Kreis Siegen-Wittgenstein


Januar

5. Januar 2005

"Kunde droht mit Großauftrag - Bahn im Tiefschlaf":
Landrat Breuer schreibt in Sachen Gleisanschluss Littfeld an Bahnchef Mehdorn

Deutliche Worte findet Landrat Paul Breuer in einem offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Dr. Hartmut Mehdorn. In dem Schreiben zeigt sich der Landrat überzeugt, dass die Tragweite der Diskussion über die Kündigung des Gleisanschlusses Littfeld "mit der bislang sehr restriktiven Haltung der DB Netz AG nicht richtig eingeschätzt wird".

Breuer weist darauf hin, dass sich neben der Firma Eisenbau Krämer auch die Krombacher Brauerei bereit erklärt habe, 250.000 bis 300.000 Tonnen an Gütern auf die Schiene zu bringen. Damit folge die größte Privatbrauerei Deutschlands der von den politischen Kräften immer wieder betonten Schienenvorrangpolitik, die sich auch die Deutsche Bahn auf die Fahnen geschrieben hat. Krombacher verfüge über ein anerkanntes Image als nachhaltig umweltfreundlich wirtschaftendes Unternehmen. Durch die restriktive Haltung der DB Netz AG werde der Brauerei der Zugang auf die Schiene in unerträglicher Weise erschwert - ein klarer Widerspruch zu dem übergeordneten strategischen Ziel der DB AG, den Schienengüterverkehr zu stärken!

Es entstehe der Eindruck, so Breuer weiter, dass durch kleinteilige Argumentationen und Verkomplizieren auf unterer Ebene die große verkehrspolitische Linie völlig aus dem Blick gerät. In dem Brief appelliert der Landrat an den Bahnchef, sich persönlich für eine Lösung einzusetzen. Paul Breuer: "Während ein mittelständisches Siegerländer Unternehmen und eine der größten deutschen Brauereien im Sinne einer nachhaltigen Ressourcenbewirtschaftung ihre Güter auf die Schiene bringen wollen, befindet sich das selbsternannte "Unternehmen Zukunft" weiter im Tiefschlaf und zaudert - frei nach dem Motto: Kunde droht mit Großauftrag! Dieses Verhalten gegenüber den Kunden ist unerträglich!"

Im Zuge ihrer Netzoptimierung hatte die DB Netz AG in den vergangenen Monaten mehrfach die Umwandlung des Bahnhofes Littfeld in einen sogenannten Haltepunkt und damit die Aufhebung des Anschlussvertrages mit der Firma Eisenbau Krämer angekündigt. Immer wieder war das Vorhaben durch politische Intervention bzw. Haushaltsengpässe kurzfristig dann doch wieder aufgeschoben worden, so dass eine befristete Nutzung möglich wurde, aber eine Planungssicherheit für beide Unternehmen nach wie vor nicht gegeben ist.



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