Kreis Siegen-Wittgenstein


Januar

24. Januar 2005

Betreuungsangebote und Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern:
Breuer: "Familienatlas bestätigt Ansätze der Zukunftsinitiative!"

Einen Spitzenplatz im Bereich "Bildung und Arbeitsmarkt" weist der vom Bundesfamilienministerium veröffentlichte "Familienatlas 2005" dem Kreis Siegen-Wittgenstein zu. Demnach zeichnet sich der Kreis durch eine hohe Ausbildungsplatzdichte, eine vergleichsweise niedrige Jugendarbeitslosigkeit und wenige Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss aus. Hier macht sich neben den sehr guten Aus- und Weiterbildungsangeboten auch die nach wie vor vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote im Kreis Siegen-Wittgenstein bemerkbar. Auch in Sachen Sicherheit schneidet der Kreis Siegen-Wittgenstein gut ab: Eine niedrige Kriminalitätsrate ist ebenfalls ein wichtiger Indikator für die Lebens- und Wohnortqualität aus Sicht der Familien.

Auf der Basis einer statistischen Analyse sind im Familienatlas die bundesweit 439 Kreise und kreisfreien Städte in acht Gruppen mit jeweils ähnlichen Profilen hinsichtlich der Familienfreundlichkeit eingeordnet worden. Neben den Bereichen "Bildung&Arbeitsmarkt" und "Sicherheit und Wohlstand" wurden drei weitere Schwerpunktthemen formuliert, in denen die Regionen bewertet wurden, nämlich "Demographie", "Betreuungsinfrastruktur" und "Vereinbarkeit von Familie und Beruf".

Nachholbedarf konstatiert der "Familienatlas 2005" bei der Betreuung für den Nachwuchs und Vorkehrungen, die Familie und Beruf miteinander vereinbar machen. "Hier bestätigt die Veröffentlichung des Ministeriums klar die Ansätze der Zukunftsinitiative "Siegen-Wittgenstein 2020", in deren Rahmen wir eben diese Defizite bereits erkannt haben und nunmehr im Interesse eines familienfreundlichen Siegen-Wittgenstein verstärkt angehen werden", so Landrat Paul Breuer. Es müsse alles daran gesetzt werden, jungen Familien Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten, wenn Siegen-Wittgenstein im Wettbewerb mit anderen Regionen bestehen wolle.

Positiv hat sich im Hinblick auf Familienfreundlichkeit in der Vergangenheit der Bereich "Demographie" ausgewirkt, der berücksichtigt, in welchen Regionen sich vergleichsweise viele Frauen und Männer im Rahmen ihrer Lebensplanung für Familie und Kinder entscheiden. Siegen-Wittgenstein erwarten dagegen in Zukunft negative demographische Auswirkungen: Das im vergangenen Jahr vorgestellte Gutachten zu den wirtschaftlichen und demographischen Rahmenbedingungen für den Kreis Siegen-Wittgenstein zeigt, dass es besonders im Bereich der 27-45-Jährigen bis zum Jahre 2015 starke Rückgänge geben wird. "Die Zukunftsinitiative Siegen-Witttgenstein 2020 zielt darauf ab, die Region für junge Familien attraktiv zu machen und so einen ganz bedeutsamen Standortfaktor zu sichern. Dazu gehören unter anderem Verbesserungen im Bereich der Betreuungsinfrastruktur und Maßnahmen, die Familie und Beruf miteinander vereinbar machen. Wir müssen das Augenmerk stärker auf die Frauen und ihre Chancen auf dem heimischen Arbeitsmarkt lenken, der sich beispielsweise auch dadurch auszeichnen muss, dass er genügend Teilzeitangebote bietet", so der Landrat.

Im Rahmen der Zukunftsinitiative "Siegen-Wittgenstein 2020" werden auf Grundlage des Gutachtens zu den wirtschaftlichen und demographischen Rahmenbedingungen für den Kreis Siegen-Wittgenstein verschiedene Aufgabenfelder mit allen gesellschaftlichen Akteuren bearbeitet. Weit vorangeschritten ist der Prozess bereits im Bereich der Altenpolitik und der künftigen Steuerung des Pflegemarktes. Der Kreistag hat zum Thema "Leben und Wohnen im Alter" bereits entsprechende Beschlüsse gefasst.



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