsche Dir alles Gute für Deinen weiteren Weg und hoffe, dass Du eine gute Ärztin wirst! Und dass Du in Deinem Beruf die Berufung und Zufriedenheit findest, die Du Dir erhoffst!

Amelie: Danke! Ihnen auch alles Gute!

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