Kreis Siegen-Wittgenstein


August

20. August 2010

Betreuung von Langzeitarbeitslosen:
Landrat Breuer: „Soziale Brennpunkte entstehen nicht über Nacht!"

„Mit der geplanten einhelligen Entscheidung für die Betreuung der Langzeitarbeitslosen in Siegen-Wittgenstein in kommunaler Eigenregie senden die Fraktionen im Kreistag in Gemeinsamkeit ein wichtiges Signal", begrüßt Landrat Paul Breuer deren gemeinsame Position. Das Thema sei eine der wichtigsten strategischen Weichenstellungen dieses Jahrzehnts. Deshalb sei die kommunale Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden in engster Abstimmung schon bei der Erarbeitung eines Antrags an die Landesregierung enorm wichtig.

„Es geht mit der Betreuung von Langzeitarbeitslosen um die Gestaltung des sozialen Umfeldes vor Ort in den Städten und Gemeinden sowie in unserer Region", so Breuer. Langzeitarbeitslosigkeit habe immer schwerwiegende Folgen für den Betroffenen, seine Familie und seine Umgebung: Ausbleibendes Einkommen schmälert die individuelle Lebensqualität und beeinträchtigt das Selbstwertgefühl sowie die Lebensfreude. Häufig kommen weitere, psychosoziale Probleme hinzu. Das soziale und wirtschaftliche Umfeld wird beeinträchtigt, Geschäfte schließen, ganze Wohngegenden verlieren ihre Ausstrahlung, Schulen und andere Einrichtungen bekommen Probleme - besonders betroffen sind hier Familien mit Kindern. Landrat Breuer: „Soziale Brennpunkte entstehen nicht über Nacht!"

Die Städte und Gemeinden unternähmen viel, um die Lebensqualität vor Ort zu steigern. Die Standortbedingungen für neue Arbeitsplätze würden ebenso verbessert wie die Rahmenbedingungen für Familien und Kinder. Durch den demografischen Wandel und den Wettbewerb der Regionen rücke das soziale Umfeld immer stärker in den Blickpunkt. „Deshalb ist es wichtig, dass sich die Bürgermeister in Siegen-Wittgenstein in die Betreuung der Langzeitarbeitslosen verantwortlich einbringen können! Wir müssen eine Organisationsform finden, die eine möglichst weitgehende Einbindung der Kommunen erlaubt", betont Breuer. Für die weiteren Schritte schlägt der Landrat deshalb die Bildung einer gemeinsamen Kommission mit Vertretern des Kreistages, der Bürgermeister und der Kreisverwaltung vor. Auch Wirtschaft und Gewerkschaften sollen dabei eine Rolle spielen.

Ziel sei eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik im Interesse der Langzeitarbeitslosen. Die Erfolgschancen seien dort am höchsten, wo man sich mit vereinten Kräften und den lokalen Verhältnissen angepassten Maßnahmen vor Ort um die Menschen kümmern könne, ohne auf die zentralistischen Vorgaben einer Bundesbehörde (Bundesagentur für Arbeit) Rücksicht nehmen zu müssen.

Der ARGE Siegen-Wittgenstein bescheinigt der Landrat für die vergangenen Jahre eine - gemessen an ihren Möglichkeiten - erfolgreiche Arbeit. Die besten Chancen für eine Vermittlung der Langzeitarbeitslosen, die Schaffung eines neuen Klimas der Verantwortung und eine erfolgreiche Gestaltung des sozialen Umfeldes in den Städten und Gemeinden gebe es aber dort, wo der kommunale Raum die Betreuung der Langzeitarbeitslosen in eigener Verantwortung übernimmt (so genanntes „Optionsmodell").

Da diesen Zusammenhang aber viele Regionen so einschätzen, werden von den bisher bestehenden 69 Optionen keine aufgegeben, während die Zahl der Bewerber auf die insgesamt bis zu 41 neuen Optionsplätze (8 für Nordrhein-Westfalen) mindestens doppelt so hoch ist. Deshalb sei es alles andere als sicher, dass man am Ende auf dem „Siegertreppchen" stehe.

Landrat Breuer: „Man darf nicht der Illusion verfallen, dass mit der gemeinsamen Positionierung das Ziel schon erreicht sei. Die Hauptarbeit liegt noch vor uns! Hier ist keine „Hauruck-Aktion" gefragt, sondern ein mit den Bürgermeistern abgestimmtes Verfahren. Wir müssen mit dem Kreistag und den Bürgermeistern ein stichhaltiges arbeitsmarktpolitisches Konzept erarbeiten, mit dem wir das Land überzeugen!"

 



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