Kreis Siegen-Wittgenstein


September

9. September 2013      


Freie Fahrt für alle Schüler und Azubis in Siegen-Wittgenstein und Olpe 
Landräte wollen Familien und ÖPNV unterstützen  


Die Landräte der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe planen, ein neues Bus- und Bahnticket für alle Schüler und Auszubildende in beiden Kreisen einzuführen. Damit können die Schüler und Azubis dann an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr alle Busse und Bahnen in beiden Kreisen nutzen. Der besondere Anreiz: Beide Kreise übernehmen die Anteile an den Fahrkartenkosten, die ansonsten die Eltern aufbringen müssten. „Damit stärken wir zum einen die Familien in den beiden Kreisen, zum anderen leisten wir einen Beitrag zur Finanzierung eines attraktiven ÖPNV-Angebotes in unserer Region“, so Landrat Paul Breuer. Aktuell gibt es bereits kostenlose Schülerfahrkarten, die aber nur die Fahrt zwischen Wohnort und Schule ermöglichen.

„Grundsätzlich müssen wir feststellen, dass wir künftig mehr Geld für den ÖPNV benötigen“, so Breuer. Bisher sind die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe die einzigen in NRW, in denen der ÖPNV noch eigenwirtschaftlich, also ohne Zuschüsse aus den Kreishaushalten, betrieben wird. „Ich habe in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass diese Zeiten dem Ende entgegen gehen, etwa bei meiner Haushaltsrede zum Kreishaushalt für das Jahr 2013“, unterstreicht der Landrat. „Die Tatsache, dass Siegen-Wittgenstein und Olpe im Jahre 2005 das bis dahin kommunale Verkehrsunternehmen VWS verkauft haben, hat sich als sehr vorausschauende Maßnahme für die Kreishaushalte und damit auch für die Städte und Gemeinden erwiesen“, erläutert Breuer: „Damit haben wir den Steuerzahlern in der Vergangenheit jedes Jahr deutliche 2-stellige Millionenausgaben erspart, die ansonsten die Städte und Gemeinden über die Kreisumlage hätten aufbringen müssen.“ So verweist der Landrat auf das Beispiel des Märkischen Kreises, der mehrere Millionen Euro pro Jahr für seine Verkehrsbetriebe aufbringen musste, in diesem Jahr rund 16 Millionen Euro. „Das wären für uns rund 3 Prozentpunkte Kreisumlage“, rechnet Breuer überschlägig vor.

Dass es für die Verkehrsunternehmen immer schwerer wird, Verkehrsleistungen eigenwirtschaftlich zu erbringen, ist für die Landräte nachvollziehbar: „Der demografische Wandel führt zu weniger Schülern und damit zu weniger Zuschüssen und Einnahmen aus dem Schülertransport, der für die Unternehmen das Butter-und-Brot-Geschäft ist. Zugleich steigen die Kosten durch höhere Lohnabschlüsse und steigende Energiepreise.“

Für das neue Schülerticket hat der Kreis Siegen-Wittgenstein im Haushaltsentwurf für 2014 einen Betrag von unter einer Million Euro eingestellt, der in den Folgejahren anwachsen würde. Genaue Zahlen müssen noch errechnet werden, insbesondere weil auch die Auszubildenden einbezogen werden. Dazu sind auch Gespräche mit den Verkehrsunternehmen erforderlich. Vorbehaltlich der Zustimmung der politischen Gremien könnte das neue Schülerticket zum Schuljahresbeginn 2014/2015 eingeführt werden.

„Bei dem von uns bereit zu stellenden Geld handelt es sich aber keinesfalls um Subventionen für einzelne Verkehrsunternehmen“, unterstreicht Breuer. „Vielmehr kommen die Mittel dem ÖPNV-System insgesamt zugute. Damit profitieren davon am Ende alle Verkehrsanbieter in der Region, egal ob Bus- oder Eisenbahnunternehmen.“


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